Friedrich IV. (Tirol)

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Herzog Friedrich IV. von Tirol

Friedrich IV. mit der leeren Tasche (* 1382; † 24. Juni 1439 in Innsbruck, Tirol) war Sohn von Herzog Leopold III. dem Gerechten und der Mailänder Herzogstochter Viridis Visconti. Ab dem Jahre 1402 verwaltete er als Titularherzog von Österreich die österreichischen Vorlande und war ab 1406 auch Graf von Tirol und damit Regent in Oberösterreich.

Er begründete eine kurzlebige (Ältere) Tiroler Linie der Habsburger. Sein populärer Beiname, der ursprünglich als Spottname entstanden sein soll, sowie die zahlreichen Legenden und Sagen rund um seine Persönlichkeit und sein Leben machen Friedrich zu einer der bekanntesten Figuren des Mittelalters in Tirol.

Wahlspruch:

Über einem auf einem Altar lodernden Feuer die Devise: Quiescit in sublimi.[1]

Siegel (ab 1406):

Drei Halbrundschilde (Österreich, Steiermark, Tirol) im Dreipass einander zugeordnet; Umschrift zwischen geperlten Leisten: + Fridericvs . d(ei) . gracia . dvx . Avstrie . et(ceter)a, in gotischen Minuskeln.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugendjahre und erste Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich, jüngster Sohn Leopolds III., und seine älteren Brüder Wilhelm, Leopold IV. und Ernst I. (Leopoldinische Linie der Habsburger) akzeptierten nach dem Tod ihres Vaters in der Schlacht bei Sempach im Jahr 1386 die Vormundschaft des Onkels Albrecht (Albert) III. Nach dessen Tod 1395 übernahmen sie gemeinsam mit ihrem Cousin Albrecht IV., der die Albertinische Linie der Habsburger weiterführte, die Herrschaft. Nach dem Vertrag von Hollenburg war Wilhelm Herzog in Innerösterreich (Steiermark, Kärnten, Krain und die Litorale) geworden. Leopold wurde Graf in Tirol und mit Erreichen des Mannesalters Friedrich 1402 mit der Regentschaft der habsburgischen Besitzungen in Vorderösterreich beauftragt. Dieser zog daraufhin nach Freiburg.

Wilhelm starb im Jahre 1406. Leopold übernahm die herzögliche Regentschaft in Wien für seinen noch minderjährigen Neffen Albrecht V. (Albrecht IV. war schon 1404 verstorben). Ernst, der mit König Ruprecht auf Feldzug in Italien gewesen war, übernahm Innerösterreich und Friedrich mit 24 Jahren zusätzlich die Grafschaft Tirol. – Seither spricht man von Oberösterreich für die gemeinsame Herrschaft Tirol, Vorarlberg und Vorderösterreich bis 1665.

Friedrich heiratete 1406 in Innsbruck die Prinzessin Elisabeth von der Pfalz[3] (1381–1408), Tochter des römischen Königs Ruprecht von der Pfalz. Sie gebar ihm eine Tochter, die bald starb, und starb auch selbst nach dreijähriger Ehe.

Krieg gegen die Appenzeller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seiner Regentschaft kam es zu außenpolitischen Konflikten mit den Appenzellern, seine Brüder beauftragten ihn mit einem Feldzug gegen diese (Appenzellerkriege). Er bot in Vorderösterreich eine starke ritterliche Streitmacht auf und sammelte sie in Arbon und Rheineck. Sie bestand vor allem aus Angehörigen des schwäbischen Adels sowie Kontingenten der habsburgischen Landstädte und der verbündeten Reichsstädte. Organisatorischer Mittelpunkt war die habsburgische Stadt Schaffhausen, wichtigster städtischer Verbündeter des Herzogs wurde die Stadt Konstanz. Das militärische Unternehmen endete mit einer Niederlage des Heeres Friedrichs in der Schlacht am Stoss in der Nähe von Gais am 17. Juni 1405. Die Erfolge der Appenzeller führten unter schwyzerischer Anleitung zur Gründung des Bundes ob dem See und zu erfolgreichen Einfällen in das Tiroler Oberinntal. Während zwei Jahren verbreiteten die Appenzeller Schrecken bei den Fürsten und Begeisterung und Freiheitshoffnungen bei den Bauern und Landleuten. Am 13. Januar 1408 erlitten sie jedoch bei Bregenz eine Niederlage gegen ein Heer des schwäbischen Ritterbundes Sankt Jörgenschild und der Bischöfe von Augsburg und Konstanz, wodurch sie ihren Ruf der Unbesiegbarkeit einbüßten. Die Appenzeller mussten sich in ihr Stammland zurückziehen. Der Bund ob dem See brach zusammen und wurde von König Ruprecht im Konstanzer Schiedsspruch vom 4. April 1408 aufgelöst. Dabei bestätigte er auch die Forderungen des Abts von St. Gallen gegen die Appenzeller. 1410 kam schließlich ein Friedensschluss zustande.

