Ernst der Eiserne

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Ernst der Eiserne mit seinen Söhnen

Ernst I., genannt Ernst der Eiserne (* um 1377 in Bruck an der Mur; † 10. Juni 1424 ebenda) aus der Famllie der Herzöge von Österreich aus dem Haus der Habsburger war Herzog von Steier(mark), Kärnten und Krain.

Herkunft, Ehen und Kinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herzog Ernst von Österreich war einer der jüngeren Söhne des Herzogs Leopold III. von Österreich (1351–1386) aus dessen Ehe mit Viridis Visconti, einer Tochter von Bernabò Visconti, dem Stadtherrn von Mailand und dessen Ehefrau Beatrice della Scala.

Herzog Ernst war zweimal verheiratet. Am 14. Januar 1392 wurde in Bruck an der Mur seine erste Ehe mit Margarethe (1366–1407), einer Tochter von Herzog Bogislaw V. von Pommern aus dessen Ehe mit Adelheid von Braunschweig-Grubenhagen geschlossen. Margarethes ältere Halbschwester Elisabeth (* um 1345; † 1393) war die vierte Ehefrau von Kaiser Karl IV. und Mutter des späteren Kaisers Siegmund, der nach dem Tod Margarethes aufgrund der Verwandtschaft, wenn gleich ohne tatsächlichen Rechtsanspruch, wiederholt die Rückerstattung ihrer Mitgift an seine Person einforderte[1]. Die erste Ehe von Herzog Ernst blieb kinderlos[2].

In zweiter Ehe heiratete er 1412 in Bruck an der Mur Cymburgis von Masowien (auch Cimburka, Zimburg oder Zimburgis) von Masowien (1394–1429), eine Nichte des polnischen Königs Władysław II. Jagiełło und Tochter des Herzog Ziemowit IV. von Masowien aus dessen Ehe mit Großfürstin Alexandra von Litauen. Aus der zweiten Ehe von Herzog Ernst gingen neun Kinder hervor:

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst stand nach dem Tod seines bei Sempach 1386 gefallenen Vaters Leopold III. des Gerechten unter der Vormundschaft Albrechts mit dem Zopf. 1401 begleitete er den deutschen König Ruprecht auf dessen Zug nach Italien gegen die Mailänder Visconti. Bei der Teilung 1406 (nach dem Tod des ältesten Bruders Wilhelm) erhielt Ernst die Steiermark, Kärnten und Krain und führte mit seinem Bruder Leopold dem Dicken die Vormundschaft über den unmündigen Albrecht V., den späteren römisch-deutschen König Albrecht II., infolgedessen 1407 ein Bürgerkrieg ausbrach, der erst im Mai 1409 beigelegt wurde. Am 18. März 1414 ließ er sich als letzter Herzog von Kärnten nach alter Tradition auf dem Fürstenstein in Karnburg in slowenischer Sprache (historisch „windisch“) einsetzen und nannte sich von diesem Zeitpunkt an Erzherzog. Er ist der erste Habsburger, der diesen von Rudolf dem Stifter erfundenen Titel tatsächlich geführt hat. Er wurde 1414 in Jerusalem zum Grabesritter geschlagen.

Er gehörte zu den Gegner von König Siegmund. Als sein jüngster Bruder Friedrich, der mit der leeren Tasche von König Sigismund 1417 in die Acht erklärt worden war, versuchte Ernst zunächst, sich selbst der Gebiete Friedrichs zu bemächtigen, glich sich dann aber mit seinem Bruder aus und verteidigte namentlich Tirol gegen die Ansprüche des Königs und nötigte diesen durch seine drohende Haltung zum Verzicht auf die meisten seiner Forderungen. Als Regent Innerösterreichs handhabte er mit Festigkeit seine landesfürstlichen Rechte, und als Glied der leopoldinisch-innerösterreichischen Linie, die in seinem Erstgeborenen, Friedrich V., später III. als Kaiser, die beiden anderen, die albertinisch-österreichische Linie und die Tiroler Nebenlinie, überdauerte, beerbte er das Haus Habsburg.

Er starb 1424 in Bruck an der Mur. Sein Grabmal befindet sich im Zisterzienserstift Rein nahe Graz. Der Beiname der Eiserne wurde erst nach seinem Tod gebräuchlich.

Abbildung Herzog Ernsts auf seiner Grabplatte

Siehe auch: Liste der Markgrafen und Herzöge von Österreich im Mittelalter

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lexikonartikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sekundärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eva Bruckner: Formen der Herrschaftsrepräsentation und Selbstdarstellung habsburgischer Fürsten im Spätmittelalter, phil. Dissertation, Wien, 2009, S. 178-198
  • Monika Schellmann: Zur Geschichte von Herzog Ernst des Eisernen (1386/1402-1424). Dissertation (ungedruckt), Universität Wien, 1966.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ernst der Eiserne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Monika Schellmann: Zur Geschichte von Herzog Ernst des Eisernen (1386/1402-1424), S. 241f.
  2. Nicht restlos geklärt ist, ob die Ehe tatsächlich kinderlos war oder keines der Kinder dieser Ehe überlebt hat, vgl. Monika Schellmann: Zur Geschichte von Herzog Ernst des Eisernen (1386/1402-1424), S. 245
Vorgänger Amt Nachfolger
Wilhelm Herzog von Steier(mark)
1406–1424
Friedrich V. (1424–ca. 1436 als Regent: Friedrich IV.)
Wilhelm Herzog von Kärnten Friedrich V. (1424–ca. 1436 als Regent: Friedrich IV.)