Erhard Glatzel

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Erhard Friedrich Glatzel (* 25. Oktober 1925 in Marl; † 4. Februar 2002 in Heidenheim)[1] war ein deutscher Optiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeiss Distagon 2,8/12

Glatzel studierte Mathematik an der Universität Bonn und fertigte 1952 seine Dissertation bei der Firma Krupp als externer Doktorand der Universität Köln an.[2][3] Im Anschluss daran begann er im Oktober 1954 für Zeiss in Oberkochen zu arbeiten, stieg dort zum Leiter der Linsenkonstruktionsabteilung auf und blieb dem Unternehmen bis zu seinem Renteneintritt im März 1989 erhalten. Er entwarf eine Vielzahl an Objektiven, wurde jedoch durch seine Fotoobjektive bekannt. Er war leitend an der Entwicklung des Hologon, des Distagon, des Biogon, des Medion, des Tessar, des Sonnar und des Planar beteiligt. Für sein speziell für die Hasselblad-Kamera der Mondmission entworfenes Weitwinkel-Objektiv Biogon 60 mm ƒ/5.6 wurde ihm von der NASA die Auszeichnung The Apollo Achievement Award verliehen.[4] Sein Planar 50mm f/0.7 gilt als das lichtstärkste Objektiv der Welt und wurde unter anderem von Stanley Kubrick für den Film Barry Lyndon verwendet. 1977 wurde Zeiss ein "Oscar" für die Kameralinsen der Firma, darunter Glatzels Distagon ƒ/1.2, verliehen.

Glatzel publizierte Fachartikel und war einer der ersten, die die damaligen Supercomputer zur Linsenberechnung verwendeten. Er entwickelte unter anderem die adaptive Optimierungsmethode zur Linsenkonstruktion.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerd Fürter, Herbert Gross: In memory Erhard Glatzel. In: Optik – International Journal for Light and Electron Optics. Band 113, Nr. 4, 2002, doi:10.1078/0030-4026-00147.
  2. Erhard Glatzel: Zum Problem des ebenen Spannungszustandes im kreiszylindrischen spröden Rohr unter konstantem Innen- und Außendruck. 2. Januar 1953, DNB 480415382.
  3. Erhard Glatzel, Heinz Schlechtweg: Zum Problem des ebenen Spannungszustandes im kreiszylindrischen spröden Rohr unter konstantem Innen- und Außendruck. In: Zeitschrift für Angewandte Mathematik und Mechanik. Band 34, Nr. 3. o. O., März 1954, S. 81–104, doi:10.1002/zamm.19540340302.
  4. Biographical Page for Erhard Glatzel. (Nicht mehr online verfügbar.) The Zeiss Historica Society, archiviert vom Original am 27. Januar 2013; abgerufen am 18. April 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zeisshistorica.org
  5. Juan L. Rayces: Ten years of lens design with Glatzel’s adaptive method. In: Proceedings International Lens Design Conference. 16. September 1980, doi:10.1117/12.959070.