Erholungsgebiet Steinrod

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Steinrodsee
Steinrodsee

Das Erholungsgebiet Steinrod liegt in Gräfenhausen, einem Stadtteil der hessischen Stadt Weiterstadt.

Der Steinrodsee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Steinrodsee entstand in den 1930er Jahren beim industriellen Abbau von Sand und Kies für den Bau der Reichsautobahn Frankfurt am Main - Darmstadt (heute Bundesautobahn 5). Nach Beendigung dieser Nutzung wurde das Seegebiet zu einem Freizeitzentrum umgestaltet und als Badesee genutzt. Nachdem die Belastung durch Badegäste immer stärker wurde und der See zu verschlammen drohte, wurde der Badebetrieb eingestellt. Nachdem der See 1992 aufwändig entschlammt war, wurde kein Badebetrieb mehr zugelassen und das Gebiet wurde als stilles Erholungsgebiet ausgewiesen.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See ist 12 ha groß und hat eine Tiefe von 5 m.

Tiere im See[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im See gibt es zahlreiche Fischarten. Diese sind: Rotauge, Brassen, Hecht, Zander, Barsch und Aale. Es gibt auch Enten, die auf dem See ihre Bahnen ziehen.

Steinrodsee - 17. Februar 2008

Der Apfelbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apfelbach

Der künstlich angelegte Apfelbach zweigt in der Gemarkung Weiterstadt-Gräfenhausen[1][2] zwischen Sensfelder Hof und Ottilienmühle nahe der Grenze zu Darmstadt-Wixhausen vom Mühlbach in nördliche Richtung ab. Er fließt dann mäandernd durch den Wald Sensfelder Hardt, kreuzt die Bundesautobahn 5, am Steinrodsee vorbei Richtung Westen, um bei der Straße nach Mörfelden das Stadtgebiet zu verlassen. Von hier fließt er größtenteils durch Waldgebiet bis zum Hegbachsee nahe Groß-Gerau. Oft wurde der Apfelbach auch Waldbach genannt, weil er größtenteils durch Waldlandschaften führt.

Der Polder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Polder wurde 1992 angelegt, als die Stadt Weiterstadt den Steinrodsee entschlammen ließ. Die Besucherplattform entstand im April 1997. Sie ermöglicht einen Einblick in den Trockenbereich des Polders. Im westlichen Teil wurde zunächst ein Tümpel und im mittleren Bereich ein Grabensystem angelegt. Mittels einer installierten Wasserleitung des Beregnungsverbandes Gräfenhausen kann das Feuchtgebiet geflutet werden, was erstmals im März 1995 geschah.

Fauna und Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rest des Polders ist als Sandmagerrasen mit einzelnen Kiesschüttungen und Steinhaufen hergerichtet. Diese Steinhaufen dienen Wiesel, Zauneidechse, Blindschleiche, Ringelnatter, auch Käfern und Vögeln als besonderes Biotop. In relativ kurzer Zeit hat sich vielfältiges Leben in den Feucht- und Trockenbereichen entwickelt. Angefangen von Kröten, Fröschen und Libellen im Feuchtgebiet sind im Trockenbereich zahlreiche Arten wie Feld - Sandlaufkäfer, Glanzkäfer, Grab- und Schlupfwespen, Schmetterlinge, verschiedene Schreckenarten, Kleinsäuger und seltene Vogelarten vertreten. Ebenso haben sich verschiedene Pflanzen zum Teil selbst angesiedelt oder wurden angepflanzt. Darunter zählen z.B. Königskerze, Nachtkerze, Weiden, Hartriegel, Feldahorn, Holunder, Sauerdorn, Schwarzdorn, Pfaffenhütchen, Natterkopf und verschiedene Wildrosen. Im Feuchtgebiet stehen Binsen, Simsen, Schilf, Rohrkolben und Schwertlilien.

Turmfalke, Mäusebussard, Roter und Schwarzer Milan, Baumfalke und ab und zu eine Kornweihe kreisen über dem Poldergebiet und suchen nach Nahrung. Verschiedene Säugetiere, wie Hermelin, Rötelmaus und Feldmaus, leben im Poldergebiet.

Campingplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Steinrodsee liegt ein Campingplatz für Kurz- und Dauercamper.

Anglerpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Anglerpark liegt neben dem Campingplatz. Im dafür extra angelegten See kann mit einem gültigen Anglerausweis geangelt werden. Ein großer Biergarten lädt zum Feiern ein. Nebenbei gibt es einen Spielplatz und einen kleinen Streichelzoo für die kleinen Besucher.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deuster, Thomas: Gewässer in und um Darmstadt, 2. Auflage, 2008, ISBN 978-3-87820-130-4
  2. Stadt Darmstadt (PDF-Datei; 3,52 MB), Karte Landschaftsschutzgebiete, Planquadrat B 6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weiterstadt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 56′ 33″ N, 8° 36′ 26″ O