Erzbistum Maribor

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Erzbistum Maribor
Basisdaten
Staat Slowenien
Diözesanbischof Alojzij Cvikl SJ
Emeritierter Diözesanbischof Franc Kramberger
Marjan Turnšek
Emeritierter Weihbischof Jožef Smej
Fläche 3.682 km²
Pfarreien 143 (31.12.2011 / AP2013)
Einwohner 418.567 (31.12.2011 / AP2013)
Katholiken 354.820 (31.12.2011 / AP2013)
Anteil 84,8 %
Diözesanpriester 140 (31.12.2011 / AP2013)
Ordenspriester 56 (31.12.2011 / AP2013)
Ständige Diakone 4 (31.12.2011 / AP2013)
Katholiken je Priester 1.810
Ordensbrüder 63 (31.12.2011 / AP2013)
Ordensschwestern 58 (31.12.2011 / AP2013)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Slowenisch
Kathedrale sv. Janeza Krstnika
(Hl. Johannes der Täufer)
Website www.slomsek.net
Suffraganbistümer Bistum Celje
Bistum Murska Sobota

Das 2006 eingerichtete Erzbistum Maribor (lat.: Archidioecesis Mariborensis) ist eines der beiden Erzbistümer Sloweniens.

Kathedrale zu Maribor

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervorgegangen ist das Erzbistum aus dem ursprünglich im Kärntner Lavanttal gelegenen Salzburger Suffraganbistum Lavant, das zunächst das Gebiet um St. Andrä im Lavanttal umfasste.

1859 wurde der Bischofssitz nach Maribor (Marburg an der Drau) verlegt: Um das langgestreckte Diözesangebiet der früheren Diözese Lavant besser verwalten zu können, wurden 1859 deren Kärntner Pfarren an die Diözese Gurk abgetreten, dafür kam der Kreis um Marburg zum Diözesangebiet von Lavant. Marburg wurde unter dem bedeutenden Bischof Anton Martin Slomšek der neue Bischofssitz. Wegen ihrer Lage im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, dem späteren Jugoslawien, wurde die Diözese Lavant am 1. Mai 1924 aus der Kirchenprovinz Salzburg herausgelöst. Bis 1923 wurden die Bischöfe dieser Diözese, die ab 1446 ständig den Reichsfürstentitel Fürstbischof führten, vom Salzburger Erzbischof vorgeschlagen und geweiht.

Am 5. März 1962 wurde die Diözese von Lavant(ina) auf Maribor(ensis) umbenannt und am 22. November 1968 der Erzdiözese Ljubljana als Suffragan unterstellt. Am 7. April 2006 errichtete Papst Benedikt XVI. mit der Apostolischen Konstitution Sacrorum Antistites die Kirchenprovinz Maribor und erhob das Bistum Maribor zum Erzbistum und Sitz des Metropoliten; die neu gegründeten Bistümer Celje und Murska Sobota wurden dem Erzbistum Maribor als Suffragandiözesen unterstellt.

Zusammen mit den Suffraganbistümern Celje und Murska Sobota bildet es die Kirchenprovinz Maribor.

Bischöfe und Erzbischöfe der Diözese Maribor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weihbischöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftliche Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2007 wurde bekannt, dass das Bistum riskante privatwirtschaftliche Aktivitäten in größerem Umfang betrieb. Das Bistum suchte damals bei der Vatikanbank zwei Kredite in Höhe von jeweils fünf Millionen Euro an. Auf Forderung des Apostolischen Nuntius in Slowenien entsandte der Vatikan zur Aufklärung der Vorgänge daraufhin den Bilanzexperten Gianluca Pirredda als Apostolischen Visitator nach Maribor. Im Januar 2008 veräußerte das Erzbistum seinen Mehrheitsanteil am Telekommunikationsunternehmen T-2 doo, da ein TV-Sender von T2 auch pornografische Sendungen ausstrahlte.

2011 wurde bekannt, dass die beiden Investmentgesellschaften Zvon Ena Holding und Zvon Dva Holding, an denen das Erzbistum Mehrheitseigentümer ist, insolvent geworden waren.[1] Zvon Ena hielt beispielsweise sechs Prozent der Anteile an der Adria Airways.

Die desolate finanzielle Situation des Erzbistums Maribor führte am 31. Juli 2013 zum gleichzeitigen Rücktritt der beiden slowenischen Erzbischöfe Anton Stres von Ljubljana und Marjan Turnšek von Maribor. Damit sollte ein Neuanfang für die Kirche in Slowenien ermöglicht werden.[2]


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ORF.at: Die Finanzabenteuer des Bistums Maribor (22. Januar 2011)
  2. Rücktrittsmeldung, Radio Vatikan, abgerufen am 31. Juli 2013