Oberkrämer

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberkrämer
Oberkrämer
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberkrämer hervorgehoben
52.713.154Koordinaten: 52° 42′ N, 13° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberhavel
Höhe: 54 m ü. NHN
Fläche: 103,67 km²
Einwohner: 10.603 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16727
Vorwahlen: 03304, 033055
Kfz-Kennzeichen: OHV
Gemeindeschlüssel: 12 0 65 251
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Perwenitzer Weg 2
16727 Oberkrämer
Webpräsenz: www.oberkraemer.de
Bürgermeister: Peter Leys (BfO)
Lage der Gemeinde Oberkrämer im Landkreis Oberhavel
Fürstenberg/Havel Zehdenick Liebenwalde Oranienburg Mühlenbecker Land Glienicke/Nordbahn Birkenwerder Hohen Neuendorf Hohen Neuendorf Hennigsdorf Leegebruch Velten Oberkrämer Kremmen Löwenberger Land Gransee Gransee Schönermark Sonnenberg Großwoltersdorf Stechlin Großwoltersdorf Berlin Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild

Oberkrämer ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Oberhavel (Brandenburg). Sie entstand erst 1998 durch den Zusammenschluss von zunächst drei Gemeinden. Weitere vier Gemeinden schlossen sich 2001 an. Das Gemeindegebiet ist identisch mit dem von 1992 bis 2001 existierenden Amt Oberkrämer. Der Name ist vom angrenzenden Waldgebiet Krämer abgeleitet.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Oberkrämer liegt im äußersten Südwesten des Landkreises Oberhavel, mitten im Havelländischen Luch, etwa zehn Kilometer nordwestlich von Berlin. Zwischen den Ortsteilen Vehlefanz, Schwante und Neu-Vehlefanz liegt der Mühlensee.

Die Gemeinde Oberkrämer gliedert sich laut Hauptsatzung[2] in folgende Ortsteile:

Es existieren folgende Wohnplätze auf dem Gemeindegebiet: Ausbau, Karlsruh, Klein-Ziethen, Koppehof, Krämerpfuhl, Kuckswinkel, Neu-Schwante, Rettungshaus, Siedlung am Bärenklauer Weg, Sommerswalde, Wendemark, Wirus und Wolfslake.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Auf dem Mathiasberg befand sich von 1941 bis 1945 eine Versuchsanlage zur Windenergienutzung.

Am 7. Oktober 1989 wurde im Schwanter Pfarrhaus die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) von einer Gruppe von 40 aktiven Bürgerrechtlern gegründet, diese Bewegung gehörte zur damaligen Bürgerbewegung.[4] Die Gründung der SDP geschah noch vor dem Fall der Mauer. Aus der SDP entstand dann 1990 die ostdeutsche SPD.

Die Geschichte der Gemeinde Oberkrämer geht im Grunde bis 1992 zurück. Im Zuge der Ämterbildung in Brandenburg hatten sich sieben Gemeinden im damaligen Kreis Oranienburg zu einem Verwaltungsverbund, dem Amt Oberkrämer zusammengeschlossen. Am 30. Juli 1992 erteilte der Minister des Innern des Landes Brandenburg seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Oberkrämer.[5] Als Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes wurde der 10. August 1992 festgelegt. Das Amt hatte seinen Sitz in der Gemeinde Eichstädt.

Am 27. September 1998 bildeten die Gemeinden Eichstädt, Neu-Vehlefanz und Vehlefanz die neue Gemeinde Oberkrämer.[6] Zum 31. Dezember 2001 wurde aus den Gemeinden Oberkrämer, Bärenklau, Bötzow, Marwitz, und Schwante die neue Gemeinde Oberkrämer gebildet. Das Amt Oberkrämer wurde zum selben Datum aufgelöst.[7] Erster und einziger Amtsdirektor war Helmut Jilg.[8]

Gemeindegebietsveränderungen[Bearbeiten]

Seit 1937 fanden auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Oberkrämer vier Gemeindegebietsveränderungen statt. In zwei Fällen handelte es sich um Eingemeindungen, in den anderen beiden Fällen um Gemeindeneugründungen.[9]

Wirkungsdatum Aufgelöste Gemeinde Aufnehmende Gemeinde Art der Veränderung
1937-01-01 Neu Schwante Schwante Eingemeindung
1938-01-01 Neu Bötzow Bötzow Eingemeindung
1998-05-18 Eichstädt
Neu-Vehlefanz
Vehlefanz
Oberkrämer (1998–2001) Gemeindeneugründung
2001-12-31 Bärenklau
Bötzow
Marwitz
Oberkrämer (1998–2001)
Schwante
Oberkrämer Gemeindeneugründung

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in der Gemeinde Oberkrämer

Jahr Einwohnerzahl Differenz zum
angegebenen Vorjahr
1998 2 431
2002 10 072 + 7 641
2006 10 812 + 740
2010 10.661 - 151
2011 10 399 - 262
2012 10 404 + 5
2013 10 522 + 118
2014 10 603 + 81

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[10][11], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Bevölkerungsentwicklung in den Ortsteilen:[12]:

Jahr Bötzow Schwante Vehlefanz Neu-Vehlefanz Marwitz Bärenklau Eichstädt
2004 2 785 1 983 1 771 340 1 407 1 291 942
2005 2 904 1 997 1 777 348 1 400 1 294 939
2006 2 973 2 061 1 814 391 1 432 1 330 926
2007 2 947 2 061 1 821 379 1 435 1 313 929
2008 2 937 2 043 1 800 355 1 398 1 294 876
2009 2 967 2 039 1 759 365 1 417 1 270 848
2010 2 981 2 089 1 765 385 1 429 1 288 850
2011 2 955 2 019 1 746 353 1 413 1 262 843
2012[13] 2 970 2 048 1 745 359 1 428 1 259 836
2013[13] 3 029 2 041 1 784 369 1 453 1 283 819

