Faktormarkt

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Unter einem Faktormarkt versteht man in der Volkswirtschaftslehre jenen Markt auf dem Produktionsfaktoren ge- und verkauft werden. Faktormärkte stehen damit den Gütermärkten gegenüber, auf denen Waren und Dienstleistungen gehandelt werden.

Typische Faktormärkte sind der Arbeits- und der Kapitalmarkt, aber auch der Markt für Rohstoffe.

Faktormärkte spielen in den Wirtschaftswissenschaften eine bedeutende Rolle bei der mikroökonomischen Erklärung von Produktionsabläufen, insbesondere bei der Modellierung derselben durch Produktionsfunktionen. Daneben finden sie Anwendung bei der makroökonomischen Modellierung im Rahmen der Wachstumstheorie, so zum Beispiel im Rahmen des Solow-Modells.

Mikroökonomische Betrachtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typisches Arbeitsmarktdiagramm: zeigt den Faktor Arbeit und seinen Preis (Lohn).

Faktormärkte können sowohl für sich genommen (Partialanalyse) als auch im Zusammenhang analysiert werden (vgl. Allgemeines Gleichgewichtsmodell).

Die Analyse einzelner Faktormärkte erfolgt im sogenannten Faktordiagramm (eine spezielle Ausprägung des Marktdiagramms), in dem Produktionsfaktoren und ihre Faktorpreise gegenübergestellt werden. In diesem Rahmen lassen sich Faktornachfrage und Faktorangebot untersuchen, die unter gewissen Bedingungen ein Marktgleichgewicht herstellen können. Diejenige Nachfrage nach Produktionsfaktoren und Produkten, welche letztlich aus der Endnachfrage nach Konsumgütern „abgeleitet” wird, also nicht „originär” ist, nennt man abgeleitete Nachfrage.[1] Die Preisbildung auf den Faktormärkten wird über Bedingungen der Produktmärkte beeinflusst; erzielt ein Unternehmen einen hohen Preis für sein Produkt, kann es zusätzliche Faktoren nachfragen.[2]

Über Märkte im Allgemeinen wie auch Faktormärkte werden gewisse Bedingungen gestellt; das Konzept des vollkommenen Marktes fasst einige wichtige Annahmen zusammen. An jeden Markt können darüber hinaus spezifische Anforderungen gestellt werden (vgl. Vollkommener Kapitalmarkt). Wie auch für andere Märkte kann es hier zu Marktunvollkommenheiten kommen (vgl. Externer Effekt).

In der Regel treten Firmen auf den Faktormärkten als Nachfrager auf.

Die Faktorallokation beschreibt, wie knappe Ressourcen und Rohstoffe zur Produktion von Gütern zugeteilt werden.

Die Neoklassische Theorie geht davon aus, dass jeder Faktor nach seinem Grenzprodukt entlohnt wird. Das mit dem Marktpreis multiplizierte Grenzprodukt eines Faktors entspricht seinem Wertgrenzprodukt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abgeleitete Nachfrage – Definition im Gabler Wirtschaftslexikon.
  2. Siebert, Horst, and Oliver Lorz. Einführung in die Volkswirtschaftslehre. W. Kohlhammer Verlag, 2007. S. 150.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Varian, Hal R. Grundzüge der Mikroökonomik. Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2011. Kapitel 26 Faktormärkte. S. 539ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Diagramme von Angebot und Nachfrage – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Faktormarkt – Definition im Gabler Wirtschaftslexikon
  • Faktormarkt – Definition nach Wirtschaftsduden auf Seiten der BPB