Adelsopposition und Revolution in Trient[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesen Jahren hatte Friedrich zusätzlich im Landesinneren gegen diverse Oppositionen des Adels (Elefantenbund im Jahr 1406, Falkenbund 1407) und revolutionäre Ideen im Süden (Trient) zu kämpfen. Von seinen politischen Gegnern erhielt er den Spottnamen mit der leeren Tasche, welcher ihn in der Folge populär machen sollte. 1407 kam es in Trient zu einer Revolution. Adelige und Bürger der Stadt erhoben sich unter der Führung von Rodolfo Belenzani gegen den Bischof Georg von Lichtenstein (1390–1419). Gleichzeitig kam es zu Bauernaufständen am Nonsberg und in anderen Teilen des Trentino, so dass sich Herzog Friedrich zum Eingreifen veranlasst sah, sich gegen den Bischof wandte und ihn aus Trient vertrieb.

Rottenburger Fehde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1410 hatte Herzog Friedrich schwierige Auseinandersetzungen mit Heinrich VI. von Rottenburg zu überstehen, der die Bayern unter Herzog Stephan III. von Bayern-Ingolstadt ins Land holte. Es fanden Kämpfe gegen die bayerischen Truppen im Unterinntal statt, wo der Vormarsch erst vor Hall gestoppt werden konnte. Nach einem Waffenstillstand belagerte Friedrich die zahlreichen Burgen des Heinrich von Rottenburg, u. a. Schloss Caldiff, Schloss Enn, die Leuchtenburg und die Laimburg. Auch gegen die mit Heinrich von Rottenburg verbündeten Adeligen ging der Herzog vor und belagerte etwa die von den Herren von Schlandersberg gehaltene Altenburg. Schließlich gelang die Verhaftung des Rottenburgers. Herzog Friedrich kerkerte ihn in der zweiten Jahreshälfte 1410 in Innsbruck ein, wo ihm der Prozess wegen Hochverrats gemacht werden sollte. Heinrich von Rottenburg wurde nach der Stellung von Bürgen für einen kurzen Zeitraum aus der Haft entlassen, um die Übergabe seiner noch immer von den Bayern besetzten Burgen im Unterinntal zu erreichen. Danach kehrte er wieder in die Haft zurück. Nach seiner Freilassung im Frühjahr 1411 starb Heinrich von Rottenburg in Kaltern. Herzog Friedrich zog den größten Teil seiner Besitzungen zugunsten der landesfürstlichen Kammer ein. Die Rottenburger Fehde stellte für den jungen Herzog eine ernste politische Gefahr dar, aus der er jedoch mit einer gestärkten Position hervorging und durch die Einziehung der Rottenburger Güter auch seine finanzielle Lage deutlich verbesserte.[4]

Gebietserweiterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1410 heiratete Friedrich in zweiter Ehe in Innsbruck die Prinzessin Anna von Braunschweig-Göttingen (1390–1432), Tochter des Herzogs Friedrich I. (Braunschweig-Wolfenbüttel). Von ihren vier gemeinsamen Kindern erreichte nur eines, Sigismund, geboren 1427, das Erwachsenenalter.

1411 starb auch sein zweiter Bruder, Leopold, Regent in Wien. Albrecht V., ihr gemeinsamer Neffe und erbberechtigter Herzog von Österreich, war die letzten Jahre unter Obhut von Ernst in Innerösterreich gewesen, nun, mit 1411, trat er sein Erbe an. Albrecht, Schwiegersohn Kaiser Sigismunds, richtete seine Aufmerksamkeit Richtung Böhmen, wo Sigismund in die Hussitenkämpfe verstrickt war. Ernst und Friedrich teilten die leopoldinischen Besitzungen unter sich, Ernst blieb bei Steiermark, Kärnten, Krain, Friedrich nahm zu Tirol und Vorderösterreich das Elsass und die Markgrafschaft Burgau in Schwaben.

