Erzquell Brauerei

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Erzquell Brauerei Bielstein Haas & Co. KG
Rechtsform KG[1]
Gründung 1900[2]
Sitz Bielstein, NRW, Deutschland
Leitung Axel Haas
Mitarbeiter 55 (2014)[3]
Branche Brauerei
Website Erzquell Brauerei
Erzquell Brauerei Siegtal Haas GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG[1]
Gründung 1885[4]
Sitz Mudersbach, Rheinland-Pfalz, Deutschland
Leitung Axel Haas
Mitarbeiter 35 (2014)[3]
Branche Brauerei
Website Erzquell Brauerei

Erzquell Brauerei bezeichnet zwei rechtlich selbständige Brauereiunternehmen mit Sitz in Bielstein im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen und in Mudersbach im Rheinland-Pfälzischen Landkreis Altenkirchen bei Siegen.[5][6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzquell Brauerei Bielstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Erzquell Brauerei Bielstein wurde im Jahre 1900 vom Ur-Großvater Ernst Kind des heutigen Geschäftsführenden Gesellschafters Axel Haas als Adler Brauerei GmbH gegründet.[7][2] Ernst Kind hatte eine Spinnerei und Reißerei in Bielstein. Weil diese in eine wirtschaftliche Schieflage geriet, wagte er im Alter von 50 Jahren einen Neuanfang. Er erlernte im bayrischen Weihenstephan das Bierbrauen. Nach dem Bau einer Wasserleitung, sie liefert bis heute weiches Quellwasser für die Bielsteiner Biere, verließ am 5. September 1900 das erste Pils das Sudhaus. Der Ausstoß betrug im Gründungsjahr 15.000 hl.[7]

Im Ersten Weltkrieg wurden Alu-Bestecke für die Soldaten und Laubmehl für die Heerespferde statt Bier produziert. 1920 übernahm Carl Haas, Kinds Schwiegersohn, die Geschäftsführung. In den 1930er Jahren erwarb die Brauerei eine Mehrheitsbeteiligung an der Siegtal Brauerei Burgmann & Wildenberg. 1936 erfolgte die Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft. Da es in Köln ebenfalls eine Adler Brauerei gab, erfolgte neben dem Rechtsformwechsel auch eine Namensänderung in Bielsteiner Brauerei. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bierproduktion im Jahr 1948 unter der Geschäftsführung von Werner Haas wieder aufgenommen. In den folgenden Jahren erfolgten umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen. Mit Zunft Kölsch erfolgte auch eine Erweiterung der Produktpalette.[7] 1976 wurde die Bielsteiner Brauerei in Erzquell-Brauerei umbenannt.[2] Axel Haas übernahm im Jahr 1983 von seinem verstorbenen Vater die Geschäftsführung. In den 1980er Jahren erfolgten Investitionen in die Fass- und Flaschenabfüllerei. Das heutige Sudhaus mit kupfernen Kesseln wurde im Jahr 1987 in Betrieb genommen.[7] Die Brauerei beschäftigt heute 50 Mitarbeiter. Der Jahresausstoß der Marke Zunft Kölsch beträgt 150.000 hl (2012).[8]

Das Bundeskartellamt verhängte am 2. April 2014 gegen die Erzquell Brauerei Bielstein sowie gegen mehrere weitere Brauereien in Deutschland und den Verband Rheinisch-Westfälischer Brauereien e. V. Geldbußen wegen verbotener Preisabsprachen bei Bier in einem Bierkartell in Höhe von insgesamt 231,2 Millionen Euro.[9]

Erzquell Brauerei Siegtal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Erzquell Brauerei Siegtal wurde im Jahr 1885 von Hermann Burgmann und Heinrich Wildenberg als Siegtal Brauerei Burgmann & Wildenberg oGH[7] gegründet. Braustandort ist Mudersbach-Niederschelderhütte. Das Unternehmen entwickelte sich in den ersten Jahren so schnell und positiv, dass Kapital für Erweiterungen benötigt wurde. So wandelten die Gründer ihre Brauerei 1910 in eine Aktiengesellschaft um. Während der Weltwirtschaftskrise geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten. Carl Haas, Leiter der damaligen Adler Brauerei, stützte die Brauerei 1930 finanziell und durch Stundung von Forderungen aus Malzlieferungen und bewahrte sie dadurch vor dem Konkurs. Als Gegenleistung erhielt die Adler Brauerei im selben Jahr eine Mehrheitsbeteiligung an der damaligen Siegtal Brauerei AG. Die Leitung der Brauerei übernahm fortan Paul Schön.[10]

