Emil Grünzweig

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Emil Grünzweig (hebräisch אמיל גרינצווייג) (* 1. Dezember 1947, in Cluj-Napoca (Rumänien); † 10. Februar 1983 in Jerusalem) war ein israelischer Lehrer und Friedensaktivist.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grünzweig war Mitglied der Friedensbewegung Schalom Achschaw und wurde aufgrund seiner Ermordung durch den rechtsradikalen Aktivisten Jona Avruschmi (hebräisch יונה אברושמי) auf einer Friedensdemonstration nach dem Bekanntwerden der Massaker von Sabra und Schatila eine Symbolfigur der israelischen Friedensbewegung.

Er ist der Sohn einer Auschwitzüberlebenden und emigrierte mit seiner Familie über Frankreich und Brasilien 1963 nach Israel. Als Soldat nahm er am Sechstagekrieg teil, später als Reserveoffizier am Jom-Kippur-Krieg und dem Libanon-Krieg. Nach dem Ableisten seines Wehrdienstes studierte er Mathematik und Philosophie an der Hebräischen Universität Jerusalem. Später arbeitete er als Lehrer für Mathematik und war verantwortlich für die sozialen Aktivitäten der Maaleh-Bessor-Schule im Kibbuz Magen. Er war an der Schule an vielen sozialen Projekten beteiligt, zudem führte er mit Schülern Rollenspiele zum israelisch-arabischen Konflikt durch.

Anschließend machte er in Jerusalem seinen Master-Abschluss in Geschichte, Philosophie und Soziologie und arbeitete an Bildungsprojekten des Van-Leer-Jerusalem-Instituts. In dieser Eigenschaft organisierte er gemeinsame Sommerlager für besseres Verständnis zwischen jüdischen und arabischen Jugendlichen.

Grünzweig wurde getötet, als Jona Avruschmi eine Granate in eine Menge von Demonstranten warf. Avruschmi wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und trat seine Strafe 1984 an. Seine Strafe wurde durch einen Gnadenakt Ezer Weizmanns im Jahre 1995 in 27 Jahre Gefängnis umgewandelt.[1] Im Jahr 2005 wurde Avruschmis vorzeitige Entlassung verweigert. Er wurde im Januar 2011 aus der Haft entlassen.[2] An der Beerdigung Grünzweigs nahmen Tausende Israelis teil.[3]

Die Vereinigung für Bürgerrechte in Israel verleiht jährlich den Emil-Grünzweig-Menschenrechtspreis an eine Einzelperson oder eine Nichtregierungsorganisation als Anerkennung für einzigartige Beiträge zur Verbesserung der Menschenrechtslage in Israel. Der Preis wurde im Jahr 1981 ins Leben gerufen und 1983 nach Emil Grünzweig umbenannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.haaretz.com/print-edition/news/man-who-killed-left-winger-at-83-protest-released-1.339393
  2. http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4019347,00.html
  3. Artikel in der NY Times