Edmund König

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Edmund Wilhelm Hermann König, auch Wilhelm Hermann Eduard König bzw. Wilhelm Hermann Edmund König (* 14. August 1858 in Westgreußen; † 15. Januar 1939) war ein deutscher Pädagoge. Er lehrte an mehreren Schulen in Ost-, Mittel- und Westdeutschland. Nebenberuflich arbeitete er auch als Kommunalpolitiker[1] und war als freischaffender Philosoph tätig.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft, Ausbildung und Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Ostern 1869 bis Ende September 1876 besuchte König das Gymnasium Sondershausen. Anschließend immatrikulierte er sich an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, von der er zur Universität Leipzig wechselte. Dort bestand er 1880 die Prüfung für das höhere Lehramt und wurde 1881 an der philosophischen Fakultät bei seinem Doktorvater Wilhelm Wundt[2] mit der Dissertation Ueber den Substanzbegriff bei Locke und Hume promoviert. Sein Probejahr absolvierte König in der Folge am städtischen Gymnasium zum heiligen Kreuz in Dresden.

In Sondershausen ist eine Straße nach Edmund König benannt. Darüber hinaus wurde lange davon ausgegangen, dass er Ehrenbürger der Stadt sei. Entsprechende Unterlagen konnten allerdings nie gefunden werden.[3] Auf dem städtischen Hauptfriedhof ist König, der mehrere Söhne und Töchter – unter anderen Fritz, Hermann und Minna – hatte, in einem Familiengrab bestattet. Am 6. November 2013 wurde auf dem Grab ein Gedenkstein enthüllt, um die Verdienste seines Sohnes Fritz (1899–1975) und dessen Ehefrau Margaretha, geb. Möller, (1896–1973) zu würdigen.[4]

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Ostern 1882 arbeitete König als ordentlicher Lehrer am Dresdner Gymnasium zum heiligen Kreuz. Diese Stelle gab er im Sommer 1887 auf, um sich in Wien ausschließlich philosophischen Studien und literarischen Arbeiten zu widmen. Nach dem Sabbatical war er ab 1888 Lehrer und Mitdirektor an der Real- und Handelsschule in Bad Dürkheim, bis er 1894 als Lehrer an das Gymnasium Sondershausen berufen wurde.

Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Pädagoge und Schulleiter erlangte Edmund König vor allem aufgrund seiner zahlreichen philosophischen Schriften nachhaltige Bekanntheit. Er war der Bewegung des Neukantianismus zuzurechnen und stand dem Kritizismus nahe.[5] Ausgelöst durch beidseitige Aufsatzveröffentlichungen führte er ab 1889 mit Eduard von Hartmann eine Debatte um die Frage des transzendentalen Idealismus.[6] Innerhalb der Naturphilosophie gehörte er zu den Gegnern der Nietzsche’schen „Temperamentsphilosophie“ und beurteilte auch die beispielsweise von Karl Ernst von Baer, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und Gottfried Wilhelm Leibniz vertretene Zweckbetrachtung negativ. Gleichwohl erkannte er 1902 in einem Aufsatz, dass

„die vor etwa zehn Jahren zuerst schüchtern hervortretende Opposition der Neovitalisten und Antidarwinisten heute zu einer mächtigen Bewegung angewachsen ist, die sehr wahrscheinlich mit dem Sieg der Teleologie enden wird.“[7]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien

  • König, E.: Die Entwicklung des Kausalproblems in der neueren Philosophie. Studien zur Orientirung über die Aufgaben der Metaphysik und Erkenntnisslehre. Verlag von Otto Wigand, Leipzig.
  • Band 1: Die Entwicklung des Kausalproblems von Cartesius bis Kant. 1888.
  • Band 2: Die Entwicklung des Kausalproblems in der Philosophie seit Kant. 1890.
  • König, E.: Die französische Philosophie im 19. Jahrhundert. Verlag von J. Bacmeister, Eisenach, 1889.
  • Als autorisierte deutsche Ausgabe von: Félix Ravaisson: La philosophie française au XIX siècle. Imprimerie imperiale, Paris, 1868.
  • König, E.: Das Problem des Zusammenhangs von Leib und Seele und seine Bearbeitung in der kartesianischen Schule. In: Programm des Gymnasium Sondershausen.
  • Teil 1: 1895
  • Teil 2: 1897
  • König, E.: W. Wundt. Seine Philosophie und Psychologie. In der Reihe: Frommanns Klassiker der Philosophie, 13. Band, Verlag F. Frommann, Stuttgart 1901.
  • König, E.: Kant und die Naturwissenschaft. In der Reihe: Die Wissenschaft – Sammlung naturwissenschaftlicher und mathematischer Monographien, 22. Band, Verlagsbuchhandlung Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig, 1907.
  • König, E.: Ist Kant durch Einstein widerlegt? Ein Beitrag zur Prinzipienlehre der Naturwissenschaft. Eupel-Verlag, Sondershausen, 1929.

Aufsätze

  • König, E.: Ueber den Substanzbegriff bei Locke und Hume. Dissertation. In: Philosophische Studien, Leipzig, Jahrgang 1, № 2, 1881, Seiten 261–335.
  • König, E.: Über den Begriff der Objektivität bei Wolff und Lambert mit Beziehung auf Kant. In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik, Halle (Saale), Neue Folge, Band 85, 1884, Seiten 292–313.
  • König, E.: Der Kausalbegriff des Maine de Biran.
  • König, E.: Maine de Biran – der französische Kant. In: Philosophische Monatshefte, Band 25, Hefte 3–4, Heidelberg, 1889.
  • König, E.: Über die letzten Fragen der Erkenntnistheorie und den Gegensatz des transcendentalen Idealismus und Realismus. 1894.
  • König, E.: Die Unterscheidung von reiner und angewandter Mathematik bei Kant. In: Kant-Studien, Jahrgang 3, № 1–3, Januar 1899, Seiten 373–402.
  • König, E.: Die Lehre vom psychophysischen Parallelismus und ihre Gegner. In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik, Vol. 115, № 2, 1900, Seiten 161–192.
  • König, E.: Ueber Naturzwecke. In: Philosophische Studien, Leipzig, Band 19, 1902, Seiten 418–458.

Rezensionen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gudrun Kühne-Bertram / Hans-Ulrich Lessing (Hrsg): Wilhelm Dilthey. Briefwechsel. Band 2. 1882–1895. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2015, ISBN 978-3-647-30369-7, Seite 281.
  2. Chronologische Übersicht aller Dissertationen bei Wilhelm Wundt an der Universität Leipzig. Abgerufen auf psychologie.biphaps.uni-leipzig.de am 17. Mai 2017.
  3. Gedenkstein enthüllt. Am 6. November 2013 auf kyffhaeuser-nachrichten.de. Abgerufen am 17. Mai 2017.
  4. Susanne Schedwill: Gedenkort für einen besonderen Sondershäuser. Am 6. November 2013 in Thüringer Allgemeine. Abgerufen auf sondershausen.thueringer-allgemeine.de am 17. Mai 2017.
  5. Karl Vorländer: Geschichte der Philosophie. Zweiter Band. Felix Meiner Verlag, Hamburg, 1921, Seite 445.
  6. Friedrich Wilhelm Graf (Hrsg.): Ernst Troeltsch. Rezensionen und Kritiken (1894–1900). Verlag Walter de Gruyter, Berlin, 2007, ISBN 978-3-11-019304-6, Seite 217.
  7. Ludwig Stein: Kausalität, Teleologie und Freiheit. In: Annalen der Naturphilosophie, Leipzig, Band 2, 1903.