1950 wurde das Sudhaus modernisiert. Der Ausstoß der Brauerei, welche nun unter dem Namen Siegtal Brauerei Schön & Co. KG firmierte, konnte in den 1950er Jahren kontinuierlich gesteigert werden. Neben dem Siegtal Pils und Siegtal Erzquell, einem stärker eingebrauten Spezialbier, wurden auch dunkles Bockbier (Schwarzer Bock) und fast alkoholfreier Malztrunk (Siegtal Malz) hergestellt. Das Brauwasser bezieht die Brauerei aus einer oberhalb der Brauerei gelegenen Quelle im Giebelwald. Das Quellwasser wird über eine vier Kilometer lange Wasserleitung der Brauerei zugeführt und ohne Zusätze oder Behandlung im Brauprozess verwendet. 1963 überschritt die Produktion 100.000 Hektoliter. Daraufhin musste die Braustätte erneut ausgebaut werden.[11] 1976 wurde die Siegtal-Brauerei in Erzquell Brauerei Siegtal umbenannt.[2] Seit 1979 ist Axel Haas Geschäftsführer der Brauerei.[7] Neben Erzquell Pils wird in der Erzquell Brauerei Siegtal mit Erzquell Dark ein Schwarzbier ausschließlich für den Export hergestellt.[12] Beschäftigt werden 50 Mitarbeiter (2005). Den Absatzschwerpunkt bilden das Siegerland und der Westerwald.[11]

Kooperation der Brauereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Konzentrationsprozess in der deutschen Brauindustrie Ende der 1960er Jahre führte zu einer Kooperation beider Brauereien, wobei diese ihre Selbständigkeit wahrten. Als Ergebnis der Kooperation entstand die Marke Erzquell Pils. Infolge des größeren Marktvolumens konnten verstärkt Werbemaßnahmen eingesetzt werden, um sich besser gegenüber Mitbewerbern zu positionieren.[11]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Produkte werden hergestellt:[13]

  • Zunft Kölsch
  • Black (Kölsch-Cola-Mixgetränk)
  • Zunft Radler
  • Zunft Alkoholfrei
  • Zunft Fassbrause
  • Bergisches Landbier
  • Bergischer Radler
  • Erzquell Pils
  • Erzquell Radler
  • Erzquell Alkoholfrei
  • Golden Malz
  • Siegtaler Landbier

Der Fassbieranteil des Erzquell Pils beträgt 35 % (2005).[11] Das Absatzgebiet umfasst die Gebiete Oberbergischer Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Kreis Siegen-Wittgenstein, Landkreis Altenkirchen und Westerwald. Zunft Kölsch wird zudem seit 1979 auch in Berlin vertrieben.[14]

Zunft Kölsch wurde 2002 bei dem World Beer Cup mit der Goldmedaille in der Kategorie German-Style Kölsch/ Köln-Style Kölsch ausgezeichnet.[15]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Impressum der Homepage
  2. a b c d Zunft - Kölsch: Brauerei
  3. a b Siegener Zeitung: Erzquell Brauerei: Heimat über Marke. Artikel vom 23. Juni 2014, abgerufen am 8. Juli 2014.
  4. Erzquell Brauerei Siegtal
  5. http://www.die-freien-brauer.com/gesellschafter/erzquell.html
  6. http://www.siegener-zeitung.de/siegener-zeitung/Bundeskartellamt-bestraft-Erzquell-08eb1c12-9d9d-49d2-a523-b5884334e63c-ds
  7. a b c d e f koelner-brauerei-verband.de: Erzquell Brauerei Bielstein Haas & Co. KG (Zunft Kölsch). Abgerufen am 14. April 2014.
  8. bluhmsysteme.com: Laser - Codierung bei der Erzquell Brauerei Wiehl. Abgerufen am 14. April 2014.
  9. Bundeskartellamt: Kartellverfahren gegen Bierbrauer mit weiteren Geldbußen abgeschlossen vom 2. April 2014
  10. Saadia Mechbal: Auf den Spuren der Erzquell-Brauerei. In: Christian W. Thomsen (Hrsg.): Brauwesen im Siegerland. Siegen 2005, ISBN 3-923483-46-5, S. 71–73, S. 72.
  11. a b c d Saadia Mechbal: Auf den Spuren der Erzquell-Brauerei. In: Christian W. Thomsen (Hrsg.): Brauwesen im Siegerland. Siegen 2005, ISBN 3-923483-46-5, S. 71–73, S. 73.
  12. WDR Lokalzeit Südwestfalen vom 30. Januar 2013 (2. Beitrag).
  13. Erzquell Brauerei - Unser Sortiment. Abgerufen am 3. August 2016.
  14. 25 Jahre Zunft Kölsch in Berlin auf bielstein.de vom 19. Januar 2004, abgerufen am 4. August 2017
  15. World Beer Cup 2002 Winners List. Abgerufen am 14. April 2014.

Koordinaten: 50° 57′ 45″ N, 7° 30′ 2″ O