Entgleist

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Entgleist
Originaltitel Derailed
Produktionsland USA, Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2005
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
JMK 16[1]
Stab
Regie Mikael Håfström
Drehbuch Stuart Beattie
Produktion Lorenzo di Bonaventura
Musik Ed Shearmur
Kamera Peter Biziou
Schnitt Peter Boyle
Besetzung

Entgleist ist die US-amerikanische Verfilmung des gleichnamigen Psychothrillers von James Siegel unter der Leitung des schwedischen Regisseurs Mikael Håfström aus dem Jahr 2005.

Handlung[Bearbeiten]

Für den Familienvater und Werbefachmann Charles Schine verläuft das Leben in geordneten Bahnen. Doch eines Tages lernt er im Zug die attraktive Bankerin Lucinda Harris kennen, als diese ihm mit Geld für einen Fahrschein aushilft. Auch sie ist verheiratet und hat eine Tochter. Es deutet sich ein Seitensprung an und sie landen schließlich in einem billigen Hotel. Doch als die beiden sich gerade entkleiden, werden sie jäh gestört: Der Gangster Philippe LaRoche ist ins Zimmer eingedrungen, schlägt Charles nieder und vergewaltigt Lucinda. Als Charles danach die Polizei kontaktieren will, hält ihn Lucinda ab.

LaRoche erpresst Charles anschließend um 20.000 US-Dollar, die Charles zahlt, nachdem er zuvor Lucinda an ihrer Arbeitsstelle aufgesucht hat, um sie erneut davon zu überzeugen, die Polizei einzuschalten. Lucinda lehnt dies wiederum ab; sie möchte unter keinen Umständen, dass ihr Mann von der Affäre erfährt und sie somit ihre Tochter verliert. Sie erzählt Charles sogar, dass sie eine Abtreibung hatte. Einige Monate später erfolgt LaRoches nächste Forderung, diesmal um 100.000 Dollar. Da Charles nicht das ersparte Geld für die Behandlung seiner schwer an Diabetes mellitus erkrankten Tochter abheben will, versucht er, mithilfe seines kriminellen Bekannten Winston LaRoche aufzuhalten. Dies misslingt, LaRoche erschießt Winston und Charles sieht sich jetzt gezwungen, das Konto seiner Tochter zu räumen.

Er will Lucinda erneut an ihrer Arbeitsstelle aufsuchen, stellt dort aber fest, dass er es nicht mit der wahren Lucinda Harris zu tun hatte. Jane, so ihr richtiger Name, war nur vorübergehend als Aushilfe beschäftigt.

Als er genauer nachforscht, stellt Charles fest, dass alles eine raffinierte Falle war. Jane und LaRoche sind Partner und haben bereits ein weiteres Opfer an der Hand. Charles lauert LaRoche beim Einbruch in jenes Hotelzimmer auf und schlägt seinen überraschten Gegner nieder. Im Zimmer erklärt er dem neuen Opfer die Lage. Es kommt zu einer Schießerei, bei der scheinbar nur Charles überlebt. Er kann unbemerkt entkommen und gelangt in der Hotellobby an seine Aktentasche mit seinem Geld, als die Polizei den Safe öffnen lässt und er sich mit Hilfe des Aktentaschenanhängers als Eigentümer ausweisen kann.

Da er aufgrund der Erpressung in seiner Firma Geld veruntreut hat, wird Charles zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt, die er als Lehrer in einem Gefängnis ableistet. Seine Gefängniswahl trifft nicht zufällig jenes, in dem der gezeichnete, aber noch lebende LaRoche sitzt. Diesen bringt Charles mit einem in das Gefängnis mitgebrachten Messer um und kann das Ganze als Notwehr darstellen.

Weitere Informationen[Bearbeiten]

  • Bei Produktionskosten von etwa 22 Millionen US-Dollar spielte der Film in den US-Kinos 36 Millionen US-Dollar ein.
  • Der Film wurde in Chicago gedreht, wo auch die Handlung spielt. Die Gefängnis-Aufnahmen stammen aus dem bereits 2002 geschlossenen Joliet Correctional Center in Joliet. Weiterer Drehort war London.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Das Hamburger Abendblatt sah einen „spannenden Film“ und verglich die Handlungsführung mit den Werken Alfred Hitchcocks. Regisseur Mikael Håfström weise „ein feines Gespür für die Mechanismen von Macht und Grausamkeit“ auf.[2]
  • Die Welt lobte Vincent Cassel in der Rolle des Bösewichts, kritisierte aber das Finale des Films nebst Postskriptum. Der Regisseur würde versuchen, sich an Amerika anzubiedern.[3]
  • film-dienst, 4/2006: „Eindimensional entwickelter Thriller, der kaum Spannung aufbaut oder Überraschungen produziert. Er beschwört die moralische Festung der bürgerlichen Kernfamilie und kämpferische Tugenden, die in eine reaktionäre Selbstjustiz-Mentalität münden.“

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmdatenbank der österreichischen Jugendmedienkommission, abgerufen am 9. September 2013.
  2. vgl. Behrens, Volker: „Zug um Zug aus der Spur geraten“. In: Hamburger Abendblatt, 23. Februar 2006, Nr. 46/2006, S. 7.
  3. vgl. Krekeler, Elmar; Hermann, Max: „Nie einen Zug verpassen“. In: Die Welt, 23. Februar 2003, Nr. 46/2006, S. 29.