Elisabeth Hablik-Lindemann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Elisabeth Lindemann)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Abeline Elisabeth Hablik-Lindemann (* 23. August 1879 in Westerwohld als Abeline Elisabeth Lindemann; † 15. August 1960 in Itzehoe) war eine deutsche Kunstgewerblerin, Handwebermeisterin und Bildwirkerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elisabeth Lindemann war eine Tochter des Landtagsabgeordneten Otto Lindemann (1849–1924) und dessen Ehefrau Anna Margarethe, geborene Dorn (1857–1916). Vom 18. bis zum 21. Lebensjahr besuchte sie eine Zeichenschule in Dresden und erhielt eine Ausbildung als Musterzeichnerin. 1900/01 lernte sie im Privatatelier von Fritz Kleinhempel und arbeitete anschließend bis 1902 im Entwurfsatelier für Handarbeiten bei der Firma Anna Kühn. Danach ging sie zurück in ihre Geburtsstadt und zog von dort nach Schweden. Hier besuchte sie die von Agnes Branting (1862–1930) geführte Weberschule „Handarbetets vänner“.

1902 gründete Lindemann eine Museumsweberei in Meldorf, deren Weberei und Museum sie bis 1907 selbst führte.[1] Am 10. Juni desselben Jahres heiratete sie den Künstler Wenzel Hablik, mit dem sie zwei Töchter hatte. Anschließend zog sie nach Itzehoe, wo sie wohnte und arbeitete. Ihr Geschäft führte sie dort als „Handweberei Hablik-Lindemann“. Während des Ersten Weltkriegs handelte es sich um ein kleines Unternehmen, das schnell internationale Bekanntheit erlangte.

1912 trat Hablik-Lindemann in den Deutschen Werkbund ein. Als Weberin versuchte sie, die traditionellen Webtechniken durch unkonventionelle Farbwahl und Muster dem Zeitgeschmack nahezubringen und Stoffe herzustellen, die höchsten Ansprüchen genügten. Es gelang ihr dabei, schöpferisch kreativ zu arbeiten und dies mit dem Sinn für das Praktische zu verbinden. Ihre Werkstatt hatte entscheidenden Anteil daran, dass das deutsche Weberhandwerk neues Ansehen gewann. Sie galt in Fachkreisen als „Mutter der Handweberei“.[2]

Waldfriedhof der Familien Lindemann / Kruse in Nordhastedt-Westerwohld

Elisabeth Hablik-Lindemann starb am 15. August 1960 in Itzehoe und wurde auf dem privaten Waldfriedhof ihrer Familie in Nordhastedt mit ihrem Ehemann bestattet. Das nach ihrem Ehemann benannte Wenzel-Hablik-Museum widmete ihr 2009 eine Ausstellung.[3]

Ihre Tochter brachte die Werkstatteinrichtung in den Sri Aurobindo Ashram in Puducherry, wo sie als Hablik Handicraft weiterhin Entwürfe von Elisabeth Hablik-Lindemann produzierte.[4]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für ihre Verdienste erhielt Elisabeth Hablik-Lindemann das Bundesverdienstkreuz I. Klasse. Außerdem bekam sie den Goldenen Ehrenring der Handweber verliehen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vita auf der Webseite des Wenzel-Hablik-Museums

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fotogalerie Museumsweberei Meldorf bei Bürgerverein Heide und Umgebung
  2. Wulf Herzogenrath (Hrsg.): Die Deutsche Werkbund-Ausstellung Cöln 1914. (= Der westdeutsche Impuls 1900–1914. Kunst und Umweltgestaltung im Industriegebiet.) (Ausstellungskatalog) Düsseldorf 1984, S. 242.
  3. Elisabeth Lindemann: Würdigung einer Künstlerin Hamburger Abendblatt vom 3. März 2003. Abgerufen am 16. September 2015.
  4. Mid Century WoolenTapestry by Elisabeth Hablik-Lindemann, Riaurobindo Ashram, Hablik Handicraft, abgerufen am 16. September 2016