Final Fantasy XIV

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Final Fantasy XIV
Final Fantasy XIV wordmark.png
Originaltitel ファイナルファンタジーXIV
Transkription Fainaru Fantajī Fōtīn
Studio Square Enix
Publisher Square Enix
Erstveröffent-
lichung
30. September 2010 (Windows)

A Realm Reborn:
Windows:
27. August 2013
PlayStation 3:
27. August 2013
PlayStation 4:
14. April 2014
macOS:
23. Juni 2015
Plattform Windows
PlayStation 3
PlayStation 4
macOS
Genre MMORPG
Spielmodus Mehrspieler
Steuerung Gamepad, Tastatur, Maus
Sprache Japanisch
Hochchinesisch
Deutsch
Englisch
Französisch
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben
PEGI ab 12 Jahren empfohlen

Final Fantasy XIV, auch bekannt als Final Fantasy XIV Online, ist das zweite MMORPG der Final-Fantasy-Serie. Es wurde vom gleichen Team entwickelt, das auch für Final Fantasy XI verantwortlich war. Final Fantasy XIV ist am 30. September 2010 weltweit für Windows-PC erschienen.

Final Fantasy XIV erhielt nach seinem Start scharfe Kritik, was zu einer öffentlichen Entschuldigung und einem Austausch der verantwortlichen Produzenten führte. Square Enix gab im Oktober 2011 bekannt, das Spiel umfassend zu überarbeiten und einen Relaunch unter dem Titel Final Fantasy XIV: A Realm Reborn vorzunehmen; dieser erfolgte weltweit am 27. August 2013 in Form einer Standard- und einer Sammleredition. A Realm Reborn ersetzte das ursprüngliche Final Fantasy XIV. Das Spiel brachte eine neue Engine, verbesserte Server-Strukturen, aufpoliertes Gameplay und eine neue Handlung mit sich. Später wurde A Realm Reborn auch für die PlayStation 4 und macOS veröffentlicht. Am 23. Juni 2015 erschien die erste Erweiterung Final Fantasy XIV: Heavensward.

Messestand von Final Fantasy XIV auf der Gamescom 2015

Spielmechanik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der generelle Spielablauf ähnelt dem von Final Fantasy XI. Im Spiel wird Fortschritt durch das Absolvieren von Missionen und Aufträgen erzielt. Diese Missionen decken die Handlung des Spiels portionsweise auf und erlauben das gemeinsame Spielen mit anderen Spielern. Die Stadtstaaten der Welt Eorzea dienen als Treff- und Sammelpunkte der Spieler, von wo aus sie gemeinsam ihre Missionen antreten, sich unterhalten, Gilden besuchen oder Freizeitaktivitäten nachgehen. Die Zeit verläuft dabei nicht in Echtzeit, sondern ein voller Tag im Spiel dauert eine Stunde in Echtzeit.

Gildenfreibriefe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Missionen werden in Form von Gildenfreibriefen ausgeschrieben. Es sind rechteckige Karten aus farbigem Kristall, die von der Abenteurergilde herausgegeben werden und die Abenteurer zu Aufträgen berechtigen. Sie sind in wertvolle Metallrahmen eingearbeitet und zeigen die Schutzheiligen Eorzeas samt ihrer Tugenden. In jeder Schänke können sich die Abenteurer verschiedene Freibriefe zeigen lassen, die ihren Fähigkeiten und ihrem Status entsprechen. Für die Erfüllung von schwierigen Aufträgen können sich Abenteurer zusammenschließen, um von ihren Privilegien zu profitieren. Wenn alle verschiedene Freibriefe mit sich bringen, können diese zu einer Kampagne kombiniert werden. Insgesamt gibt es acht Kategorien von Freibriefen, die verschiedene ehrhafte Tugenden wie Tapferkeit, Beständigkeit, Zuverlässigkeit oder Hingabe repräsentieren und entsprechende Aufträge und Missionen unter sich bündeln.

