Elisabeth Niggemann

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Elisabeth Niggemann, hier im August 2015 mit Georg Ruppelt

Elisabeth Niggemann (* 2. April 1954 in Dortmund) ist seit 1999 Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) mit Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1972 studierte Elisabeth Niggemann Biologie und Anglistik, erhielt 1978 das Diplom in Biologie und wurde 1982 zur Dr. rer. nat. promoviert. 1985 legte sie das Staatsexamen in Anglistik für das Lehramt in der Sekundarstufe II ab. Die Laufbahnprüfung des höheren Bibliotheksdienstes folgte 1987. Im selben Jahr wurde sie Leiterin des Dezernats Erwerbung an der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin in Köln; sie war zudem Fachreferentin für das Fach Medizin. 1991 wurde sie in das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg abgeordnet. Dort leitete sie das Referat „Wissenschaftliche Bibliotheken“. 1994 wurde sie Direktorin der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf in der Nachfolge von Günter Gattermann. Daneben hatte sie von 1990 bis 1995 im Studiengang Informatik Lehraufträge an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Elisabeth Niggemann ist seit 2005 Vorsitzende der Konferenz der Europäischen Nationalbibliothekare (CENL), seit Ende 2007 Vorsitzende der European Digital Library Foundation und seit April 2010 Mitglied der von der Europäischen Kommission eingesetzten Reflexionsgruppe zur Digitalisierung. 2009 wurde sie mit dem Julius-Campe-Preis ausgezeichnet.

Unter der Leitung Niggemanns entschied die Deutsche Nationalbibliothek, dass ab dem 7. November 2016 bei der Bereitstellung eines Buches für die Leser die digitale Ausgabe den Vorzug gegenüber der gedruckten hat.[1] Die Priorisierung des Digitalen unter dem Schlagwort "digital statt gedruckt!" stieß in den Medien auf Ablehnung und rief auch Kritik von Leitern anderer Bibliotheken hervor.[2] Elisabeth Tworek vom Literaturarchiv München Monacensia sprach von einem „Kulturbruch“.[3] Die Änderung wurde als grundsätzliche Infragestellung der Institution Bibliothek im digitalen Zeitalter verstanden und u.a. kommentiert mit „Eine Bibliothek schafft sich ab!“[4] und „Zwangsdigitalisierung“[5] Hans von Trotha sah in dieser Entscheidung den „Abschied vom gedruckten Buch“.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. dnb Newsletter, November 2016
  2. Hans-Joachim Wätjen, Im Interview E-Books vs. Papier – Was setzt sich durch?, Nordwest Zeitung Online 7. Dezember 2016
  3. Hannes Hintermeier, Literaturarchiv Monacensia, in FAZ vom 11. Dezember 2017
  4. Thomas Thiel, „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“, FAZ vom 30. November 2016
  5. Jochen Hieber, Zwangsdigitalisiert, faz.net vom 18. November 2016
  6. Hans von Trotha, Abschied vom gedruckten Buch, deutschlandradio kultur, 30. November 2016