Entkalker

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Ein Entkalker (auch: Kalklöser) ist ein chemisches Reinigungsmittel zum Entfernen von Kalkablagerungen wie Kesselstein.

Im Haushalt werden insbesondere Essigsäure, Zitronensäure und Amidosulfonsäure verwendet, sowie Produkte, die diese Stoffe enthalten.

Kalk CaCO3 (Ca2+ und CO32−) selbst ist in reinem Wasser kaum löslich. Bei Anwesenheit von gelöstem Kohlenstoffdioxid steigt die Löslichkeit jedoch um mehr als das Hundertfache. Es entsteht Calciumhydrogencarbonat Ca(HCO3)2.

Wegen seiner Löslichkeit ist Calciumhydrogencarbonat ein Bestandteil der meisten natürlichen Gewässer, je nach Gestein in unterschiedlichen Konzentrationen. Die Konzentration von Calciumcarbonat im Wasser wird in Deutschland mit „Grad deutscher Härte“ (1 °dH = 10 mg/Liter CaO oder 17,85 mg/Liter CaCO3 oder 0,18 mmol/l), in der Schweiz mit Grad französischer Härte (1 °fH = 10 mg/Liter CaCO3 oder 0,1 mmol/l) angegeben.

Der Umkehrung dieses Lösevorgangs, Entzug von Kohlensäure durch Temperaturerhöhung (zum Beispiel in Wasserkochern), verdanken die meisten natürlichen Vorkommen von Calciumcarbonat ihre Entstehung.

Durch Zuführen von Säure wird die Löslichkeit von CaCO3 erhöht. Die Säure gibt protonierte Wassermoleküle (H3O+) an den negativ geladenen Kohlensäurerest ab. Dadurch wird das Carbonat-Ion wieder in normale Kohlensäure umgewandelt. Die Säure, die die Wasserstoffionen abgegeben hat, ist jetzt nur noch ein negativ geladener Säurerest. Dieser ersetzt das Carbonat-Ion.

Reaktionsgleichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lösen des Kalkes mit Essigsäure: CaCO3 + 2 CH3-COOH ———> (CH3-COO)2Ca + H2O + CO2

Anwendungshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Anwendung bzw. Gerät sind unterschiedliche Entkalker zu verwenden.

Essigsäure kann zu Korrosion an Metallen und Beschädigungen an Dichtungen führen und sollte daher nur zur Entkalkung von Geräten verwendet werden, die vollständig aus Edelstahl oder anderen säurebeständigen Materialien bestehen und deren gegebenenfalls vorhandene Dichtungen leicht austauschbar sind.

Bei der Verwendung von Zitronensäure sollten Geräte mit Wassererhitzung (Kaffeemaschine, Durchlauferhitzer, Wasserkocher etc.) nicht eingeschaltet werden. Erwärmte Säure löst zwar den Kalk schneller, durch das Erhitzen fällt jedoch der Kalkrückstand wieder aus und kann zu schwer löslichen Ablagerungen und Verstopfungen führen.

Bei Amidosulfonsäure treten Probleme mit Korrosion oder hartnäckigen Ablagerungen im Allgemeinen nicht auf. Sie wird daher in der Mehrzahl der im Handel erhältlichen Entkalkungsmittel eingesetzt, die einen breiten Einsatzbereich haben.

Kalkablagerungen an senkrechten Flächen, wie Duschwänden, lassen sich entfernen, indem Toilettenpapier (oder anderes weiches und saugfähiges Material) mit einer konzentrierte Säure getränkt und auf so die zu entkalkenden Flächen geheftet wird. Bei stärkeren Ablagerungen wird der getränkte Zellstoff über mehrere Stunden oder mehrere Tage auf der Fläche belassen und gegebenenfalls erneut mit Wasser oder Säure befeuchtet. Beim Umgang mit konzentrierten Säuren sind Schutzhandschuhe und -brille zu tragen.

Waschmaschinen und Geschirrspüler müssen trotz gegenteiliger Werbeaussagen der Hersteller von Entkalkungsmitteln im Normalfall nicht entkalkt werden, da in den verwendeten Spül- und Waschmitteln Wasserenthärter in ausreichender Menge enthalten sind, um Kalkablagerungen auch bei Unterdosierung zu verhindern.[1] Eine starke Unterdosierung des Waschmittels würde zunächst zu sogenannten Fettläusen auf der Wäsche (kleine, graue, fettige Flecken aus Kalkseife) führen, bevor der Kalk beginnt, sich auf den Heizstäben abzusetzen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richtig Entkalken mit Zitronensäure, www.Kurtzberichte.de; abgerufen im Januar 2017