Auch hatte Friedrich schon 1408, als der letzte der Laufenburger Linie, Johann von Habsburg, gestorben war, die Grafschaft Laufenburg in Besitz – die Besitzungen der Kyburger Linie waren durchwegs verlorengegangen, aber der Titel des Grafen von Kyburg ging, als diese 1417 im Mannesstamm erloschen, an Friedrich.[5]

Militärische Unternehmungen Friedrichs im Süden gegen Venedig führten 1413 zur Eroberung der Valsugana und zur Besetzung verschiedener Befestigungen, darunter auch Castel Telvana. Trotzdem mussten in der Folge Rovereto und Burgen in der Vallagarina (Lagertal) an die Republik Venedig abgetreten werden.

Das Konzil von Konstanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Bündnis mit dem zum Konzil von Konstanz reisenden Gegenpapst Johannes XXIII. im Jahre 1415 trug Herzog Friedrich zunächst den Titel eines Generalkapitäns der römischen Kirche ein, brachte ihn aber auch arg in Bedrängnis. Durch die Unterstützung, die er Papst Johannes bei dessen Flucht vom Konzil von Konstanz zuteilwerden ließ, wurde er von Kaiser Sigismund geächtet, was den Verlust einiger Gebiete der österreichischen Vorlande (Berner Aargau, die Freien Ämter, die Grafschaft Baden sowie das Kelleramt) an die Eidgenossen zur Folge hatte. Die Konstanzer Kirchenversammlung stellte für Herzog Friedrich eine insgesamt sehr schwierige politische und persönliche Krise dar.

Die Adelsrevolten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Bruder Ernst entwickelte Ansprüche gegen das Tirol seines jüngeren Bruders, verglich sich aber dann mit ihm und leistete als berühmter Streiter an Sigismunds Seite – 1414 in Jerusalem zum Grabesritter geschlagen – Beistand gegen das Reich. Auch mit Hilfe der Bauern konnte sich Friedrich gegen den Kaiser, die Nachbarn Tirols und seine innenpolitischen Gegner, gegen die er seit 1418 verstärkt militärisch vorging, behaupten. Im Gegenzug wurde die Funktion der Gerichte in der Landesverfassung Tirols festgehalten. Der Herrschaftssitz wurde während der Regentschaft Friedrichs 1420 von Meran nach Innsbruck verlegt.

Von 1423 bis 1427 erreichte der Kampf Friedrichs gegen den oppositionellen Tiroler Adel einen letzten Höhepunkt. Ziel der militärischen Aktionen der herzoglichen Truppen waren die Burgen der Familie von Starkenberg, darunter Greifenstein und Schenna.

Die späten Regierungsjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stiftskirche Stams, Grabstätte Friedrichs IV. im Boden des Mittelschiffs (hinter dem Pult)

Friedrich übernahm nach dem Tod seines Bruders Ernst, am 10. Juni 1424, die Vormundschaft über dessen Söhne Friedrich und Albrecht bis zum Jahre 1436, als sie aus der Vormundschaft entlassen wurden.

Ab dem Jahre 1425 war Friedrichs Stellung gefestigt und das Land erlebte durch Silberfunde in Schwaz und Gossensaß einen starken Aufschwung.

Der seit 1423 in Trient regierende neue Fürstbischof Alexander von Masowien (1423–1444) betrieb zunächst eine Politik der Lösung von Tirol und versuchte eine Annäherung an Mailand und Venedig. Die Herrschaft des polnischen Fürsten führte allerdings zu Unruhen unter seinen Untertanen und 1435 schließlich zu einem neuerlichen blutigen Aufstand in Trient, den Friedrich für eine zweite Besetzung der Stadt durch Tiroler Truppen nützte.

Friedrich mit der leeren Tasche starb am 24. Juni 1439 in Innsbruck – keineswegs verarmt, sondern als reicher Mann,[6] sein Sohn Siegmund wurde der Münzreiche genannt. Friedrich wurde im Kloster Stams beigesetzt, wo neben seiner Grabstätte auch eine Statue im so genannten „Österreichischen Grab“ an ihn erinnert.

