Felsberg GR

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GR ist das Kürzel für den Kanton Graubünden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Felsbergf zu vermeiden.
Felsberg
Wappen von Felsberg
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Imboden
BFS-Nr.: 3731i1f3f4
Postleitzahl: 7012
Koordinaten: 755453 / 190559Koordinaten: 46° 50′ 53″ N, 9° 28′ 37″ O; CH1903: 755453 / 190559
Höhe: 572 m ü. M.
Fläche: 13,40 km²
Einwohner: 2547 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 190 Einw. pro km²
Website: www.felsberg.ch
Felsberg

Felsberg

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Felsberg (rätoromanisch Audio-Datei / Hörbeispiel Favugn?/i) ist eine politische Gemeinde in der Region Imboden des Kantons Graubünden in der Schweiz. Sie liegt unmittelbar westlich von Chur und grenzt an die Gemeinden Haldenstein, Domat/Ems, Tamins und Pfäfers.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar nordwestlich des Ortes erhebt sich der Gebirgsstock des Calanda, der im Felsberger Calanda eine Höhe von 2697 m ü. M. erreicht. Aufgrund seiner Lage ist Felsberg immer wieder von Bergrutschen bedroht. So wurde nach einem Felssturz im Jahre 1843 der neu gegründete Ortsteil "Neudorf" weiter vom Hangfuss entfernt errichtet. Dies hatte eine Spaltung des Dorfes in Alt- und Neudorf zur Folge. Weitere bedrohliche Felsabbrüche im Bereich des Altdorfes blieben aus. Deshalb blieb das Altdorf weiter bewohnt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1900 1950 1980 1990 2000 2005 2016
Einwohner 482 467 939 1369 1772 2029 1907 2547

Seit 1850 hat sich die Einwohnerzahl mehr als vervierfacht. Drei Wachstumsphasen zwischen 1850 und 1860, 1910 und 1920 sowie seit 1960 waren dafür verantwortlich. Bei den ersten beiden Wachstumsschüben handelt es sich um regionale Zuwanderung. Für den Dritten sind Einwanderung aus dem Ausland und die Lage die Hauptgründe.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Mittelalter wechselte Felsberg von der romanischen zur deutschen Sprache. Daher handelt es sich bei der bündnerromanischen Minderheit um Zuwanderer aus romanischsprachigen Gemeinden und nicht um eine eingesessene Sprachminderheit. Dies belegt auch die Volkszählung von 1910, wo von 625 Einwohnern nur sechzehn Romanisch als Muttersprache angaben. Die Entwicklung belegt folgende Tabelle:

Sprachen in Felsberg GR
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 1183 86,41 % 1599 90,23 % 1859 91,62 %
Rätoromanisch 86 6,28 % 71 4,01 % 60 2,96 %
Italienisch 59 4,31 % 22 1,24 % 20 0,99 %
Einwohner 1369 100 % 1772 100 % 2029 100 %

Im Jahr 2000 war nach Deutsch und Romanisch Italienisch mit gut 1 % dritthäufigste Hauptsprache.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Ende 2005 2051 Bewohnern waren 1907 (= 93 %) Schweizer Staatsangehörige.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsmässig ist Felsberg durch den Stadtbus Chur und eine Station der Rhätischen Bahn gut erschlossen. Der Bahnhof befindet sich allerdings auf der anderen Seite der Felsbeger-Brücke, auf Emser Boden.

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felsberg um 1843, Aquatinta von Caspar Burkhardt

Im Ort dominieren Einfamilienhäuser. Durch die Ausrichtung nach Süden ergibt sich eine sonnige Lage.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine Felsberg, heute nicht mehr vorhanden

Der Ort Felsberg wurde 831 erstmals erwähnt, die Kirche im Jahre 1305. Der Name stammt vom Hügel hinter dem Gemeindehaus (Berg im Felde, Veltsperg, hat nichts mit Fels zu tun). Ausgrabungen in der näheren Umgebung, wie zum Beispiel im Felix-Wingert, deuten darauf hin, dass das Gebiet schon seit einigen tausend Jahren v. Chr. besiedelt war. In den Jahren 1368–1742 stand er unter der Herrschaft von Freiherren: Heinrich von Frauenberg trat die Rechte an Felsberg an das Kloster Churwalden ab und nach 1368 herrschten die Freiherren von Rhäzüns. Im September 1843 ereignete sich der erwähnte grosse Felssturz. 1866 erhielt Felsberg ein erstes Schulhaus. 1927, 1954, und 1987 waren die grössten Hochwasser des 20. Jahrhunderts. Der Rhein führte bis zu 1800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde (bei Normalpegel rund 100 Kubikmeter). Wegen des Baues der A13 musste der Rhein beim Kirchenhügel Domat/Ems auf Felsberger Seite abgedrängt werden. Zu diesem Zweck transportierte man das abgebaute Material über eine Baustellenbrücke auf die Emser-Seite. Diese Brücke wurde vom Hochwasser am 18. Juli 1987 weggerissen. Das Flussbett war nach dem Hochwasser etwa 1,5 Meter tiefer. Von den Hochwassern besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde jeweils die Brücke. Die jetzige Betonbrücke ist die fünfte Brücke seit 1800. Im Januar 1981 ging die Rosstobel-Lawine nieder. 2001 ereignete sich erneut ein schwerer Felssturz (rund 250'000 Kubikmeter), der jedoch glimpflich ablief.

Seit 2001 besteht eine Partnerschaft zur Gemeinde Felsberg in Hessen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Orte tätig gewesene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Felsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Neu-Felsberg
  3. Zweifamilienhaus