Eschweiler Stadtwald

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wegeplan des Stadtwalds

Der Eschweiler Stadtwald ist ein etwa 350 ha großes Waldgebiet im Süden des Eschweiler Stadtgebiets mit einer Höhenlage zwischen 170 und 260 m ü. NN und ebenem bis schwach welligem Gelände im westlichen Nordrhein-Westfalen.

Landschaftlich gehört er zu den Wuchsgebieten Vennvorland und Nordeifel als Teil der Eifel. Er ist Teil des Regionalforstamts Rureifel-Jülicher Börde und ein wirtschaftlich genutzter Erholungswald von guter Qualität. Er ist nach dem Propsteier Wald das größte zusammenhängende Waldgebiet der Stadt.

Aufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage des Stadtwaldes
Schwarzer Berg

In unmittelbarer Nähe liegen die Stadtteile Siedlung Waldschule und Pumpe-Stich sowie die Donnerberg-Kaserne Eschweiler. Durch zwei Straßen, die sich genau in der Waldmitte kreuzen, wird der Stadtwald in vier annähernd gleich große Viertel geteilt.

Im nordwestlichen Teil befindet sich der Trimm-Dich-Pfad, eine Teilstrecke des heimatkundlichen Rundwanderwegs, die am 13. Dezember 1994 vom Eschweiler Geschichtsverein eingerichtete Pinge wie vor 600 Jahren und das größte Gewässer, der „Koppweiher“.

Die höchsten künstlichen Erhebungen sind der „Schwarze Berg“ und der benachbarte „Kitzberg“ im nordöstlichen Bereich am Ende der Hundsgracht bei Bergrath. Dort am Stadtwald lagen die „Grube Centrum“ und der „Kronprinzschacht“.

Im Südwesten liegen Fischweiher, und im Südosten befinden sich das Forsthaus „Bohler Heide“, das Ausflugslokal „Bohler Heide“ mit Damwildgehege und die 1947 gebaute Waldschänke „Killewittchen“, deren Name an das gleichnamige sagenhafte Zwergenvolk erinnert. Beim Killewittchen stand Anfang des 20. Jahrhunderts ein Fachwerkhaus, das als Bürogebäude der Hastenrather Kalksteinbrüche des Eschweiler Bergwerksvereins EBV diente. Am südöstlichen Stadtwaldrand befinden sich die „Hastenrather Kalkwerke“, deren heutige Produktion Dünge-, Bau- und Industriekalke umfasst, sowie die ehemalige Grube Albert.

Für Wanderer gibt es im Stadtwald ferner vier ausgewiesene Parkplätze und acht Schutzhütten, von denen eine auf dem etwa 50 m hohen „Schwarzen Berg“ liegt.

Geologischer Lehrpfad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Eschweiler Stadtwald verläuft der geologische Lehrpfad. Station 1 liegt auf dem „Schwarzen Berg“, Station 2 im Bereich der ehemaligen Grube Centrum, Station 3 am „Iewisch Pädsche“, Station 4 an der Duffenter Schneise, Station 5 am inzwischen mit Wasser gefüllten ehemaligen Steinbruch im Südosten und Station 6 im Steinbruch der Kalkwerke bei Hastenrath und in der Nähe der Grube Albert.

Bodenverhältnisse und Ökosystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtwald ist von kleinräumig wechselnden Bodenverhältnisse und Geländestrukturen charakterisiert, denn Steinkohlentagebau in Pingen im nördlichen Bereich sowie Quarzit- und Lehmabbau habe in Form von Halden und Gräben ihre Spuren hinterlassen. Am 13. Dezember 1994 richtete der Eschweiler Geschichtsverein im Stadtwald eine Pinge wie vor 600 Jahren ein.

Das Ökosystem des Stadtwaldes beinhaltet Vögel, Fledermäuse, Amphibien und Waldameisen. Etwa ein Drittel sind als Naturschutzgebiet ACK-028 und Bodendenkmal „Bergbauwüstungszone Eschweiler Wald“ ausgewiesen, die restlichen zwei Drittel als Landschaftsschutzgebiet. Ferner wurden Naturdenkmale mit besonders altem prägendem Baumbestand und geschützte Landschaftsbestandteile wie Laichbiotope festgesetzt. Der mittlere Jahresniederschlag beträgt 820 mm, die Frostperiode dauert von frühestens Ende September bis spätestens Ende Mai, und die mittlere Jahrestemperatur in der Vegetationsperiode beträgt 15 °C.

Die Baumarten sind Fichte (27 %), Birke, Erle, Hainbuche, Wildkirsche, und Roteiche (25 %), Eiche (22 %), Kiefer (15 %) sowie Buche, Ahorn und Esche (11 %). Wildlebende, jagdbare Tiere sind Reh, Feldhase, Kaninchen, Fasan, Wildtaube, Graureiher, Fuchs, Iltis, Wiesel, Bussard, Habicht und Turmfalke.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein
Eschweiler Stadtwald um 1900
nördlicher Teil
Eschweiler Stadtwald um 1900
südlicher Teil

Vermutlich ist der heutige Stadtwald aus früherem fränkischen Besitz hervorgegangen. Ende des 18. Jahrhunderts entstanden die Gemeindewaldungen aufgrund verschiedener Teilungen des landesherrlichen Waldes. Das älteste, 1854 aufgestellte Forstbetriebswerk wies eine Fläche von 481 ha im Gegensatz zu den heutigen 350 ha aus, 1910 noch 454 ha. Zu größeren Beschädigungen kam es durch die Immissionen der Zinkhütte Birkengang und den Zweiten Weltkrieg. Die Immissionen machten etwa 40 % der Waldfläche forstlich unbrauchbar. Eine Vergrößerung der auf 249 ha geschrumpften Stadtwaldfläche um über 70 ha fand 1953 statt, und 1966 wurden weitere 24 ha im Süden angekauft.

Im Bereich des Stadtwaldes liegen viele ehemalige Schächte der 1891 stillgelegten Grube Centrum: Förderschacht Altgroßkohl, Förderschacht Christine, Förderschacht Durchfahrt, Förderschacht Friedrich Wilhelm, Förderschacht Gyr, Förderschacht Kronprinz, Förderschacht Louise, Förderschacht Wilhelmine, Hauptkunstschacht Gerhard, Kunstschacht Neugroßkohl, Kunstschacht Padtkohl, Wetterschacht Centrum sowie weitere Wetterschächte, Herrenkunstschächte und ein Lichtloch zur Herrenkunstsohle.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eschweiler entdecken, Peter Bailly und Franz Josef Holzapfel, herausgegeben vom Eifelverein Eschweiler e.V., 2002, ISBN 3-921805-24-4
  • Christian Färber et al.: Waldlehrpfad der Stadt Eschweiler. Umwelt-, Landschaftspflege- und Forstamt der Stadt Eschweiler, Eschweiler 1988
  • Eschweiler – Heimatlicher Rundwanderweg, Städt. Forstamt der Stadt Eschweiler, Juni 1980

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 50° 47′ 46″ N, 6° 15′ 43″ O