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ausrüstungssystem ist der Dreh- und Angelpunkt in Final Fantasy XIV, da es den Spielstil der Abenteurer beeinflusst und an ihre Entwicklung gekoppelt ist. Durch das bloße Ändern von ausgerüsteten Waffen oder Werkzeugen kann nicht nur der Spielstil und die damit einhergehenden aktiv verwendeten Fertigkeiten geändert werden, sondern auch die äußere Erscheinung. Durch dieses Prinzip kann sich der Spieler jederzeit optimal auf die Situation einstellen, wobei jedoch ein Wechsel der Waffen nur außerhalb von Kämpfen erfolgen kann. Jede Waffe und jedes Werkzeug beinhaltet bestimmte spezifische Fähigkeiten, die zur Disziplin passen und die durch häufigen Gebrauch effektiver werden. Auf ein Level-System wird somit vollständig verzichtet.

Disziplinen und Lebensstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Ausrüstungsgegenstände werden den Abenteurern bestimmte Disziplinen zugesprochen, die weitestgehend bestimmten Charakterklassen aus anderen Teilen der Serie entsprechen. Dabei können diese Disziplinen in vier große Gruppen eingeteilt werden: Die „Krieger“, die ihr Heil mit Waffen in der Schlacht suchen; die „Magier“, die sich seltsamer Artefakte bedienen und sich der Erforschung der magischen Künste verschrieben haben; die „Sammler“, die im Gelände arbeiten und der Natur ihre Schätze abringen; und die „Handwerker“, die sich mit ihren Werkzeugen auf das Herstellen von Gütern verstehen. Das Ausrüstungssystem lässt dabei jedem Spieler die Wahl, ob er sich spezialisieren oder ein Allrounder sein möchte.

Die folgende Auflistung zeigt die verschiedenen Disziplinen auf:

Krieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Faustkämpfer
  • Gladiator
  • Marodeur
  • Pikenier
  • Waldläufer
  • Schurke

Magier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Druide
  • Hermetiker
  • Thaumaturg

Handwerker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alchemist
  • Gerber
  • Goldschmied
  • Gourmet
  • Grobschmied
  • Plattner
  • Weber
  • Zimmerer

Sammler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fischer
  • Gärtner
  • Minenarbeiter

Sonderklassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit Patch 3.0
  • Dunkelritter
  • Astrologe
  • Machinist

Dabei ist zu beachten, dass all diese Disziplinen Teile eines funktionierenden Sozialsystems sind, in welchem sich die Bewohner der Spielwelt selbständig mit Lebensmitteln und Ausrüstungsgegenständen gemäß ihrer Fähigkeiten versorgen. Ein Gladiator kann beispielsweise ein Monster erlegen und das Fleisch zu einem Gourmet bringen, aus dem dieser dann Nahrung erzeugt und sie verkaufen kann. Das Tierfell bringt er zu einem Gerber und lässt sich daraus eine Rüstung herstellen. Oder ein Druide findet beispielsweise in den Wäldern gewisse Zutaten, die er sich von einem Alchemisten aufbereiten lassen kann.

Mit dem Neustart des Spiels A Realm Reborn wurden zusätzlich auch erweiterte Klassen aus früheren Spielen der Final-Fantasy-Reihe integriert. Sie können ausgeübt werden, wenn bestimmte Kombinationen der Erfahrungen in den ausgeübten Disziplinen erreicht werden. Nach Abschluss einer daraufhin verfügbaren Jobquest erhält der Spieler einen entsprechenden Jobkristall, der beim Ausrüsten den Wechsel in den jeweiligen Beruf ermöglicht.

  • Barde
  • Dragoon
  • Krieger
  • Dunkelritter
  • Gelehrter
  • Schwarzmagier
  • Weißmagier
  • Astrologe
  • Mönch
  • Paladin
  • Beschwörer
  • Maschinist
  • Ninja

Charaktererschaffung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Final Fantasy XIV bietet ein einfaches, aber dennoch umfassendes System zur Charakterkreation. Bei der Charaktererstellung stehen Feinheiten wie Augengröße und -farbe, Haut, Haartyp und -farbe sowie Strähnen und Farbverläufe zur Auswahl und weiterhin die Formen von Augen, Mund und Nase. Außerdem können noch Extras wie Tätowierungen oder Narben gewählt werden. Zusätzlich können bestimmte Aktionen im Spiel dauerhafte Auswirkungen auf das Aussehen haben. Neben der Rasse, die gleich als erstes bestimmt wird, muss auch ein Geschlecht sowie die Zugehörigkeit zu einem von jeweils zwei Clans gewählt werden, was ebenfalls weitere äußerliche Unterschiede mit sich zieht.

