Eric Gauthier

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Eric Gauthier (* 1977 in Montreal) ist ein kanadischer Tänzer und Choreograph.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eric Gauthier studierte Tanz bei den Grands Ballets Canadiens in Montreal und anschließend an der National Ballet School in Toronto. Dort ließ er sich auch in Musik und Gesang unterrichten. 1995 wurde er Schüler beim National Ballet of Canada unter der Leitung von Reid Anderson. 1996 wechselte Anderson als künstlerischer Leiter zum Stuttgarter Ballett und lud Gauthier ein, als Tänzer in die Stuttgarter Compagnie einzutreten. 2002 wurde er dort zum Solotänzer ernannt.

Gauthier tanzte in Stuttgart in mehreren klassischen Rollen, darunter den Mercutio in John Crankos Choreographie Romeo und Julia. In den Cranko-Stücken Jeu de Cartes und The Lady and the Fool tanzte er den Joker beziehungsweise den Bootface. Ferner tanzte er den Alain in Frederick Ashtons La fille mal gardée sowie Rollen in Stücken von George Balanchine und Kenneth MacMillan.

Besonders ausgeprägt war jedoch seine Neigung zum zeitgenössischen Tanz. In den zehn Jahren von 1996 bis 2006 tanzte Gauthier in fast allen Premieren der Stuttgarter Compagnie. Er tanzte Stücke von Hans van Manen, John Neumeier, Jiří Kylián, Nacho Duato, Paul Lightfoot, Uwe Scholz und James Kudelka und arbeitete mit einigen von ihnen persönlich zusammen. Einen Namen machte er sich als Interpret von William Forsythe. Er arbeitete mit ihm in Stuttgart und Frankfurt zusammen und interpretierte fünf seiner Stücke als Tänzer.

Etliche Choreographen entwickelten Rollen für ihn, darunter Christian Spuck, Haus-Choreograph des Stuttgarter Balletts. Spuck schuf die Rollen des Schigolch in Lulu und die Rolle des Malers in …la peau blanche… für ihn. Gauthier tanzte in elf Weltpremieren von Spuck. Ferner schufen Mauro Bigonzetti, Itzik Galili, Kevin O’Day, Marguerite Donlon, Daniela Kurz, Dominique Dumais, Nicolo Fonte, Matjash Mrozewski, Douglas Lee, Marc Spradling, James Sutherland, Pascal Touzeau und Trey McIntyre Rollen für Eric Gauthier.

Sein Debüt als Choreograph hatte Gauthier 2005 im Programm Junge Choreographen[1] der Noverre-Gesellschaft. 2006 wurde er erneut eingeladen. Mit Ballet 101 gewann er sowohl den Publikumspreis als auch den Preis der Kritik beim 21. Internationalen Wettbewerb für Choreographen der Ballettgesellschaft Hannover.[2] Für die Noverre-Gesellschaft schuf Gauthier 2007 die Choreographie Air Guitar.

Im September 2007 tanzte Eric Gauthier mit Egon Madsen in Christian Spucks Don Q. Don Q. gastierte anschließend in Österreich, Italien, Spanien, Luxemburg und vielen deutschen Städten.

Seit 2007 leitet er am Theaterhaus Stuttgart die Gauthier Dance-Compagnie, die 2008 ihre Premiere mit Six Pack hatte. Es folgten bis 2012 High Five, Four Play, M.M. & More, Out of the Box I und II, POPPEA//POPPEA und Lucky Seven. Mauro Bigonzetti, Alejandro Cerrudo, William Forsythe, Itzik Galili, Jiří Kylián, Paul Lightfoot, Sol León, Hans van Manen, Christian Spuck und Philip Taylor stellten Werke für die Compagnie zur Verfügung oder schufen eigens für sie Stücke. 2011 wurde Eric Gauthier mit dem deutschen Tanzpreis Zukunft für Choreographie ausgezeichnet.

2014 brachte er mit Alice seine bis dahin größte Produktion auf die Bühne des Theaterhauses: Ein abendfüllendes Handlungsballett, choreografiert von Mauro Bigonzetti. Bigonzetti illustriert darin die Geschichten Alice im Wunderland und Alice hinter den Spiegeln von Lewis Carroll. Für die Musik engagierte Bigonzetti das süditalienische Trio Assurd zusammen mit Antongiulio Galeandro und Enza Pagliara. Deren Rhythmen und Gesänge, vorgetragen in süditalienischen Dialekten und mitunter in Spanisch, unterstützen die Tänze der zauberhaften Figuren aus Carrolls Geschichten.[3]

Für sein soziales Engagement, mit dem er unter anderem seine Tanzkunst zu Menschen bringt, die ihn nicht im Theater besuchen können, wurde er im April 2015 mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.[4]

Gauthier & Band[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben seiner Arbeit als Choreograph ist Eric Gauthier auch als Musiker auf der Bühne zu erleben. Als Gauthier & Band präsentiert er mit seinen Band-Kollegen Songs, die vom britischen Gitarrenpop beeinflusst sind. Als musikalisches Vorbild nannte er in einem Interview Ryan Adams.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Junge Choreografen 2013, Ballett Stuttgart, abgerufen am 10. Juni 2012
  2. 21. Internationaler Wettbewerb für Choreographen@1@2Vorlage:Toter Link/www.ballettgesellschaft.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Ballettgesellschaft Hannover, abgerufen am 10. Juni 2012
  3. Gabriele Metsker: Ein Teil von ihr bleibt im Wunderland, Stuttgarter Zeitung, 26. Juni 2014, abgerufen am 6. Juli 2014
  4. Kretschmann verleiht Verdienstorden, Pressemitteilung des Staatsministeriums Stuttgart vom 25. April 2015, abgerufen am 26. April 2015
  5. Eric Gauthier & Band, Jubiläumskonzert zum zehnjährigen Bestehen stuttgarter-nachrichten.de im Juli 2011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]