Hartkirchen

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Hartkirchen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Hartkirchen
Hartkirchen (Österreich)
Hartkirchen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Eferding
Kfz-Kennzeichen: EF
Fläche: 39,04 km²
Koordinaten: 48° 22′ N, 14° 0′ OKoordinaten: 48° 21′ 50″ N, 14° 0′ 10″ O
Höhe: 273 m ü. A.
Einwohner: 4.067 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 104 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4081
Vorwahl: 07273
Gemeindekennziffer: 4 05 06
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenplatz 1
4081 Hartkirchen
Website: www.hartkirchen.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Wolfram Moshammer (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
9
7
6
3
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Hartkirchen im Bezirk Eferding
AlkovenAschach an der DonauEferdingFrahamHaibach ob der DonauHartkirchenHinzenbachPrambachkirchenPuppingSt. Marienkirchen an der PolsenzSchartenStroheimOberösterreichLage der Gemeinde Hartkirchen im Bezirk Eferding (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Hartkirchen ist eine Gemeinde in Oberösterreich mit 4067 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Eferding im Hausruckviertel. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Eferding.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartkirchen liegt auf 273 m Höhe im nördlichen Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,3 km, von West nach Ost 9,6 km. Die Gesamtfläche beträgt 39 km². 27,2 % der Fläche sind bewaldet, 59,7 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Im Norden liegt das Gemeindegebiet an den Ausläufern des Sauwaldes, der insofern bemerkenswert ist, da es sich dabei geologisch um die Fortsetzung der „böhmischen Masse“ jenseits der Mühlviertler Seite der Donau handelt. Im Südosten öffnet sich das Gemeindegebiet hin zum Eferdinger Becken, dessen weitläufige landwirtschaftliche Nutzfläche der Gemeinde ihren agrarisch geprägten Charakter verleiht.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 37 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Deinham (126)
  • Dorf (35)
  • Gfehret (45)
  • Gstaltenhof (10)
  • Hachlham (166)
  • Hacking (59)
  • Hainbach (101)
  • Haizing (250)
  • Hartkirchen (1070)
  • Hart ob Hacking (18)
  • Hart ob Haizing (29)
  • Hilkering (187)
  • Hinteraigen (22)
  • Hinterberg (4)
  • Hörmannsedt (37)
  • Karling (442)
  • Kellnering (158)
  • Knieparz unter der Leithen (29)
  • Koppl (88)
  • Lacken (45)
  • Mußbach (102)
  • Oed in Bergen (55)
  • Paching (30)
  • Pfaffing (39)
  • Poxham (132)
  • Pupping (3)
  • Rathen (54)
  • Reith (36)
  • Rienberg (66)
  • Schaumberg (158)
  • Schönleiten (34)
  • Senghübl (77)
  • Steinwand (91)
  • Vornholz (178)
  • Wolfsfurth (9)
  • Würting (50)
  • Zagl (32)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Hartkirchen, Oed in Bergen und Schaumberg. Zählsprengel sind Hartkirchen-Zentralgebiet, Hartkirchen-Süd, Hartkirchen-Nord.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden Hartkirchens sind:

Donau

Haibach ob der Donau

Kirchberg ob der Donau (Bez. Rohrbach)

Donau

Donau*
Nachbargemeinden
Stroheim
Donau

Pupping

* hinter Aschach, das sich schmal am Donauufer erstreckt, liegt, irgendwo an Hartkirchen grenzend, St. Martin im Mühlkreis, Bez. Rohrbach

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartkirchen wurde 898 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich.

Dabei stellt die Herrschaft der Grafen von Schaunberg die prägende Komponente der Zeit des Hochmittelalters dar. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.
Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Das Franzosenkreuz (Denkmal für Jakob Kemetmüller) in der Ortschaft Poxham erinnert daran, dass die im Jahr 1809 durchziehenden französischen Truppen den Bauern Kemetmüller ermordet haben.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich.

Im Ersten Weltkrieg umfasste ein Kriegsgefangenenlager ein Areal von 130 ha. Es grenzte an die Ortschaft Hartkirchen, Aschach und Karling an. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Areal des Lagerfriedhofs vom örtlich nahe gelegenen Kriegsgefangenenlager in Pupping (zuletzt offiziell bezeichnet als „Stalag 398 Pupping“) als Massengrab verwendet[2].

Am Kriegerdenkmal in Deinham wird 6.025 Soldaten, vorwiegend Serben, aus dem Ersten Weltkrieg und 1027 Russen aus dem Zweiten Weltkrieg gedacht.