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 51.9 %
 %
40
30
20
10
0
33,2 %
22,3 %
17,7 %
8,1 %
5,3 %
4,4 %
3,3 %
3,2 %
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Die Gemeindevertretung von Oberkrämer besteht aus 22 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[14]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 2002–2008: Helmut Jilg (CDU) (Rücktritt im Februar 2008 wegen Erreichens der Altersgrenze von 65 Jahren)
  • seit 2008: Peter Leys (Bürger für Oberkrämer)

Peter Leys wurde in der Bürgermeisterwahl vom 8. November 2015 mit 64,7 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von acht Jahren gewählt (Wahlbeteiligung 38,3 %).[15]

Flagge und Wappen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Oberkrämer führt eine Flagge, die wie folgt beschrieben wird: Dreistreifig Grün-Silber (Weiß)-Grün im Verhältnis 1 : 2 : 1 mit dem Gemeindewappen im Mittelstreifen.[16] Das Wappen wurde am 19. Dezember 2001 genehmigt. Blasonierung: „Über von Blau und Gold gespaltenem Wellenschildfuß gespalten von Silber und Grün, vorn rechts ein Nadelbaum und links ein Laubbaum mit jeweils schwarzem Stamm, hinten zwei übereinander fliegende natürliche Störche.“[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Oberkrämer stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Größere Unternehmen in Oberkrämer sind die mobilcom-debitel Shop, die ihre Verwaltung in Oberkrämer hat und HiPer-Gruppe, ein Maschinenbau- und Medizintechnikunternehmen, das auf keramische Werkstoffe spezialisiert ist und 2012 mit 80 Mitarbeitern rund sechs Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete.[18] Die HB-Werkstätten für Keramik in Marwitz wurden von Hedwig Bollhagen gegründet. Ein weiteres Traditionsunternehmen ist die seit 130 Jahren produzierende Bäckerei Plentz in Schwante mit mehreren Filialen in der Gegend[19] und die Tischlerei Thiede, die unter anderem Orgelprospekte und die Inneneinrichtungen von Schienenfahrzeugen (ICE 3, Marschbahn, Straßenbahn München) herstellt.[20]

Zur 1994 gegründeten HiPer Ceramics Group gehören die HiPer Ceramics Gmbh, die Spezialteile aus Keramik für Maschinenbau und Medizintechnik herstellt, die HiPer Medical, die Endoprothesen und Dentalblanks herstellt sowie die Zellwerk Gmbh, die Technik für die Zellkultivierung produziert.

Bildung[Bearbeiten]

Grundschulen:[21]

  • Grundschule Bötzow
  • Nashorn-Grundschule Vehlefanz

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof in Schwante

Über die Anschlussstelle Oberkrämer (ehemals Schwante) an der Bundesautobahn 10 sowie über die Bundesstraßen 96 und 273 ist Oberkrämer an das Bundesfernstraßennetz angebunden. An der Ausfahrt Oberkrämer befindet sich ein Autohof.

Die Ortsteile Bärenklau, Vehlefanz und Schwante besitzen jeweils Haltepunkte an der Kremmener Bahn. Die an den genannten Stationen haltenden Regionalbahnzüge verkehren nach Hennigsdorf und Kremmen.

Motorisierung in Oberkrämer 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[22] 6751 6551 6553 6440 6445 6531 6670
PKW je 1000 Einwohner (31.12.Vj.) 626 609 612 604 620 628 634

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Eduard Ockel (1834–1910), Maler
  • Otto Merten (1874–nach 1939), Reichstags- und Landtagsabgeordneter
  • Hedwig Bollhagen (1907–2001), Deutschlands bedeutendste Keramikerin des 20. Jahrhunderts, ehemalige Inhaberin der HB-Werkstätten für Keramik im Ortsteil Marwitz

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberkrämer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Oberkrämer vom 11. Dezember 2008 PDF
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg – Gemeinde Oberkrämer
  4. [1]
  5. Bildung der Ämter Oberkrämer und „Schenkenländchen“. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 30. Juli 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 62, 25. August 1992, S.1054.
  6. Bildung einer neuen Gemeinde aus den Gemeinden Eichstädt, Neu-Vehlefanz und Vehlefanz. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 30. April 1998. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 9. Jahrgang, Nummer 21, 2. Juni 1998, S.499.
  7. Bildung einer neuen Gemeinde Oberkrämer. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 19. November 2001. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, Nummer 50, 11. Dezember 2001, S.851 PDF.
  8. Herzlich Willkommen im Amt Oberkrämer, Online-Broschüre, 1997 PDF
  9.  Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (= Beitrag zur Statistik. Band 19.7). Potsdam 2006, S. 27 (PDF-Datei; 0,3 MB).
  10. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel. S. 18–21
  11. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  12. Einwohnerentwicklung → Gemeinde Oberkrämer → Zahlen, Daten, Fakten
  13. a b MOZ.de: „Oberkrämer wächst“, aufgerufen am 16. Februar 2014
  14. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  15. Ergebnis der Bürgermeisterwahl vom 8. November 2015
  16. Hauptsatzung der Gemeinde Oberkrämer
  17. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  18. Uwe Feiler: Der Stimmung im Mittelstand auf der Spur, 17. September 2013
  19. Seit 135 Jahren Backwaren aus Zutaten der Region Oberhavel, Mein Rosinenbomber Abgerufen 12. Januar 2015
  20. Frederike Haupt: Ein Düsentrieb aus Oberkrämer, Frankfurter Allgemeine Zeitung 28. September 2008.
  21. Gemeinde Oberkrämer: Schule. Abgerufen am 5. April 2012.
  22. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3