Ernst Ludwig von Pfuhl

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Ernst Ludwig von Pfuhl

Ernst Ludwig von Pfuhl (Pfuel) (* 8. Dezember 1716 auf Gut Plagow, Neumark; † 5. Mai 1798) war ein königlich-preußischer General der Infanterie, Gouverneur der Zitadelle Spandau, Amtshauptmann von Potsdam, sowie Generalinspekteur der brandenburgischen Infanterie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfuhl stammte aus dem alten in Jahnsfelde in der Märkischen Schweiz ansässigen Adelsgeschlecht von Pfuel. Er war Sohn des Friedrich Wilhelm von Pfuhl (* 16. August 1690; † 14. Oktober 1756), Hauptmann eines königlich-preußischen Regiments, und dessen Ehefrau Dorothee Hedwig Scultetus von Unfried. Der preußische Generalmajor Franz Wilhelm von Pfuel war sein Bruder.

Die Eltern zogen bald nach seiner Geburt nach Pommern, und vertrauten einem Herrn von Weyher, der mit ihnen verwandt war, die Erziehung ihres Sohnes an. Pfuel wurde Kadett und diente sehr bald als Freikorporal im Regiment des Fürsten Dietrich von Anhalt-Dessau. In seinen jungen Jahren diente Pfuel im schlesischen Krieg und im Siebenjährigen Krieg (1756–1763). Mehrfach verwundet, zeichnete er sich durch Tapferkeit aus und erhielt 1758 eine eigene Kompanie. 1760, als Pfuel unter schwierigen Umständen ein von ihm kommandiertes Bataillon, welches zwischen Töpliwoda und Neiße von einer überlegenen Truppe während des Marsches angegriffen wurde, erfolgreich zur Festung zurückgeführt hatte, ernannte Friedrich II. ihn zum Major und verlieh ihm den Orden Pour le Mérite.

Der König zog Pfuhl nun häufig in seine Gesellschaft, besonders nachdem dieser sich im Bayerischen Erbfolgekrieg an der Spitze einer Brigade der Armee des Prinzen Heinrich beim Rückzug aus Böhmen durch ein erfolgreiches Nachhutgefecht von neuem bewährt hatte. Am 17. Juni 1779 wurde er zum Generalmajor befördert.

Nach Friedensschluss wurde Pfuhl kommandierender General des in Berlin garnisonierenden Füsilier-Regiments No. 46, 1784 Gouverneur von Spandau und bald darauf Inspekteur der märkischen Infanterie. Seit dem 31. März 1783 war er Amtshauptmann von Potsdam. „Jetzt stände er unter Pfuhl’s Jurisdiction“, äußerte Friedrich, „denn er selbst sei nur Einwohner von Potsdam“.

Pfuhl wurde ein enger Vertrauter des Königs und im März 1786 zum Generalleutnant ernannt. Friedrich II. ließ ihn während seiner letzten Krankheit oft nach Potsdam kommen, und unterredete sich wie ein Freund mit ihm. Friedrich II. schreibt 1786 in einem Brief an Pfuhl:

„Mein lieber Obrister von Pfuhl. Glaubt nicht, daß, weil ich weit von euch entfernt bin, ich nicht an euch denke. Da man mir geschrieben, daß in dem Stifte Münster-Eyffel eine Stelle vacant sei, so gebe ich euch dieselbe, um euch zu zeigen, daß ich bin euer wohl affectionirter König Friedrich.“

Am 28. Mai 1786 übersandte Friedrich II.meinem lieben und ehrlichen Pfuhl“ den schwarzen Adlerorden und ließ diesen noch häufig nach Potsdam kommen. 1794 zum General der Infanterie ernannt, starb Pfuhl am 5. März 1798.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfuhl war Träger des Pour le Mérite (1760) und letzter durch Friedrich den Großen ausgezeichnete Ordensritter im Schwarzen Adlerorden (28. Mai 1786).[1]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er hatte 1764 in Minden geheiratet. Seine Frau war Anna Katharina Margarethe von Pott (* 1739; † 29. Januar 1803). Das Paar hatte folgende Kinder:

  • Karl August Wilhelm
  • August Christoph Adolf (* 17. April 1768), Kämmerer u. Oberförster bei Trier
  • Christoph Ludwig (* 1770; † 26. Mai 1813), Als Major Kommandeur des Füsilierbataillons des 1. Westpreußischen Infanterie-Regiments (Nr.7) bei Groß-Görschen verwundet und später seiner Verletzungen erlegen
  • Leopoldine Christiane Henriette ⚭ 1794 Friedrich Wilhelm August von Glaubitz auf Kostlitz

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Generale der chur-brandenburgischen und königlich preussischen Armee S.353