Heute ist die Gemeinde größtenteils agrarisch geprägt, was auch mit der geographischen Lage im Agrargebiet „Eferdinger Becken“ zu tun hat. Bäuerliche Lebensweise hat in Hartkirchen noch Tradition.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 4.011 Einwohner, 2001 dann 4.190 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 25 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 aus Mandataren der folgenden Parteien zusammen: ÖVP 9, SPÖ 7, FPÖ 6, GRÜNE 3.

Bürgermeister
  • 1990–2002 Leopold Hofer
  • bis 2015 Wolfgang Schöppl (ÖVP)
  • seit 2015 Wolfram Moshammer (SPÖ)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Hartkirchen COA.jpg

Beschreibung des Gemeindewappens:

Geteilt; oben in Rot ein silberner Balken, unten in Silber eine blaue Kornblume, eingeschaltet von einem blauen, aufgelegten Sparren.

Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß.

Der Sparren und die rot-weiß-roten Balken gehen auf das Stammwappen der Schaunberger zurück, deren im 12. Jahrhundert errichtete Burg Schaunberg im Gemeindegebiet liegt. Die Kornblume symbolisiert den vorwiegend landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbetafel mit Partnerstädten

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bahn: Durch das Gemeindegebiet verläuft die Bahnlinie der Aschacher Bahn. Das Ortszentrum ist über den Bahnhof Aschach a.d. Donau erschlossen. Eine Bahnhaltestelle im Gemeindegebiet befindet sich in Karling. Der Eisenbahn-Güterverkehr auf der Aschacherbahn ist bedeutend, der Personenverkehr beschränkt sich derzeit auf ein Zugpaar pro Werktag (Stand 2007) und Sonderverkehre zur Gemüsemesse in Pupping.
  • Bus: Hartkirchen liegt an den Buslinien:
  • Linz – Eferding – Passau/Haibach/St.Agatha/St.Aegidi (Liniennr. 670/671/S209)
  • Aschach – Eferding – Wallern – Wels (660)
  • Bad Mühllacken – Eferding – Kirchberg – Pasching – Leonding Meixnerkreuzung (688)

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volksschule Hartkirchen
  • Hauptschule Hartkirchen
  • Landesmusikschule Hartkirchen

Die seit 1940 bestehende Volksschule Hilkering wurde 2016 geschlossen.[3] Das Gebäude wird jetzt vom Kindergarten Hartkirchen genutzt und beherbergt zwei Krabbelgruppen und eine Kindergartengruppe.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hartkirchen
  • Burgruine Schaunberg: Die heutige Ruine Schaunberg war mit 17.500 m² die größte Burgenanlage Oberösterreichs. Im 32 m hohen Burgfried führt eine Stahltreppe zu einer Aussichtsplattform.
  • Pfarrkirche Hartkirchen: Die barocke Pfarrkirche wurde in den Jahren 1717–1719 in den Ausmaßen des gotischen Vorgängerbaues errichtet. Der barocke Ausbau des Kirchturms erfolgte 1748 durch den Linzer Architekten Johann Matthias Krinner. Das Presbyterium und das Hauptschiff wurden in den Jahren 1751/52 von Wolfgang Andreas Heindl mit Fresken ausgestaltet.
  • Wallfahrtskirche Hilkering: Die Kirche ist dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht und ist auf der steil abfallenden Nordterrasse der Aschach errichtet. Der Kirchenbau ist einschiffig und in den wesentlichen Bauteilen spätgotisch. Die heutige Kirche entstand kurz nach 1514 auf gotischem Grundriss und wurde 1750 barockisiert anlässlich der Erweiterung durch Mathias Dollicher. Der Ort Hilkering stammt aus der ersten bayrischen Besiedelungswelle zu Beginn des 6. Jahrhunderts. Der Sage nach machte ein Eremit namens Hilarius vor langer Zeit die Gegend urbar und errichtete eine Holzkapelle.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hartkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Hubert Speckner: In der Gewalt des Feindes: Kriegsgefangenenlager in der „Ostmark“ 1939 bis 1945. R. Oldenbourg, München/Wien 2003, ISBN 3-486-56713-6, S. 258.
  3. 76 Jahre nach Eröffnung sperrt Volksschule Hilkering zu. Oberösterreichische Nachrichten, 19. April 2016, abgerufen am 22. Mai 2017.