Ernst Renz

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Ernst Renz und sein folgsamster Zögling Danielo. in Die Gartenlaube 1866
Deutsche Sonderbriefmarke von 1992 zum 100. Todestag von Ernst Jakob Renz

Ernst Jakob Renz (* 18. Mai 1815 in Böckingen bei Heilbronn; † 3. April 1892 in Berlin) war ein deutscher Zirkusdirektor und Artist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renz wurde als Sohn eines Seiltänzers geboren und selbst zum Seiltänzer ausgebildet, wandte sich später jedoch der Pferdedressur zu. Er war Mitglied im Wiener Circus de Bach und reiste mehrere Jahre mit dem Zirkus Brilloff durch Deutschland.

1842 machte er sich mit seinem Circus Olympic selbstständig. 1846 kam er mit seinem Zirkus auf Gastspielreise nach Berlin. 1850 benannte er sein Unternehmen in Circus Renz um und führte die Parforcereiterei ein. Sein Zirkus nutzte einen provisorischen Bau an der Charlottenstraße in der Berliner Friedrichstadt, bis dort 1852 ein Theaterneubau errichtet wurde. Im gleichen Jahr setzte Renz sich im „Zirkuskrieg“ gegen seinen Konkurrenten Dejean durch; sein Unternehmen wurde zum bekanntesten Zirkus Europas dieser Zeit. Er besaß feste Zirkusbauten in Berlin, Wien, Hamburg und Breslau. Renz bereiste auf Gastspielreisen bis in die 1880er Jahre auch andere Städte.

Da er 1879 seinen damaligen Berliner Standort wegen des Baus des Bahnhofs Friedrichstraße aufgeben musste, übernahm er am 20. April die nahe gelegene, bereits seit 1873 als Zirkus genutzte ehemalige Markthalle in der Friedrichs-Wilhelm-Stadt (Markthallenstraße, seit 1891 Am Zirkus 1), deren Zuschauerraum er 1888 auf 5.600 Plätze erweitern ließ. An diesem Standort existierte der Zirkus Renz bis 1897.

Neben Pferdedressur sowie Kunst- und Schulreiten führte er Zirkus-Pantomimen sowie riesige Ausstattungsstücke mit bis zu mehreren hundert Mitwirkenden in der Arena auf. Unter anderem zählte der Clown Carl Godlewski zu den Stars des Zirkus Renz.

Grabstätte Renz

Ernst Renz wurde zum königlichen Kommissionsrat ernannt. Er wohnte in Berlin im Haus Markgrafenstraße 11. Sein Grab befindet sich auf dem evangelischen Dorotheenstädtischen Friedhof II an der Liesenstraße im Feld M, G4; es ist ein Ehrengrab des Landes Berlin.[1]

Im Jahr 1993 wurde in der Wiener Leopoldstadt (2. Bezirk) die Ernst-Renz-Gasse nach dem Zirkusdirektor benannt, 1862 die Zirkusgasse nach seinem Unternehmen.

Ernst-Renz-Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1955 vergibt die Gesellschaft der Circusfreunde in Deutschland in unregelmäßigen Abständen die Ernst-Renz-Plakette (1955: Ernst-Renz-Gedächtnis-Plakette), seit 2010 Ernst-Renz-Preis.

Bisher wurden mit dem Preis geehrt:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Der Napoleon der Kunstreiter – mit Illustration, in Die Gartenlaube (1866), Heft 18, S. 276–278

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ernst Renz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abfrage der Ehrengrabstätten. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Berlin.de. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, archiviert vom Original am 6. Mai 2014; abgerufen am 17. April 2012. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadtentwicklung.berlin.de