Enrique Camarena

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Enrique Camarena

Enrique „Kiki“ Camarena (* 26. Juli 1947 in Mexicali, Mexiko; † 9. Februar 1985 in La Angostura, Mexiko) war ein mexikanisch-US-amerikanischer Agent der US-Drug Enforcement Administration (DEA), der während der Ausübung seines Dienstes ermordet wurde. Sein Tod löste starke Spannungen zwischen den US-Justizbehörden und der mexikanischen Regierung aus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er trat 1974 in die DEA ein. 1981 wurde er nach Guadalajara versetzt, wo er bis zu seiner Ermordung am 7. Februar 1985 als verdeckter Agent der DEA im Dienst stand. Ihm war es gelungen, das Vertrauen des mexikanischen Drogenbosses Rafael Caro Quintero, einer der Gründer des Guadalajara-Kartells, zu gewinnen. Er erhielt von ihm Informationen über den Drogenanbau und -handel.[1] Gestützt auf seine Angaben stürmten mexikanische Soldaten im November 1984 die mehrere hundert Hektar umfassende Ranch El Bufalo im Bundesstaat Chihuahua. Sie stellten dabei mehrere tausend Tonnen Marihuana sicher.[2] Nachdem die Drogenbosse die Tarnung des DEA-Agenten durchschauten, wurde Camarena am 7. Februar 1985 entführt und 30 Stunden gefoltert, wobei ihm Drogen verabreicht wurden um ihn bei Bewusstsein zu halten. Am 9. Februar wurde er getötet. Seine Leiche fand man am 5. März 1985. Auf enormen politischen Druck der US-Regierung wurden Rafael Cara Quintero am 5. April 1985 und Ernesto Fonseca Carrilo am 7. April 1985 von den mexikanischen Sicherheitsbehörden verhaftet.[3] Die DEA startete am 3. Mai 1985 auf mexikanischem Territorium die Operation Leyanda, um die Ermordung ihres Agenten selbst zu untersuchen.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im halbfiktionalen Thriller Tage der Toten von Don Winslow bildet die Affäre rund um Enrique Camarena einen Schwerpunkt.
  • Die zweiteilige Miniserie das Camarena Komplott basiert auf einer Geschichte über die letzten Tage von Enrique Camarena.[4]
  • In der Serie Narcos über den Aufstieg von Pablo Escobar wird Camarenas Geschichte kurz aufgegriffen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sandro Benini: Ein mexikanischer Capo kommt frei. BaslerZeitung, 10. August 2013, abgerufen am 15. April 2014.
  2. Nach 28 Jahren wieder frei: Der Drogenboss, der Mexikos Schulden zahlen wollte. Berliner Kurier, 11. August 2013, abgerufen am 15. April 2014.
  3. Hilflos zugeschaut. Der Spiegel, 22. April 1985, abgerufen am 15. April 2014.
  4. Drug Wars: The Camarena Story. Internet Movie Database, abgerufen am 15. April 2014.