Insgesamt ergeben sich durch Rasse, Geschlecht, Clan und Grundtyp bereits 80 verschiedene Möglichkeiten, die durch die Gesichtsparamater weiter individualisiert werden können. Zum Abschluss muss eine Startdisziplin, ein Server, der individuelle Glückstag und der angebetete Gott der Zwölf gewählt werden.

Spielwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Welt von Final Fantasy XIV trägt den Namen Eorzea und ähnelt Vana’diel aus Final Fantasy XI hinsichtlich Landschaft und Geografie. Die Bevölkerung besteht erneut aus verschiedenen Rassen, die denjenigen aus Final Fantasy XI ähneln, damit Spieler einen schnellen Einstieg erhalten können. Die Welt ist sehr weitläufig und abwechslungsreich gestaltet worden. Zur Überbrückung großer Distanzen können Spieler mittels Ätheryt zwischen bestimmten Punkten teleportieren. Zu Beginn des Spiels entscheidet sich der Spieler für die Anhängerschaft zu einem von drei Stadtstaaten. Die Waldstadt Gridania befindet sich im Osten Aldenards, die Meeresmetropole Limsa Lominsa liegt im Süden der Insel Vylbrand, und das Sultanat Ul’dah liegt weit im Süden Aldenards in der Ödnis ausgedehnter Felswüsten.

Rassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Rassen ist die Ähnlichkeit zu denjenigen aus Final Fantasy XI auffällig, was von den Entwicklern auch beabsichtigt ist. Einerseits haben sich diese Rassen bezüglich der Spielbalance bewährt, andererseits sollen sich Spieler schnell zurechtfinden. Die folgenden Rassen stehen zur Auswahl:

  • Hyuran: Sie ähneln Menschen und stellen die Größte Gruppe der Population von Eorzea dar. Sie sind technologisch fortgeschritten und haben ein ehrenhaftes Gemüt.
  • Elezen: Elfenhafte Nomaden. Sie sind hochgewachsen und haben lange und dünne Gliedmaßen. Sie stehen in Zwietracht mit den Hyur, allerdings gibt es auch Regionen, in denen beide friedlich koexistieren.
  • Lalafell: Kleine, rundliche Wesen, die zu allen anderen Rassen freundliche Beziehungen pflegen. Trotz ihrer geringen Körpergröße sind sie flink und agil. Weiterhin sind sie sehr familienbewusst.
  • Miqo’Te: Sie sind einzelgängerische, katzenartige Wesen, die sich auf die Jagd spezialisiert haben. Zahlenmäßig stellen sie die geringste Population dar. Sie tendieren dazu, die anderen Rassen zu meiden.
  • Roegadyn: Sie sind große und massige Wesen, die sich dem Meer verbunden fühlen und sich demnach auf Fischfang oder Seefahrerei konzentrieren. Sie mögen es, ihre Stärke mit anderen zu messen.

Die Rassen haben jeweils 2 Unterarten, welche sich vom Wesen und aussehen her Unterscheiden.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwölf Götter wachen seit jeher über Eorzea und nahmen sich der fünf Völker an, die vor langer Zeit in ihr sonst leeres Land einströmten, da sie von ihrer Zähigkeit angetan waren und seitdem ihre Geschicke leiteten. Die Götter wurden als die Zwölf bekannt und verehrt, während unterdessen zahlreiche Dörfer gegründet wurden, sich zu Städten entwickelten und zu Stadtstaaten heranwuchsen. Doch seit jeher herrschten Zwist und Unstimmigkeit in Eorzea. Oftmals beherrschten Verrat und gebrochene Schwüre die Beziehungen, und somit wurden viele Schlachten geschlagen und viele Dörfer zur Erde verbrannt, aus der sie entstanden.

