Eichendorff-Gymnasium (Koblenz)

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Eichendorff-Gymnasium
Eichendorff-Gymnasium Koblenz 2013.jpg
Schulform Gymnasium
Gründung 1855
Adresse

Friedrich-Ebert-Ring 26-30
56068 Koblenz

Ort Koblenz
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 21′ 18″ N, 7° 35′ 44″ OKoordinaten: 50° 21′ 18″ N, 7° 35′ 44″ O
Träger Stadt Koblenz
Schüler etwa 900
Lehrkräfte 65
Leitung Hans-Georg Meier
Website www.eichendorff-koblenz.de

Das Eichendorff-Gymnasium in Koblenz ist eine städtische Schule mit musikalischem Schwerpunkt. Seit 2006 ist es eine der UNESCO-Schulen. Zurzeit besuchen etwa 900 Schüler das Gymnasium, die von 65 Lehrern unterrichtet werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königliche und Städtische Gewerbeschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büste von Karl Friedrich Mohr vor der Schule

1855 wurde die Königliche und Städtische Gewerbeschule zu Coblenz (Provinzial-Gewerbeschule) „für die Industrie und das Baufach“, insbesondere auf Betreiben des Koblenzer Chemikers und Pharmazeuten Karl Friedrich Mohr, im Krämerzunfthaus gegründet. Danach zog die Gewerbeschule von 1871 bis 1907 ins Alte Kaufhaus um. Eine Erweiterung und Reorganisation zur „Höheren Gewerbeschule“ mit dem „Einjährigen“ (Mittlere Reife) als Abschluss wurde von 1871 bis 1875 organisiert. Die Schule wurde von 1878 bis 1882 zu einem neunjährigen Realgymnasium mit Berechtigung der Absolventen zu einem akademischen Studium ausgebaut.

Kaiser-Wilhelm-Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1907 zog sie aus der Altstadt in einen repräsentativen klassizistischen Neubau am Kaiser-Wilhelm-Ring (heute Friedrich-Ebert-Ring) um und wurde in „Kaiser-Wilhelm-Realgymnasium und Realschule“ umbenannt. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs befehligte Kaiser Wilhelm II. im Großen Hauptquartier, das vom 16. bis 30. August 1914 im Kaiser-Wilhelm-Realgymnasium eingerichtet wurde, mit seinen Generälen die deutschen Armeen.[1] 1930 lief die Realschule aus und der Zweig einer Oberrealschule wurde aufgebaut. Die NS-Verwaltung ließ die Schule 1937 in „Kaiser-Wilhelm-Schule, Oberrealschule für Jungen“ umbenennen und spaltete die Oberstufe in einen sprachlichen und einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig auf.

1944 wurde das Schulgebäude bei einem Bombenangriff weitgehend zerstört, und der Unterricht wurde für einen Teil der Schüler nach Haidmühle an der tschechischen Grenze verlegt. Nach dem Kriegsende 1945 wurde der Unterricht in verschiedenen Gebäuden fortgeführt und die Schule zunächst wieder in „Kaiser-Wilhelm-Realgymnasium“, dann in „Städtisches Gymnasium“ umbenannt.

Eichendorff-Gymnasium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1950 bis 1957 wurde das Schulgebäude wiederaufgebaut. Die noch erhaltenen Mauern und Gewölbe wurden dabei zwar wiederverwendet, der Bau insgesamt jedoch in den damals modernen Formen umgestaltet; nur einige Reste wie der Sockelbereich und Säulen im Inneren sind als Spuren der alten Gestaltung heute noch sichtbar. 1960 wurde die überfüllte Schule durch das Abtrennen des mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweigs als neues Gymnasium („Max-von-Laue-Gymnasium“) im vormaligen „Collège Marceau“ (Schule für Kinder der französischen Besatzungssoldaten) entlastet. 1966 wurde die Schule letztendlich so benannt, wie sie auch heute noch heißt: Das neusprachliche Gymnasium hieß nun durch einen Ministererlass „Staatliches Eichendorff-Gymnasium (neusprachlich, musisch) Koblenz“, benannt nach dem Schriftsteller Joseph von Eichendorff. Die Einführung der Koedukation von Jungen und Mädchen schritt 1975 voran. Von 1976 bis 1979 wurde zu Testzwecken das Leistungsfach 'Musik' in der Oberstufe als Prüfungsfach für das Abitur eingeführt unter der Leitung von Studiendirektor Neumann. Es war bundesweit das erste Mal, dass Musik als Leistungsfach angeboten wurde. Das besondere Unterrichtsangebot im Fach Musik begann 1985.

Seit 2006 ist man als UNESCO-Projektschule offiziell anerkannt.

Liste der Schulleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtseinführung Amtsabgabe Name
1855 1864 Joh. Bernheard Heilermann
1864 1874 Adolf Felix Dronke
1874 1877 August Zieken
1877 1901 Robert Most
1901 1912 Heinrich Goossens
1912 1914 Hermann Bredtmann
1915 1933 Heinrich Egbring
1933 1945 Karl Wilhelm Jacobi
1945 1949 Philipp Bruchof
1950 1969 Wilhelm Gulde
1969 1986 Richard Ramann
1986 2005 Hartmut Froesch
2005 2010 Wolfgang Selbert
2010 2012 Margot Elsner
2012 2014 Klemens Breitenbach
2014 jetzt Hans Georg Meier

Bekannte Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Schüler, die das Abitur am Eichendorff-Gymnasium absolvierten, sind zum Beispiel Wolf Lepenies, Thomas Anders, Siegfried Balke, Hermann Stegemann, Michael Reufsteck, Philipp Langen, Erich Franke, Werner Weidenfeld, Karl Darscheid, Jürgen Borsch, Guido Karp, Michael Hollmann, Michael Schwertel oder Klaus-Dieter Regenbrecht.

Schulische Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Eichendorff-Gymnasium hat einen musikalischen Schwerpunkt; es ist jedoch weiterhin möglich, das Abitur ohne das Fach Musik abzulegen, wie an anderen Gymnasien üblich. Es werden drei Fremdsprachen angeboten:

Internationale Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule verfügt über Partnerschulen in:

Comenius-Projekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011–2013 „Towns: past, present & future“ mit Partnerschulen in England, Frankreich, Lettland, Portugal und Spanien
  • 2008–2010 „Confluentes“ mit Partnerschulen in Fourchambault, Frankreich und Attleborough, England

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lehrerschaft des Städtischen Realgymnasiums zu Coblenz (Hrsg.): Festschrift zu der am 12. Oktober 1907 stattfindenden Feier der Einweihung des neuen Schulgebäudes und des 52jährigen Bestehen der Anstalt, Koblenz, 1907. (dilibri.de).
  • Hartmut Froesch, Karl H. Kirch, Hansjörg Schütz: Eichendorff-Gymnasium Koblenz 1855–2005. Eine Festschrift zum 150. Jahrestag der Gründung einer Koblenzer Schule. Bad Honnef 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Eichendorff-Gymnasium Koblenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Böses Erwachen: Auf den Kriegsrausch folgt der Hunger in: Rhein-Zeitung, 3. November 2014