Embera

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Gebiete der Embera in Panama
Embera
Dorf der Embera zwischen Mutatá und Dabeiba im nordwestkolumbianischen Departamento Antioquia

Das indigene Volk der Embera (Emberá) lebt in Kolumbien und Panama und gehört zur Sprachfamilie der Chocó. Embera wird von 60.000 bis 110.000 Personen gesprochen.

Das Volk besteht in Kolumbien aus den folgenden Gruppen:

In den 79 Resguardos mit einer Fläche von 1.497.134 ha leben 71.412 Personen. Diese sind auf die Departments von Antioquia, Caldas, Risaralda, Valle del Cauca, Cauca, Nariño, Putumayo und Caquetá verteilt.

In Panama leben etwa 7.000 Embera im autonomen indigenen Territorium Emberá-Wounaan. Kleinere Gruppen leben am Gatúnsee und am Río Chagres in Zentralpanama. Das Embera in Panama wird in der Sprachklassifikation auch als „Nord-Embera“ bezeichnet.

Tradition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihrer eigenen Überlieferung sind die Embera aus dem Süden zugewandert. Sie lebten halbnomadisch als Jäger und Sammler im hohen tropischen Regenwald Nordkolumbiens und Panamas bis zur Grenze Costa Ricas. An der Spitze der Stämme stehen ein gewählter Häuptling und ein Medizinmann. Nach 1970 änderte sich ihr Lebensstil durchgreifend. Arme Siedler verdrängten sie aus ihren Siedlungsgebieten, großflächige Rodung, Staudämme und Naturschutzparks behinderten die Jagd. Die verstreuten Embera-Familien zogen in größeren Siedlungen zusammen.

Aktuelle Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1980er Jahren erreichten die Embera in Panama einen halbautonomen Status in Comarcas. Sie haben sich teilweise für den Tourismus geöffnet, bieten handwerkliche Produkte an, halten aber an einer naturnahen Lebensweise fest. 1998 gründete die Minderheit der Noanamá eine eigene politische Organisation.

Das kolumbianische Verfassungsgericht untersagte den Unternehmen Rio Tinto, Sunward and Muriel Mining Corporation die Errichtung einer Mine, nachdem es bereits zu einer Militarisierung der Gegend und zu Menschenrechtsverletzungen gekommen war. Es lehnte am 9. März 2012 die Revision. ab.[1] Die Klage der Embera und der afro-kolumbianischen Gemeinschaften in Jiguamiandó, Chocó von 2009 richtete sich gegen Muriel Mining. Im Zuge seines Mandé Norte Kupfer-Gold-Molybdän-Projekts, an dem Rio Tino beteiligt ist, hatte es der Konzern versäumt, die betroffenen Gemeinschaften im Vorfeld gesetzesgemäß zu konsultieren. Diesen Grundsatz hatte die kolumbianische Regierung bereits August 1991 unterzeichnet. Ein interethnischer Rat (Consulta Interétnica de los Pueblos) hatte 2009 die Minenprojekte einstimmig abgelehnt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Embera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Begründung.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Embera aus der freien Enzyklopädie Indianer-Wiki (2005 bis etwa 2010, archiviert bei Archive.org) und steht unter Creative Commons by-sa 3.0. Im Indianer-Wiki ist eine Liste der Autoren verfügbar.