Genealogie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Albrecht (1255–1308), Römischer König, Herzog von Österreich und der Steiermark
Haus Habsburg
 
 
 
 
 
 
 
Albrecht der Weise/Lahme (1298–1358), Herzog von Österreich
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Elisabeth von Kärnten (um 1262–1313), Geschlecht der Meinhardiner
 
 
 
 
 
 
 
Leopold der Gerechte (1351–1386), Herzog von Österreich, dann Herzog von Innerösterreich
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ulrich II. (1281–1324), Graf von Pfirt
Haus Scarponnois
 
 
 
 
 
 
 
Johanna von Pfirt (1300–1351)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johanna von Mömpelgard (1284–1349)
Haus der Kapetinger
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich mit der leeren Tasche (1382–1439), Herzog in Oberösterreich
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Stefano Visconti († 1327), Herr von Mailand
Familie Visconti
 
 
 
 
 
 
 
Bernabò Visconti (1323–1385), Herr von Mailand
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Valentina Doria
 
 
 
 
 
 
 
Viridis Visconti (1350–1414)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mastino II. della Scala (1308–1351), Herr von Verona
Familie der Scaliger
 
 
 
 
 
 
 
Beatrice della Scala († 1384)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Taddea von Carrara
 
 
 
 
 
 

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus erster Ehe 1406 mit Elisabeth von der Pfalz, Tochter des Kurfürsten und römischen Königs Ruprecht III. von der Pfalz und seiner Ehefrau Burggräfin Elisabeth von Hohenzollern-Nürnberg, Tochter des Burggrafen Friedrich V.:

  1. Elisabeth (*/† 1408)

Aus zweiter Ehe 1410 mit Anna von Braunschweig, Tochter des Herzogs Friedrich I. aus dem Haus der Welfen und dessen Ehefrau Prinzessin Anna von Sachsen-Wittenberg aus dem Haus der Askanier:

  1. Margarethe (1423 – 9. Juni 1424)
  2. Hedwig (1424 – 21. Februar 1427 oder 1432 [7])
  3. Wolfgang (* / † 16. Februar 1426)
  4. Sigmund der Münzreiche (1427 – 1496), (Erz-)Herzog von Österreich, gefürsteter Graf von Tirol etc.

Mit Siegmund, der ohne Nachkommen stirbt, endet die Tiroler Nebenlinie der Habsburgischen Leopoldiner.

Friedrich / Friedel mit der leeren Tasche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den zeitgenössischen Texten, Urkunden und erzählenden Quellen wurde Friedrich IV. in der Regel mit dem Beinamen "Senior", den er auch selbst verwendet hat, vorgestellt, um ihn von seinem gleichnamigen Neffen, dem späteren Kaiser Friedrich III. zu unterscheiden. In der Chronikliteratur wurde er bis zu Beginn des 17. Jahrhunderts als "Friedrich der Ältere" tituliert.[8]

Wie bei vielen historischen Herrscherinnen und Herrschern des Spätmittelalters ist auch bei Friedrich IV. nicht wirklich nachgewiesen, wie sein Beiname "mit der leeren Tasche" tatsächlich entstanden ist und worauf er sich eigentlich bezieht. Dass es sich um einen zeitgenössischen Spottnamen handelt, der sich auf entweder auf eine Auseinandersetzung mit Adeligen, z. B. die Rottenburger Fehde, oder das Konzil von Konstanz bezieht, wäre zwar vorstellbar, lässt sich aber nicht belegen. Gerade der Umstand, dass der Beiname weder bei Ulrich von Richental noch bei Eberhard Windeck, den beiden bekanntesten zeitgenössischen Konzilchronisten, überliefert wird, bei denen der Herzog sehr schlecht wegkommt, legt nahe, dass der Beiname ursprünglich nichts mit dem Konzil von Konstanz zu tun hatte.

