Calanda (Berg)

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Calanda
Felsberger und Haldensteiner Calanda

Felsberger und Haldensteiner Calanda

Höhe 2'806 m ü. M.
Lage Kanton Graubünden / Kanton St. Gallen, Schweiz
Gebirge Westalpen, Taminagebirge
Dominanz 6,5 kmfd1
Schartenhöhe 1449 m ↓ Kunkelspass
Koordinaten 754558 / 196319Koordinaten: 46° 54′ 0″ N, 9° 28′ 2″ O; CH1903: 754558 / 196319
Calanda (Berg) (St. Gallen)
Calanda (Berg)
Karte: Calanda

Karte: Calanda

Grosses Gipfelkreuz auf dem Haldensteiner Calanda

Grosses Gipfelkreuz auf dem Haldensteiner Calandabdep2

Kleines Gipfelkreuz und Gipfelbuchbox auf dem Haldensteiner Calanda

Kleines Gipfelkreuz und Gipfelbuchbox auf dem Haldensteiner Calandabdep3

pd5

Der Calanda ist ein Gebirgsstock im nördlichen Teil des Kantons Graubünden und südlichen Teil des Kantons St. Gallen, nordwestlich von Chur. Er gehört zu den nördlichen Kalkalpen und bildet den östlichsten Abschluss der Glarner Alpen. Die Calandakette ist mit der Gruppe Graue Hörner (Pizol), Kette Sazmartinhorn, Sardonamassiv und des Ringelgebirges Teil des Taminagebirges. Der Gebirgsstock des Calanda ist eine im Südosten durch das Churer Rheintal, im Nordwesten durch das Taminatal begrenzte Bergkette und nur durch den 1'357 m hohen Kunkelspass vom Ringelgebirge getrennt.

Am Calanda lebt seit 2012 das erste Wolfsrudel der Schweiz seit der Wiedereinwanderung von Wölfen aus Italien.[1][2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bergkamm des Calanda setzt sich aus einer Reihe von Gipfeln zusammen und erstreckt sich von Südwesten nach Nordosten. Den südwestlichen Eckpunkt bildet der Taminser Calanda (2'390 m ü. M.), dann folgen unter anderem Felsberger Calanda (2'697 m ü. M.), Haldensteiner Calanda (mit 2'806 m ü. M. die höchste Erhebung der Gruppe) und Berger Calanda (2'270 m ü. M.) als nordöstlicher Eckpunkt. Von hier setzt sich der Grat nach Norden fort, erreicht aber im Zweienkopf und im Chimmispitz nur noch Höhen von etwas mehr als 1'800 m. Und noch weiter nach Norden hoch über Bad Ragaz den Pizalun mit der Höhe von 1478 Meter. Über den zentralen Kamm verläuft die Kantonsgrenze zwischen Graubünden und Sankt Gallen. Gegen das Taminatal fällt der Calanda mit markanten Felswänden sehr steil ab. Gegen das Rheintal ist der Hang zumindest im oberen Teil flacher, hier erstrecken sich ausgedehnte Alpen mit Bergweiden, benannt nach den jeweiligen Gemeinden am Süd- und Ostfuss des Massivs, zu denen sie gehören (Taminser Älpli, Felsberger Älpli, Haldensteiner Alp, Vazer Alp). Die Vegetation am sonnenexponierten Süd- und Südosthang hat sich an die Trockenheit angepasst und weist zum Teil mediterrane Züge auf.

Auf einer Terrasse auf 2'073 m ü. M. liegt hoch über Chur die Calandahütte des Schweizer Alpen-Clubs SAC. Sie ist Ausgangspunkt für die Bergwanderung auf den Haldensteiner Calanda. Für Biker ist die Calandahütte gut erreichbar und ein attraktives Ziel.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologisch gehört der Calanda zu den Helvetischen Decken, welche in diesem Gebiet hauptsächlich aus mesozoischen Sedimenten, nämlich aus Malm- und Kreidekalk bestehen. Am Südhang des Felsberger Calanda wurden im 19. Jahrhundert kleine Mengen von Gold gewonnen.

Der Name Calanda leitet sich vom lateinischen calare her, das herablassen bedeutet. Calanda ist also „der Herablassende“, was auf die zahlreichen Rüfen und Rutschungen bis auf die Talsohle des Rheintals hinunter schon in früheren Zeiten hinweist. Auch in neuerer Zeit ereignen sich immer wieder Felsstürze, derjenige von 1843 bedrohte das Dorf Felsberg und führte dazu, dass die Siedlung Neudorf weiter vom Hangfuss entfernt angelegt wurde. Die letzten grösseren Felsstürze fanden 2001 und 2002 statt.

