Ferdinand Karl von Österreich-Este (1754–1806)

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Ferdinand Karl Anton Joseph Johann Stanislaus von Österreich (* 1. Juni 1754 in Wien; † 24. Dezember 1806 ebenda) war Erzherzog von Österreich, Generalgouverneur der Lombardei und der Begründer des Hauses Österreich-Este.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammbaum (zum Ausklappen)

 
Ferdinand III.
(Kaiser des Heiligen Römischen Reiches)
Maria Anna von Spanien
 
Philipp Wilhelm
(Herzog von Pfalz-Neuburg, Herzog von Jülich-Berg sowie Kurfürst von der Pfalz)
Elisabeth Amalie
 
Anton Ulrich
(Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel)
⚭ Elisabeth Juliane
 
Albrecht Ernst I. zu Oettingen-Oettingen
⚭ Christine Friederike
 
Nikolaus II.
(Herzog von Lothringen)
Claudia
 
Ferdinand III.
(Kaiser des Heiligen Römischen Reiches)
Eleonora Magdalena
 
Ludwig XIII.
(König von Frankreich)
Anna
 
Karl I. Ludwig
(Kurfürst von der Pfalz)
Charlotte
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Leopold I.
(Erzherzog von Österreich und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches)
 
Eleonore Magdalene
 
Ludwig Rudolf
(Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel)
 
Christine Luise
 
Karl V.
(Herzog von Lothringen)
 
Eleonore
 
Philippe I.
(Herzog von Orléans, Bruder Ludwigs XIV.)
 
Liselotte von der Pfalz
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karl VI.
(Kaiser des Heiligen Römischen Reiches)
 
Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Leopold
(Herzog von Lothringen)
 
Élisabeth Charlotte d’Orléans
(Herzogin von Lothringen)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maria Theresia
(Regentin von Österreich)
 
Franz I. Stephan
(Kaiser des Heiligen Römischen Reiches)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maria Elisabeth
 
 
Maria Anna
(Äbtissin des Theresianischen Damenstiftes)
 
 
Maria Karolina
 
 
Joseph II.
(Kaiser des Heiligen Römischen Reiches)
 
 
Maria Christina
(Herzogin von Sachsen-Teschen)
 
 
Maria Elisabeth
 
 
Karl Joseph
 
 
Maria Amalia
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Leopold II.
(Kaiser des Heiligen Römischen Reiches)
 
Maria Karolina
 
Johanna Gabriele
 
Maria Josepha
 
Maria Karolina
 
Ferdinand Karl
 
Marie-Antoinette
(Königin von Frankreich)
 
Maximilian Franz
(Kurfürst von Köln, Fürstbischof von Münster)
Erzherzog Ferdinand Karl von Österreich-Este
Ferdinand Karl und Beatrice von Österreich-Este

Erzherzog Ferdinand Karl Anton Joseph Johann Stanislaus von Habsburg-Lothringen wurde am 1. Juni 1754 als vierzehntes Kind und vierter Sohn von Maria Theresia und Kaiser Franz I. Stephan in Wien geboren.

Ferdinand Karl war ein österreichischer Erzherzog und verbrachte als eines der jüngsten Kinder von Maria Theresia eine eher unbekümmerte Kindheit und Jugend, da seine älteren Brüder in der Thronfolge weit vor ihm standen. Maria Theresia schmiedete schon früh Heiratspläne für ihre vierzehn überlebenden Kinder. Im Rahmen dieser Eheverhandlungen sollten vorteilhafte dynastische Beziehungen aufgebaut werden. Deshalb wurde Erzherzog Ferdinand schon im frühesten Kindesalter mit der einzigen Tochter des Herzogs von Modena, Maria Beatrice d’Este (1750–1829), verlobt. Die junge italienische Prinzessin sollte einst das Herzogtum Modena von ihrem Vater erben. Am 15. Oktober 1771 heiratete der junge 17-jährige Erzherzog Ferdinand in Mailand Maria Beatrice.

Zu diesem feierlichen Anlass schrieb der 15-jährige Mozart die Oper Ascanio in Alba. Uraufgeführt wurde die Oper am 17. Oktober 1771 in Mailand im Teatro Ducale.

Ein Teil der Hochzeitsfeierlichkeiten war auch die Uraufführung der Oper Il Ruggiero von Johann Adolph Hasse.

Die Ehe zwischen Ferdinand Karl und Maria Beatrice verlief glücklich. Residenz war die Königliche Villa von Monza. Das Paar hatte neun Kinder und wurde zum Begründer der Linie Habsburg-Este. 1780 wurde Ferdinand Karl Statthalter der Lombardei, bis er von dort mit seiner Familie durch Napoleon vertrieben wurde. Politisch blieb er aber wie seine ältere Schwester Maria Christina als Statthalterin der Niederlande machtlos. Joseph II. ließ seinem Bruder nicht viel Spielraum. Trotzdem war das Paar vor allem wegen seines sozialen Engagements bei der Bevölkerung sehr beliebt.

Napoleons Einmarsch in Mailand im Jahre 1796 zwang die Familie zur Flucht vor den französischen Truppen. Nach Aufenthalten in Triest und Brünn ließ sich die Herzogin mit einem Teil der Kinder in Wiener Neustadt nieder, während Ferdinand mit den älteren Söhnen im Schloss Belvedere in Wien Residenz bezog.

1803 starb sein Schwiegervater, Ercole III. d’Este und Ferdinand erbte dessen Entschädigungslande, das Herzogtum Modena-Breisgau. Ebenfalls 1803 kaufte seine Gattin im Wiener Stadtzentrum ein Haus, wohin die gesamte Familie übersiedelte. Der Erzherzog konnte sich aber nicht lange an dem gemeinsamen Domizil erfreuen, da er bereits am Weihnachtstag 1806 an der Bauchwassersucht starb.[1] Ferdinand Karl von Österreich-Este gehört zu jenen 41 Personen, die eine „Getrennte Bestattung“ mit Aufteilung des Körpers auf alle drei traditionellen Wiener Begräbnisstätten der Habsburger (Kaisergruft, Herzgruft, Herzogsgruft) erhielten.

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ferdinand Karl von Österreich-Este – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Weissensteiner: Frauen auf Habsburgs Thron – die österreichischen Kaiserinnen, Ueberreuter-Verlag Wien, 1998