Enola Gay

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Der Pilot der Enola Gay, Paul W. Tibbets, vor dem Start des Flugzeugs am 6. August 1945
Die Enola Gay. Die Maschine trägt zur Verschleierung der tatsächlichen Einheitszugehörigkeit Markierungen der 6th Bomb Group (R im Kreis). Nach dem Waffenstillstand wurde wieder die eigentlich zugeordnete Markierung (eine Speerspitze) aufgebracht.[1]
Der Atompilz über Hiroshima

Enola Gay ist der Name des B-29-Bombers (Superfortress) der 509th Composite Group der United States Army Air Forces (USAAF), der die erste Atombombe („Little Boy“), die je in einem Konflikt eingesetzt wurde, am 6. August 1945 auf die japanische Stadt Hiroshima abwarf (→ Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki).

Herkunft des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pilot Colonel Paul W. Tibbets, jr. benannte die Maschine nach seiner Mutter Enola Gay Tibbets (geb. Haggard; 1893–1966),[2] diese wiederum wurde auf den Namen der Heldin eines Romans getauft, den ihr Vater besonders schätzte (Enola: Or Her Fatal Mistake von Mary Young Ridenbaugh, 1886).

Angaben zum Flugzeug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Maschine mit der Seriennummer 44-86292 wurde im Mai 1945 im Werk der Glenn L. Martin Company auf Offutt Field bei Bellevue (Nebraska) gebaut und dort mit einer speziellen Aufhängung für das vergleichsweise hohe Gewicht (rund 4,5 t) der Atombombe ausgerüstet. Im Vergleich zu einer „normalen“ B-29 war die Maschine mit Ausnahme des Heckstandes ohne Waffen ausgerüstet, was zu einer deutlichen Gewichtsverminderung und dadurch einer höheren erreichbaren Flughöhe führte.

Die Boeing B-29 gehörte zur 509th Composite Group (313th Bomb Wing) der USAAF und flog den Einsatz gegen Hiroshima von Tinian aus, einer kleinen Insel der Marianen, daher war dieses Flugzeug der erste strategische Atombomber der Welt. Neben der Enola Gay gab es noch 14 weitere B-29-Bomber, die für den Einsatz von Atombomben umgerüstet waren, unter anderem die Bockscar, die drei Tage später auf die japanische Stadt Nagasaki die zweite Atombombe „Fat Man“ abwarf.

Besatzung der Enola Gay beim Angriff auf Hiroshima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt waren 12 Personen an Bord[3][4], Jacob Beser als einziger auch beim zweiten Atombombenabwurf auf Nagasaki eingesetzt:

Besatzung der Enola Gay beim Angriff auf Nagasaki[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Angriff auf Nagasaki waren 10 Personen an Bord:

  • Captain George W. Marquardt - Pilot und Kommandant
  • Second Lieutenant James M. Anderson - Co-Pilot
  • Second Lieutenant Russell Gackenbach – Navigator
  • Captain James W. Strudwick – Bombenschütze
  • First Lieutenant Jacob Beser – Radar-Gegenmaßnahmen
  • Technical Sergeant James R. Corliss – Flugingenieur
  • Sergeant Warren L. Coble – Bordfunker
  • Sergeant Joseph M. DiJulio – Radarbediener
  • Sergeant Melvin H. Bierman – Heckschütze
  • Sergeant Anthony D. Capua, Jr. - Assisstenzingeneur/Scanner

Heutiger Standort der Maschine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Enola Gay ist im Steven F. Udvar-Hazy Center in Chantilly, Virginia, nahe dem Flughafen Washington-Dulles ausgestellt.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die britische Synthie-Pop-Gruppe Orchestral Manoeuvres in the Dark (OMD) widmete 1980 dem Flugzeug das Antikriegslied Enola Gay.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Enola Gay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
WiktionaryWiktionary: Enola Gay – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dana Bell: Air Force Colors, Volume 3, squadron/signal publications, 1997, S. 85
  2. Biografische Daten von Enola Gay Tibbets (abgerufen am 3. August 2015)
  3. Photo: P-574 (Enola Gay Crew Members) Manhattan Project Heritage Preservation Association (engl.), abgerufen am 20. Dezember 2010
  4. Atom Bomber Crew From Eight States, The Miami News vom 8. August 1945 (abgerufen am 5. Januar 2019)
  5. OMD: Enola Gay auf Youtube