Ende des 20. Jahrhunderts geriet das Calandamassiv in heftige Diskussionen; es war geplant, in unterirdischen Kavernen Erdöl-Lagerstätten für Krisenzeiten anzulegen. Gefährdet fühlten sich Menschen bis weit in den süddeutschen Raum hinein, da der nahe am Fuss des Berges vorbeifliessende Alpenrhein in den Bodensee mündet, der als Trinkwasserspeicher mittels Pipeline zur Sicherung der Wasserversorgung von Stuttgart beiträgt. Von porösem Stein und Erdbebengefahr in der Region war die Rede. Die Planer halten das Vorhaben dagegen für weitgehend sicher, nicht zuletzt wegen der immensen Stärke der Felswände.

Am Fuss des Felsberger Calandas lag das Bergwerk Goldene Sonne.

Routen zu den Gipfeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taminser Calanda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Kunkelspass, über das Taminser Älpli[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Kunkelspass (1'357 m)
  • Via: Taminser Älpli
  • Schwierigkeit: B
  • Zeitaufwand: 2½ Stunden

Von Caschleira, durch die Nordwestflanke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Caschleira (1'056 m)
  • Schwierigkeit: BG
  • Zeitaufwand: 4 Stunden
  • Bemerkung: Ungebräuchlich

Vom Felsberger Calanda, über den Nordostgrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Felsberger Calanda (2'697 m)
  • Schwierigkeit: L
  • Zeitaufwand: 1 Stunden

Von Felsberg, über das Felsberger Älpli[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Felsberg (572 m)
  • Via: Felsberger Älpli
  • Schwierigkeit: EB
  • Zeitaufwand: 4¾ Stunden

Felsberger Calanda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Tüfels Chilchli und Nordostgrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Calandahütte (2'073 m) oder Vättis (940 m)
  • Schwierigkeit: L
  • Zeitaufwand: 3 Stunden von der Calandahütte oder 4¾ Stunden von Vättis

Durch die Ostflanke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Calandahütte (2'073 m)
  • Schwierigkeit: L
  • Zeitaufwand: 2¼ Stunden

Über die Südseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Calandahütte (2'073 m)
  • Schwierigkeit: L
  • Zeitaufwand: 2½ Stunden

Von Felsberg, über das Felsberger Älpli[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Felsberg (572 m)
  • Schwierigkeit: L
  • Zeitaufwand: 5½ Stunden

Vom Taminser Calanda, über den Südgrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Taminser Calanda (2'390 m)
  • Schwierigkeit: L
  • Zeitaufwand: 1½ Stunden

Haldensteiner Calanda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Calandahütte, durch die Ostflanke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Calandahütte (2'073 m)
  • Schwierigkeit: B
  • Zeitaufwand: 2 Stunden
  • Bemerkung: Auch Winterroute

Von Vättis, durch die Südwestwand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Vättis (940 m)
  • Schwierigkeit: L
  • Zeitaufwand: 4½ Stunden

Von Vättis, durch die Nordwestwand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Vättis (940 m)
  • Schwierigkeit: WS
  • Zeitaufwand: 6 Stunden

Über Rossfallenspitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Mastrilser Alp (1'755 m) oder Berger Calanda (2'270 m)
  • Schwierigkeit: ZS-
  • Zeitaufwand: 3¾ Stunden von der Mastrilser Alp oder 2½ Stunden vom Berger Calanda

Berger Calanda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Südseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Mastrilser Alp (1'755 m) oder Valer Alp (1'751 m)
  • Schwierigkeit: B
  • Zeitaufwand: 1½ Stunden

Über die Stelli und den Nordgrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Vättis (940 m) oder Salez (1'788 m)
  • Schwierigkeit: WS
  • Zeitaufwand: 4¼ von Vättis oder 3¾ Stunden von Salez

Panorama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

360°-Panorama vom Haldensteiner Calanda

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernard Condrau & Manfred Hunziker: Clubführer, Bündner Alpen, Band 1 (Tamina- und Plessurgebirge) 4. Auflage. Verlag des SAC, 1988, ISBN 3-85902-048-X, S. 224–236.
  • Manfred Hunziker: Ringelspitz/Arosa/Rätikon. Vom Pass dil Segnas zum Schlappiner Joch. Verlag des SAC, Bern 2010, ISBN 978-3-85902-313-0, S. 245 ff. (Alpine Touren – Bündner Alpen).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Calanda (Mountain) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Rudel. Tages-Anzeiger, 15. Februar 2015, abgerufen am 7. Februar 2016.
  2. Umgang mit Wolf und Kormoran: Bundesrat setzt geänderte Verordnungen in Kraft. BAFU, 1. Juli 2015, abgerufen am 29. April 2016.