Der Beiname "mit der leeren Tasche" ist erstmals in der "Topographie Österreichs" des Wiener Humanisten Johannes Cuspinian überliefert, die 1529 entstanden ist und 1543 erstmals gedruckt wurde, also fast 80 Jahre nach Friedrichs Tod. Hier sind alle Herzöge von Österreich aufgelistet, ohne dass genauer auf ihr Leben und ihre Daten eingegangen wird. Die Angabe, dass Friedrich in "patria lingua" "mit der leeren taschen" genannt wurde, dürfte ein Hinweis auf eine mündliche Quelle sein, ebenso wie der Umstand, dass der Beiname nicht nur in der Sprache der Topographie, Latein, wiedergegeben ist, sondern auch in Deutsch. Deutsche schriftliche Quellen zur Geschichte Tirols sind jedoch für diese Zeit nicht überliefert. Cuspinian hatte durch Kaiser Maximilian I. Kontakte zu Tirol, seine Ehefrau gehörte einem Tiroler Adelsgeschlecht an. "Im Tyrolischen Adler" von Matthias Burglechner um 1620 wird der Beiname "mit der leeren Tasche" erstmals in einer Überschrift verwendet, was andeutet, dass er bei der damaligen Leserschaft als bekannt vorausgesetzt werden konnte. In der zweiten Hälfte begann sich der Beiname auch in der amtlichen und wissenschaftlichen Literatur durchzusetzen.[9] Später wurde er mit einer Sage um die Errichtung des Goldenes Dachl verknüpft.[10] Trotzdem der Beiname bereits vor 1529 mündlich bekannt gewesen sein dürfte, ist nicht auszuschließen, dass er erst eine Erfindung des 16. Jahrhunderts ist.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(alphabetische Reihenfolge)

Biographische Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Clemens Brandis: Tirol unter Friedrich von Österreich. Wien, 1823 (Aus heutiger Sicht stark veraltet und in wesentlichen Punkten von der neueren Forschung überholt, aber zurzeit noch immer die wichtigste, da ausführlichste Biographie zu Friedrich IV. Für ihre Entstehungszeit war diese Biographie recht fortschrittlich, neben chronikalischen Quellen ist hier auch eine beachtliche Anzahl von Urkunden ausgewertet, von denen ein Teil im Anhang abgedruckt wurde.[12])

Lexika-Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur zu Teilaspekten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Baum: Die Habsburger in den Vorlanden 1386 - 1486. Krise und Höhepunkt der habsburgischen Machtstellung in Schwaben am Ausgang des Mittelalters. Wien / Köln / Weimar: Böhlau Verlag 1993 (Materialreiche Arbeit zu einem Anfang der 1990er-Jahre in der Wissenschaft eher stiefmütterlich erforschten Themenbereich, inklusive einer sehr negativen Wertung Friedrichs IV., die in später publizierten Büchern und Arbeiten des Autors noch Steigerungen erfährt)
  • Heinrich Koller: Kaiser Siegmunds Kampf gegen Herzog Friedrich IV. von Österreich. In: Friedrich Bernward Fahlbusch - Peter Johanek (Hrsg): Studia Luxemburgensia. Festschrift Heinz Stoob zum 70. Geburtstag, 1989, S. 313-352 (wissenschaftlich fundierte, sachliche Beschreibung mit Schwerpunkt auf den Geschehnissen des Konzils von Konstanz, inklusive einer Charakterisierung des Herzogs und des Königs)
  • Klaus Brandstätter: Der Hof unterwegs. Zum Aufenthalt Herzog Friedrichs IV. von Österreich in Wiener Neustadt 1412 / 1413. In: Klaus Brandstätter - Julia Hörmann (Hrsg.): Tirol - Österreich - Italien. Festschrift für Josef Riedmann zum 65. Geburtstag (= Schlern-Schriften 330). Innsbruck: Universitätsverlag Wagner, 2005, S. 125-139
  • Klaus Brandstätter: Zur Entwicklung der Finanzen unter Herzog Friedrich IV. In: Georg Mühlberger - Mercedes Blaas [Hrsg.]: Grafschaft Tirol: "Terra Venusta". Studien zur Geschichte Tirols, insbesondere des Vinschgaus (= Schlern-Schriften 337). Innsbruck, 2007, S. 219-235
  • Eva Brucker: Formen der Herrschaftsrepräsentation und Selbstdarstellung habsburgischer Fürsten im Spätmittelalter. Dissertation, Wien, 2009, S. 279-300
  • Gottfried Kompatscher: Volk und Herrscher in der historischen Sage. Zur Mythisierung Friedrichs IV. von Österreich vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. (Beiträge zur europäischen Ethnologie und Folklore. Reihe A, Texte und Untersuchungen 4). Frankfurt am Main [u.a.]: Lang 1995
  • Peter Niederhäuser: Fürst und Fluchthelfer. Herzog Friedrich IV. von Österreich und das Konzil von Konstanz, in: Karl-Heinz Braun et al. (Hrsg.): Das Konstanzer Konzil. 1414 – 1418. Weltereignis des Mittelalters. Essays. Darmstadt: WBG 2013, S. 145-150 (kompakte Zusammenfassung der Eckdaten, auf das Konzil von Konstanz eingegrenzt)
  • Peter Niederhäuser: Herzog Friedrich IV. von Österreich – eine tragische Figur?, in: Silvia Volkart (Hrsg.): Rom am Bodensee. Die Zeit des Konstanzer Konzils (= Der Thurgau im späten Mittelalter. Hrsg. v. Kanton Thurgau, Bd. 1), Zürich / Kanton Thurgau: Verlag Neue Zürcher Zeitung 2014, S. 151-157
  • Christian Sieber: "On the Move". Das Itinerar der Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV. von Österreich von der Schlacht bei Sempach (1386) bis zur Aussöhnung mit König Sigmund (1418). In: Peter Niederhäuser (Hrsg.): Die Habsburger zwischen Aare und Bodensee (= Mitteilungen der antiquarischen Gesellschaft in Zürich, 77 / Neujahrsblatt der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, 174). Zürich, 2010, S. 77-94