15 Jahre vor Spielbeginn änderten sich diese Verhältnisse schlagartig, als die bis dahin geltende Großmacht Ala Mhigo von einer bislang völlig unbekannten Armee überrannt wurde. Gegen die futuristischen Waffen und vollmetallenen Rüstungen der Streitkräfte des Garleischen Kaiserreichs hatten die Verteidiger keine Chance. Der gesamte Norden Eorzeas wurde im Zuge dessen überrollt und in Schutt und Asche gelegt. Dies war der ausschlaggebende Punkt für die anderen Stadtstaaten, ihre ewig andauernden Feindschaften beiseitezulegen und sich auf die gemeinsame Bedrohung zu konzentrieren. Sie gründeten folglich ein geheimes, militärisches Bündnis, allerdings fand die befürchtete Invasion in den Süden unerklärlicherweise nie statt. Aus diesem Grund leben die Bewohner Eorzeas seitdem in Furcht vor einem Angriff. Diese Zeit des unruhigen Friedens wird demnach als die Zeit der Stille bezeichnet. Vor zehn Jahren schließlich wurde der erste der Primae in Eorzea gesichtet. Diese entsetzlichen Kreaturen wurden von einigen wilden Stämmen heraufbeschworen, um die Stadtstaaten einzuschüchtern. Beide Ereignisse prägten nachhaltig das Bild Eorzeas.

Die Stadtstaaten der neuen Allianz bildeten stehende, flexible Heere aus um einem potenziellen Angriff gewachsen zu sein. Stadtwachen, Söldner und ausgeschiedene Soldaten fanden dagegen kaum mehr Beschäftigung und verfielen teilweise der Kriminalität. Angesehene Söldnerführer schlossen sich daraufhin zusammen und gründeten ein Netzwerk von Gilden, die diesen verlorenen Seelen ein neues Zuhause bieten sollte und sie durch gute Taten rehabilitieren ließ. Diese Gildenanhänger werden als die Abenteurer bezeichnet und sind begründen mit ihren Handlungen das Zeitalter der Abenteurer. Auf unerklärliche Weise entwickelten seither einige Abenteurer die Gabe, bestimmte Dinge in der Vergangenheit zu manipulieren. Diese Gabe weckt seitdem große Furcht, aber auch die Machtgier der Führer.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Final Fantasy XIV wurde unter dem Codenamen Rapture entwickelt. Produziert wurde es von Hiromichi Tanaka, der bereits für Final Fantasy XI verantwortlich war. Der ursprüngliche Direktor des Spiels war Nobuaki Komoto, der künstlerische Leiter ist Akihiko Yoshida (Vagrant Story, Final Fantasy XII), der Soundtrack stammt erstmals seit Final Fantasy IX wieder komplett aus der Feder von Nobuo Uematsu. Die verwendete Spiel-Engine war Crystal Tools.[1] Am 30. September 2010 wurde das Spiel schließlich veröffentlicht. Erste Previews bezeugten dem Spiel großes Spielspaß-Potenzial, allerdings fielen Tests und Beurteilungen sehr durchwachsen aus. Während audiovisuell wenig Kritik anfiel, wurden diverse Aspekte der Spielmechanik negativ bewertet.

Naoki Yoshida ersetzte Tanaka und Komoto und übernahm die Rolle des Direktors für A Realm Reborn.

Als Reaktion zog sich zwei Monate nach der Veröffentlichung im November 2010 Tanaka vom Posten des Produzenten zurück und Komoto wurde seines Amtes als Direktor enthoben. Naoki Yoshida ersetzt sie fortan und erfüllt beide Rollen. Der CEO von Square Enix, Yōichi Wada, sagte auf einer Pressekonferenz, dass die Marke „Final Fantasy“ durch das Spiel großen Schaden erlitten hat.[2][3]

Von da an wurden regelmäßige Botschaften des Entwicklerteams an die Spielergemeinschaft veröffentlicht, in denen die neuesten Entwicklungen und anstehende Ereignisse zum Thema gemacht wurden.[4] Durch Foren und Umfragen erhalten die Entwickler Feedback der Spieler und versuchen dieses stärker zu beachten und zu implementieren.[4] Im April 2011 begann das Team mit der Entwicklung einer neuen Spiel-Engine und einer anderen Server-Struktur.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jeremy Dunham: E3 2009: Final Fantasy XIV – What We Know. In: IGN. 4. Juni 2009, abgerufen am 29. Juni 2015.
  2. 「ファイナルファンタジー14」ゲーム内容を大幅修正. In: Sponichi Annex. 27. September 2011, abgerufen am 29. Juni 2015.
  3. Anoop Gantayat: Square Enix CEO: Final Fantasy XIV Damaged FF Brand. In: andriasang.com. 27. September 2011, abgerufen am 29. Juni 2015.
  4. a b Letter from the Producer, I (01/21/2011). In: The Lodestone. 21. Januar 2011, archiviert vom Original am 13. März 2013, abgerufen am 5. Juli 2015.