Eferdinger Becken

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Eferdinger Becken (Oberösterreich)
Eferdinger Becken
Eferdinger Becken

Das Eferdinger Becken ist eine fruchtbare Ebene an der oberösterreichischen Donau westlich von Linz. Es ist besonders für seinen Gemüsebau bekannt, der südliche Teil ist als Region als Eferdinger Landl bekannt. Das Eferdinger Becken ist eine Raumeinheit der oberösterreichischen Naturraumgliederung.

Lage und Landschaft[Bearbeiten]

Alle OÖ Raumeinheiten

Das Eferdinger Becken erstreckt sich beidseitig der Donau von Aschach im Westen bis Ottensheim im Osten, wobei die Ebene die größte nord-südliche Ausdehnung ungefähr in der Mitte dieser Strecke erreicht.

Das Gebiet umfasst die Bezirke Eferding, Linz-Land und Urfahr-Umgebung. Die Größe des Eferdinger Beckens beträgt rund 118,5 km². Das Gebiet erstreckt sich über eine Länge von rund 17,5 km. Die Breite schwankt zwischen 4 und 10 km. Der tiefste Bereich liegt am östlichen Ende mit rund 256 m ü. A. in Wilhering. Der höchste Bereich des Gebiets liegt am westlichen Ende bei Aschach mit rund 280 m ü. A..

Inmitten des südlich der Donau gelegenen Teils der Ebene, befindet sich die namensgebende Stadtgemeinde Eferding. Dort ist mit der Efko (Eferdinger Konserven) auch der größte Abnehmer bzw. Lieferant landwirtschaftlicher Produkte der Gegend beheimatet.
Folgende Gemeindegebiete liegen größtenteils in der Raumeinheit (beginnend im Osten): Alkoven, Eferding, Fraham, Goldwörth, Feldkirchen an der Donau, Pupping und Ottensheim.
Zum Eferdinger Landl gehören Alkoven, Fraham, Hinzenbach, St. Marienkirchen an der Polsenz, Aschach an der Donau, Haibach ob der Donau, Prambachkirchen, Scharten, Eferding, Hartkirchen, Pupping und Stroheim. Das erstreckt sich schon in das Inn- und Hausruckviertler Hügelland, die Sauwald-Randlagen und das Oberes Donautal bis zur Schlögener Schlinge.

Südlich der Donau besteht es aus eiszeitlichen Niederterrassen. Es sind hier seit dem Neolithikum menschliche Siedlungen nachweisbar. In einer Lehmgrube in der Nähe von Hartheim stieß man auf eine Siedlung der Mondseekultur. Auch in der Römerzeit war das Gebiet besiedelt, dies ist durch zahlreiche Funde bestätigt.

Trotz seiner geringen Fläche hat es landwirtschaftlich vor allem in der Gemüseproduktion eine wichtige Bedeutung. Die wohl wichtigste Gemüsesorte sind die Gurken, aber auch der Spargel gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ebenso werden Salate und auch Erdbeeren gezogen.

Nachbarregionen[Bearbeiten]

Die Raumeinheit ist von folgenden OÖ Raumeinheiten umgeben (Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Südliche Mühlviertler Randlagen, Donauschlucht und Nebentäler, Inn- und Hausruckviertler Hügelland und Sauwald.

Gliederung[Bearbeiten]

Vom beidseits der etwa nach Osten fließenden Donau liegenden Becken gehört der linksufrige Nordteil zum Mühlviertel, während die Gebiete, die südlich also rechts der Donau liegen, zum Hausruckviertel gerechnet werden.

Die naturräumliche Raumeinheit ist in drei Untereinheiten gegliedert:

  • Donau und Auwald
  • Kulturlandschaft der Austufe
  • Niederterrasse mit Landwirtschaft

Charakteristik[Bearbeiten]

  • Ein bis zu 10 Kilometer breites Becken der Donau mit zentraler Austufe.
  • Die Donau wird durch das Kraftwerk Ottensheim-Wilhering aufgestaut.
  • Die Auwälder (rund 30 %) sind entlang der Donau, teilweise nur als schmales Band erhalten. Hybridpappelforste dominieren, aber auch Grauerlen, Silberweiden und Eschen sind vorhanden. Die Auwälder beherbergen eine große Wasserfrosch-Population und einige besondere Wasserpflanzen-Arten.
  • Die Kulturlandschaft ist vielfältig und landschaftlich reizvoll. Hier bestehen viele Altwässer und Bachläufe. Die Donauzuflüsse weisen teils landschaftsbildende Mäanderschlingen und Galeriewälder auf.
  • Die intensiv landwirtschaftlich genutzte Niederterrasse ist beiderseits der Donau dominant. Vor allem Gemüse, Sonderkulturen (zB. Spargel) und Getreide wird angebaut. Obstbaumwiesen und Wälder sind selten. An den südlichen und nördlichen Randbereichen finden sich Nassflächen (Teiche und Feuchtwiesen).
  • Das Becken ist stark besiedelt und die Ackerflächen reichen in das Siedlungsgebiet hinein. Die Zersiedlung um Eferding und die größeren Orte ist stark.
  • Einzelne ehemalige Schottergruben (zB. Feldkirchner Badeseen) werden als Badeteiche genutzt.
  • Tourismus entlang des Donauradwegs.

Donau-Hochwasser 2013[Bearbeiten]

Weitläufige Überschwemmungen im Juni 2013 mit hier 11 besonders stark betroffenen Gemeinden mit insgesamt 30.000 Einwohnern mündeten in Pläne zuletzt auch in diesem Abschnitt der österreichischen Donau Maßnahmen zum Hochwasserschutz zu ergreifen. Im August 2013 wurde zwischen Bund und Land Oberösterreich die Finanzierung von 50 bzw. 30 % von Gesamtprojektkosten von 250 Mio. € vereinbart. 20 % sollen von den Gemeinden kommen, die jedoch vom Gemeindereferat des Landes unterstützt werden.

Bis 2015 soll das Gesamtprojekt geplant sein. Förderungsbedingung ist, dass es durch Maßnahmen zu keiner Verschlechterung der Hochwassersituation für flussauf- oder -abwärts lebende Anrainer kommt. Als erster Schritt sollen Zonen festgelegt werden für freiwillige Absiedlungen, die schon 2014 beginnen sollen, um Retentionsräume zu schaffen.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://ooe.orf.at/news/stories/2598203/ 250 Mio. Euro für Hochwasserschutz ORF.at vom 14. August 2013