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Friedrich IV. (Tirol) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Übersetzt nach Fugger: „Sie steigt ohne Ruh'/Dem Himmel zu.“ Jakob Fugger: Spiegel der Ehren des Hochlöblich Kaiser- und Königlichen Erzhauses Oesterreich. Nürnberg, 1668. S.o.A., zitiert nach Lit. Wurzbach: Biographisches Lexikon I., S. 262 Friedrich IV.
  2. Beleg von 1409 bei Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 2. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2008, ISBN 978-88-901870-1-8, S. 45, Nr. 923 mit Abb. 7.
  3. Wurzbach: Habsburg, Elisabeth von der Pfalz. Nr. 65. In: Biographisches Lexikon. 6. Theil. Wien 1860, S. 165 (Digitalisat).
  4. Zur Auseinandersetzung zwischen Bayern und Tirol Klaus Brandstätter: Österreichischer Krieg, 1410–1413, in: Historisches Lexikon Bayerns (online).
  5. Den Titel des (später Gefürsteten) Grafen von Kyburg führen die Habsburger bis 1918 im Großen Titel
  6. Laut Wurzbach „hatte [er] alle verpfändeten Güter eingelöst und eine Million Gulden in Gold hinterlassen“. Biographisches Lexikon I., S. 265
  7. Klaus Brandstätter: Die Tiroler Landesfürstinnen im 15. Jahrhundert. In: Margarete Maultasch. Zur Lebenswelt einer Landesfürstin und anderer Tiroler Frauen des Mittelalters. Hrsg. v. Julia Hörmann-Thurn und Taxis. (= Schlern-Schriften 339). 2007, S. 178, Fußnote 25.
  8. Gottfried Kompatscher: Volk und Herrscher in der historischen Sage, 1995, S. 108
  9. Gottfried Kompatscher: Volk und Herrscher in der historischen Sage, 1995, S. 108
  10. Gottfried Kompatscher: Volk und Herrscher in der historischen Sage, 1995, S. 109f.
  11. Klaus Brandstätter: Der Hof unterwegs, 2005, S. 127
  12. Gottfried Kompatscher: Volk und Herrscher in der historischen Sage. Zur Mythisierung Friedrichs IV. von Österreich vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. (Beiträge zur europäischen Ethnologie und Folklore. Reihe A, Texte und Untersuchungen 4). Frankfurt am Main [u.a.]: Lang 1995, S. 60
Vorgänger Amt Nachfolger
Leopold IV. von Österreich bzw. Katharina von Burgund Graf von Pfirt
Landgraf im Elsass
etc.
(Vorderösterreich)

1402 bzw. 1426–1439
Siegmund
Leopold IV. von Österreich Graf von Tirol
Graf von Feldkirch

1406–1439
Siegmund
Johann IV. von Habsburg-Laufenburg Graf von Laufenburg
(Titular)

1408–1439
Siegmund
Leopold IV. von Österreich Markgraf von Burgau
1411–1439
Siegmund
Berchtold I. von Habsburg-Kyburg Graf von Kyburg
(Titular)

1417–1439
Siegmund