Bernhard Paul

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Bernhard Paul (r.) und David Larible (Wien 2009)

Bernhard Paul (* 20. Mai 1947 in Lilienfeld, Österreich) ist ein österreichischer Zirkusdirektor, Regisseur, Clown und Mitbegründer des Circus Roncalli. Bernhard Paul ist ein Urenkel von Josef Weyl (Textdichter von Johann Strauss; u. a. „Donauwalzer“, „Wein, Weib und Gesang“).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernhard Paul als „Zippo“ (1984)

Bernhard Paul wurde als Sohn einer Handwerkerfamilie geboren und wuchs in Wilhelmsburg in Niederösterreich auf. Nach Volks- und Hauptschule lag wegen eines kinderlosen Onkels eine Hoch- und Tiefbau-Ausbildung an einer HTBLuVA nahe. Da seine Begabungen nicht in diesem Fach lagen, wechselte er auf die Höhere Graphische Bundes- Lehr- und Versuchsanstalt (auch bekannt als "Graphische") in Wien (Studienkollegen: Freund Manfred Deix, Gottfried Helnwein). Er war Art Director des österreichischen Nachrichtenmagazins profil und arbeitete danach bei einer internationalen Werbeagentur.

Paul, der bereits als kleiner Junge zum Zirkus wollte, verwirklichte 1976 seinen Traum und gründete gemeinsam mit André Heller den Circus Roncalli, dessen alleiniger Inhaber er ist (Heller schied aus dem Projekt bald wieder aus). Dort sah man ihn auch oft in der Manege als Dummen August „Zippo“. Die technische Basis des Zirkus befindet sich in Köln.

Seit 1990 ist er mit der Artistin Eliana Larible verheiratet, die aus einer alten italienischen Zirkusdynastie stammt. Mit ihr zusammen hat er drei Kinder. Elianas Bruder David Larible tritt immer wieder im Circus Roncalli auf.

Bernhard Paul ist leidenschaftlicher Sammler (siehe unten). Er besitzt heute in Hallen in Köln unter anderem eine der größten Sammlungen von Zirkusgegenständen in Europa. Dazu zählen viele alte Kostüme, Tausende von Büchern über den Zirkus, Plakate und viele andere originale Exponate. Weiter sammelt er Möbel und Einrichtungsgegenstände historischer Gaststätten und Kaffeehäuser.

Paul wohnt, soweit er mit seiner Familie nicht im Zirkuswagen unterwegs ist, in Köln, auf Mallorca und in Wien (hier in einem der Wienzeilenhäuser von Otto Wagner beim Naschmarkt).

Bernhard Paul war in der ersten Staffel der Fernsehsendung Die große Chance einer der Juroren.

Paul war seit den 1970er-Jahren Mitglied von Scientology,[1][2] mittlerweile distanziert er sich davon.[2]

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnhaus, Lagerstätte und Winterquartier in Köln-Mülheim (2009)
  • seit 1975: Clown mit diversen Partnern
  • Gründung des Wintergarten-Varieté Berlin (mit André Heller) 1992
  • Wiener Stadthalle: Circusshow „Artisten, Tiere und Attraktionen“ (Programm u. Regie)
  • Freie Volksbühne Berlin: Clowns I (Zweistundenprogramm)
  • Alte Oper Frankfurt: Varieté Roncalli
  • Ronacher Wien: Clowns II (Zweistundenprogramm)
  • Programm- und Regiearbeiten für die beiden Varietés „Friedrichsbau“ in Stuttgart und Wintergarten in Berlin
  • Oper Frankfurt: „Sommernachtstraum“
  • Gründung und alleiniger Betreiber von Roncalli’s Apollo Varieté in Düsseldorf (erster Neubau eines Varietétheaters nach dem Zweiten Weltkrieg)
  • „Die Zauberflöte“ Mozarts Oper (Co-Regie in Zusammenarbeit mit George Tabori)
  • 1998 Mitwirkung am Projekt „Les Beaux Arts“ Bronzeflacon von verschiedenen Künstlern kreiiert: Bruno Bruni, Salvatore Dali, Paul Wunderlich, Paul Fuchs, Ellen Jones, Bernhard Paul
  • 1999 Intendant der Oberhausener Landesgartenschau 1999 (kurz OLGA)
  • Inszenierung von „Classic meets Circus“, einer neuartigen Veranstaltungsreihe im Konzerthaus Dortmund, im Gasteig München sowie auf Tournee durch die führenden Konzerthäuser in Deutschland
  • „Sterne des Varietes“, Weltstadtvarieté in Kooperation mit dem Tigerplast im Kurhaus Wiesbaden
  • „Höhner Rock’n Roncalli Show“ seit 2000 in Köln und auf Tournee
  • „Roncalli & The Kelly Family“
  • „Panem & Circenses“ – Deutschlands erstes Dinner Spektakel im Spiegelzelt (1990 bis 1992) und wieder ab 2000
  • „Roncalli’s Weihnachtscircus“ im Tempodrom Berlin
  • seit 2000 Historischer Weihnachtsmarkt auf dem Rathausmarkt in Hamburg
  • Hallenshow 2005 zum Auftakt des Jubiläumsjahres in der Kölnarena

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Größte Circus- und Varieté-Sammlung Europas
  • Plakatsammlung mit mehr als 10.000 Lithos
  • Einzigartige Sammlung von Alltagskultur der Jahrhundertwende
  • 40 komplette Kaufmannsläden mit Waren und Fassaden (vom Tante-Emma-Laden bis zum Friseur)
  • alte Schaustellergeschäfte vom Karussell bis zur Schiffsschaukel
  • alte Kutschen, Verkaufswagen und vieles mehr

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Träume eines Clowns - Circusdirektor Bernhard Paul. Dokumentarfilm, Österreich, 2009, 41:10 Min., Buch und Regie: Ernst A. Grandits, Produktion: ORF, 3sat, Sendung: 25. Dezember 2009 bei 3sat, Inhaltsangabe von ARD.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bernhard Paul – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel in Der Spiegel, 12/1990
  2. a b [1] Liane v. Billerbeck: Scientology: Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will bei Google Books