Eichstädt (Brandenburg)

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52.69666666666713.11166666666753Koordinaten: 52° 41′ 48″ N, 13° 6′ 42″ O

Eichstädt
Ortsgemeinde Oberkrämer
Wappen von Eichstädt
Höhe: 32–54 m
Einwohner: 819 (2013)
Eingemeindung: 18. Mai 1998
Postleitzahl: 16727
Vorwahl: 03304
Eichstädt (Deutschland)
Eichstädt

Lage von Eichstädt in Deutschland

Eichstädt ist ein Ortsteil der Gemeinde Oberkrämer im Landkreis Oberhavel in Brandenburg. Der Ort hat 914 Einwohner (2006) und liegt unmittelbar an der Anschlussstelle Oberkrämer der A 10 (Berliner Autobahnring). Die Ausfahrt bedient eine Landstraße, die von Schwante nach Velten führt und die Hauptstraße von Eichstädt bildet, die sich im Ort angerförmig weitet. Nächster Bahnhaltepunkt ist Bärenklau an der Kremmener Bahn, rund 2 km nordöstlich. Eichstädt liegt in einer Höhe von 54 Metern zwischen dem Zehn-Ruten-Berg und dem Waldgebiet Krämerwald im Ländchen Glien.

Geschichte[Bearbeiten]

Eichstädt wurde erstmals 1350 erwähnt, als das Dorf an Ulrich von Lindow als Lehen übergeben wurde. Im Spätmittelalter war es ein zu Bötzow gehöriges Burglehen; 1474 wurden ein Rittergut mit vier Hufen und Bauerngüter mit 13 Hufen verzeichnet. Ab dem 16. Jahrhundert bestanden zwei Rittergüter im Ort, die den Familien von Hünnicke und von Krämer gehörten, die in der Folge die Geschichte Eichstädts bestimmten. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts kamen drei weitere Rittergüter hinzu, doch waren alle Rittergüter in Eichstädt im Jahre 1805, als der Ort 323 Einwohner zählte, wieder in einer Hand vereint. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Erbuntertänigkeit der Bauern abgeschafft und der Rittergutsbesitz kam in bürgerlichen Besitz. Die Einwohnerzahl wuchs in der Folge stetig und betrug für das Dorf 1885 467 Einwohner; nach dem Zweiten Weltkrieg waren es rund 600. Während der Zeit der DDR wurde für die Bauern eine Maschinen-Ausleihstation eingerichtet und eine neue Wohnsiedlung erschlossen. Nach 1990 kam ein Gewerbegebiet hinzu und die Infrastruktur wurde umfassend erneuert. Die alte Schafstallanlage wurde in ein Reitsportzentrum umgewandelt. Mit Wirkung zum 18. Mai 1998 ging die Gemeinde Eichstädt in der neu gebildeten Gemeinde Oberkrämer auf.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der früheren selbständigen Gemeinde stellt sich graphisch und tabellarisch wie folgt dar:

Bevölkerungsentwicklung seit 1875.
- Blaue Linie: Bevölkerungsentwicklung des Gebietes.
- Gepunktete Linie: Normierte Bevölkerungsentwicklung des Landes Brandenburg.
Eichstädt (Brandenburg):
Bevölkerungsentwicklung in den letzten selbständigen Grenzen
Jahr Einwohner
1875 556
1890 654
1910 577
1925 622
1933 603
1939 560
1946 711
Jahr Einwohner
1950 778
1964 610
1971 535
1981 460
1985 440
1989 429
1990 409
Jahr Einwohner
1981 460
1985 440
1989 429
1990 409
1991 409
1992 406
1993 419
Jahr Einwohner
1994 428
1995 442
1996 469
1997 500


Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[2].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auf dem Dorfanger befindet sich eine mittelalterliche Dorfkirche mit wuchtigem Westturm.

Politik[Bearbeiten]

Ortsvorsteher von Eichstädt ist seit der Kommunalwahl im September 2008 Dietmar Schünemann (SPD), der einem aus drei Personen gebildeten Ortsbeirat angehört.

Bildung[Bearbeiten]

Eichstädt verfügt über eine Kindertagesstätte. Nächste Grundschulen sind in Vehlefanz und Bötzow.

Sport[Bearbeiten]

Eichstädt ist Heimatort des SV Eichstädt 1949 e. V., der in der Handball-Landesliga der Männer aktiv ist. In Eichstädt wurde 2014 für 4,75 Millionen Euro die Oberkrämerhalle eröffnet. Die von der Gemeinde gebaute Mehrzweckhalle wird vor allem von Schulen und Sportvereinen aus Oberkrämer genutzt.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Chemiker Hans Goldschmidt (1861–1923) lebte zeitweise in Eichstädt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  2. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  3. Robert Tieseler: Viel Lob für die Oberkrämerhalle, Märkische Allgemeine 22. September 2014