Fernsehoper

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Die Fernsehoper ist ein komplexes Bühnenwerk mit dramatischer Dichtung, Musik und Weiterem als Gesamtkunstwerk, das extra für die Fernsehausstrahlung erstellt oder als eine Version einer Bühnenoper erarbeitet wird. Im weiteren Sinne gehören auch Fernsehübertragungen von Bühnenopern dazu.

Die Fernsehoper gehört als Gattung zu den Opern und dem Musiktheater und unterliegt auch deren Regeln, Vorgaben, Elementen und Einteilung. Die Inszenierung für das Fernsehen unterscheidet sich aber bestenfalls von der Inszenierung für ein Opernhaus. Eine Fernsehversion bedarf einer eigens bedachten Regie, da es sich um eine mediale Vermittlung handelt, d. h. spezielle Gegebenheiten beachtet werden müssen. Eine Fernsehoper kann Live oder als Aufzeichnung zu den Betrachtern übertragen werden. Kritiker bemängeln die technische Begrenzung und damit verbundene Reduktion des Wahrnehmbaren als Schlüssellochcharakter. Als Vorteil kann dagegen die große Distributionsmenge genannt werden. Die Premiere der „Traviata“ 2005 in Salzburg, strenggenommen ‚nur‘ eine Fernsehübertragung einer Bühnenoper, erreichte mittels des Senders ORF um die 949 000 Zuschauer.

Als erste direkt für das Fernsehen entwickelte Oper wird der 1. Akt von Amahl und die nächtlichen Besucher des Komponisten Gian Carlo Menotti genannt, die am 24. Dezember 1951 im Fernsehsender NBC (National Broadcasting Company) in New York uraufgeführt wurde.

Die Funk- und Fernsehoper galt seit den 1950er Jahren vor allem als eine experimentelle Form. Bedingt durch die technische Entwicklung waren Fernsehopern zuerst vor allem in Schwarz-Weiß zu empfangen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helga Bertz-Dostal: Oper im Fernsehen. Grundlagenforschung im Rahmen des Forschungsprogramms des Instituts für Theaterwissenschaften an der Universität Wien. 2 Bände. Minor Verlag, Wien 1970–1971.
  • Peter Csobádi, Gernot Gruber, Jürgen Kühnel, Ulrich Müller, Oswald Panagl, Franz Viktor Spechtler (Hrsg.): Das Musiktheater in den audiovisuellen Medien. „... Ersichtlich gewordene Taten der Musik“. Vorträge und Gespräche des Salzburger Symposions 1999. Müller-Speiser, Anif/Salzburg 2001, ISBN 3-85145-074-4 (Wort und Musik 48).
  • Bettina Fellinger: Oper im Fernsehen. Die Opernverfilmungen von Jean-Pierre Ponnelle. Hamburg 1987, (Magister-Schrift der Universität Hamburg, 1988).
  • Istituto di Ricerca per il Teatro Musicale (Hrsg.): Opera e televisione. Un problema di linguaggi. (Roma, 27 – 30 ottobre 1993). Istituto di Ricerca per il Teatro Musicale, Rom 1997, ISBN 88-86704-25-9 (Quaderni dell'I.R.TE.M. 20).
  • Jürgen Kühnel: Mimesis und Diegesis – Szenische Darstellung und filmische Erzählung zur Ästhetik der Oper in Film und Fernsehen. In: Peter Csobádi u. a. (Hrsg.): Das Musiktheater in den audiovisuellen Medien. „... Ersichtlich gewordene Taten der Musik“. Vorträge und Gespräche des Salzburger Symposions 1999. Müller-Speiser, Anif/Salzburg 2001, ISBN 3-85145-074-4, S. 60–79 (Wort und Musik 48).
  • Jürgen Kühnel: Oper im Fernsehen. In: Inga Lemke (Hrsg.): Theaterbühne – Fernsehbilder. Sprech-, Musik- und Tanztheater in und für das Fernsehen. Müller-Speiser, Anif/Salzburg 1998, ISBN 3-85145-047-7, S. 159–188 (Wort und Musik 37).
  • Bernd Riede: Vorbereitung auf das Abitur Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Manz, Stuttgart 2000, ISBN 3-7863-4402-7, S. 150 (Manz-Lernhilfen).
  • Johannes Schmidt-Sistermanns: Opernregie im Fernsehen. Medienspezifische Regiekonzepte zur Visualisierung von Oper im Fernsehen. Verband der Wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs (VWGÖ), Wien 1991, ISBN 3-85369-832-8 (Zugleich: Osnabrück, Univ., Diss., 1989).
  • Sigrid Wiesmann: Fra Diavolo in Film und Fernsehen. In: Milan Pospísil (Hrsg.): Le rayonnement de l'opéra-comique en Europe au XIXe siècle. Actes du Colloque International de Musicologie tenu à Prague 12 – 14 mai 1999. KLP – Koniasch Latin Press, Prag 2003, ISBN 80-8591765-3, S. 157–164.
  • Sigrid Wiesmann: Oper im Fernsehen – ästhetische und dramaturgische Probleme. Typoskript (Im Nachlass von Sigrid Wiesmann in der Wienbibliothek im Rathaus, Handschriftensammlung ZPH 1229, vgl. Verzeichnis (PDF; 263 KB), S. 7).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]