Flat Rock Assembly Plant

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Das Werk der AutoAlliance in Flat Rock im Oktober 2010.

Bei der Flat Rock Assembly Plant (ehemals AutoAlliance International Inc.) handelt es sich um eine Fertigungsstätte der Ford Motor Company in Flat Rock (Wayne County) im US-Bundesstaat Michigan.

Innerhalb der Fahrzeug-Identifikationsnummer verwendet das Unternehmen den Welt-Herstellercode 1YV für Mazda, 1ZV und 2ZV für Ford und Shelby American, WF0 für Ford Deutschland sowie die 1ZW für Mercury. Markenübergreifend ist die Zahl 5 als Werkscode für Flat Rock in Verwendung.

Ähnliche Unternehmen sind die Ford Motor Company of Southern Africa (seit 1963) und die Ford Japan Limited (seit 1982). Als Schwesterunternehmung wird jedoch nur die 1995 begründete AutoAlliance Thailand angesehen.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Das Werk wurde im Jahr 1972 als zum Ford-Konzern gehörenden Michigan Casting Center eröffnet. Hier wurden V8-Motorblöcke für verschiedene Ford-Modelle hergestellt. Doch wegen der stetig sinkenden Nachfrage an den V8-Motoren und den ständigen Aufbringungen an Investitionen zur Modernisierung der Produktionsanlagen, war die Rentabilität des Standorts gefährdet. Die Werksschließung wurde 1981 vollzogen.

Das erste Mazda-Werk in den USA[Bearbeiten]

Mazda Motor Manufacturing (USA)
Logo
Rechtsform Corporation
Gründung 1985
Auflösung 30. Juni 1992
Sitz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten:
Flat Rock (Michigan)
Leitung Masahiro Uchida
Mitarbeiter ~900 bis 1.200 Beschäftigte

Im Jahre 1985 kaufte dann Mazda das leerstehende Werk auf und stattete es für die Montage von Automobilen aus. Das erste Modell, welches bei der Mazda Motor Manufacturing (USA) Corp. vom Band rollte, war am 1. September 1987 der Mazda MX-6. Für die Märkte außerhalb Nordamerikas wurde das Modell im Badge-Engineering als Mazda 626 Coupé gebaut. Im Januar 1988 folgte auf derselben Plattform der Ford Probe. Die Produktion der Schrägheck- wie auch die der Stufenhecklimousine des 626 konnte nach einer technischen Überarbeitung verspätet erst im September 1989 aufgenommen werden. Kurze Zeit später wurde schließlich auch der Probe überarbeitet.

Im Frühjahr 1991 kam eine neue Generation des 626 Coupé auf den Markt. Die Schräghecklimousine wie auch der Stufenheck blieben vorerst weiterhin unverändert.

Umwandlung des Standorts in ein Joint-Venture[Bearbeiten]

AutoAlliance International
Logo
Rechtsform Incorporated
Gründung 1. Juli 1992
Sitz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten:
Flat Rock (Michigan)
Leitung Mamoru Takebayashi (1992–?)
Philip G. Spender (?–2005)
Gary A. Row (seit 2005)
John Savona (seit 2011)
Mitarbeiter ~3.700 Beschäftigte (Juli 2008)
Website www.autoalliance.com/

Am 15. April 1992 erlangte die Ford Motor Company einen Anteil von 50 Prozent. Die Umbenennung in AutoAlliance International erfolgte am 1. Juli. Von nun an galt das Unternehmen als ein offizielles Joint-Venture zwischen beiden Konzerne. Die Leitung des Werkes wird seither ausschließlich vom Ford-Konzern gestellt, während die vorhergehenden Manager der Mazda Motor Manufacturing nach Japan und China abberufen wurden.

Unter der neuen Leitung hatte man nun auch die Produktion des neuen Probe wie, auch einer neuen 626-Generation veranlasst. Im August 1992 lief schließlich die Produktion des neuen Ford Probe an, der bereits im Dezember vom Motor Trend Magazine zum Car of the Year gekürt wurde. Die Produktion des 626 begann zusammen mit der des MX-6 erst im Dezember 1992. Die Schräghecklimousine, in den USA als Hatchback bezeichnet, hatte man aus dem Programm genommen. Im August 1994 sollte dann der geliftete Probe für Fuore sorgen. Der 626 wie auch der MX-6 folgte im Dezember.

Im September 1997 wurde die Produktion der Modelle MX-6 und Probe zugunsten des in Europa entwickelten Ford Cougar eingestellt. Nur der 626 wurde noch weitergebaut, jedoch in einer neuen Generation aufgelegt. Die Serienproduktion des neuen Coupés hatte man im März 1998 aufgenommen. Die Einheiten für den nordamerikanischen Markt gelangten mittels Badge-Engineering als Mercury Cougar in den Handel. Gegen Ende des Jahrtausends brach die Nachfrage am 626 immens ein, sodass Ford gezwungen war einen Teil der Belegschaft zu reduzieren. Obwohl man den 626 im Juni 2002 einer Modellpflege unterzog, blieb der erhoffte Erfolg aus. Im Oktober 2002 trat schließlich der Mazda6 dessen Nachfolge an. Ihn gab es nun auch wieder als Stufenhecklimousine wie auch als Kombi. Im August desselben Jahres rollte dann auch der letzte Mercury Cougar vom Band.

Im Februar 2003 kündigte die Ford Motor Company an, den Ford Mustang für das Modelljahr 2005 in Flat Rock produzieren zu wollen. Bereits im August 2004 rollten schließlich die ersten Mustangs in Flat Rock vom Band. Kurz zuvor, im März, hatte der überarbeitete Mazda6 seine Premiere. Wenige Tage darauf entstand eine Partnerschaft mit dem Downriver Career Technical Consortium, was die Schaffung eines hauseigenen Ausbildungszentrum zur Folge hatte.

Seit 2007 werden hier unter anderem die Mustang-Schwestermodelle Shelby GT500, Shelby GT500KR und Shelby GT/H hergestellt. Nach einer Modellpflege des Ford-Modells entstanden darüber hinaus der Shelby GT350, der Shelby GTS wie der auf 1000 Exemplare limitierte Shelby 1000.

Am 24. August 2012 rollte der letzte Mazda6 in Flat Rock vom Band. Die Produktion des Modells wurde aus Kostengründen nach Japan verlagert. Währenddessen übernahm der Ford-Konzern die volle Kontrolle über das Werk. Mazda plant unterdessen an einer Rückkehr und verfolgt Pläne ein neues Modell für den US-Markt zu bauen. Eine offizielle Auflösung des Joint-Ventures hat es demnach also nicht gegeben. Die Lücke des Mazda6 wurde durch die Produktion des Ford Fusion geschlossen, der zum Sommer 2013 in Produktion ging. Alle bis dahin angebotene Einheiten des Modells kommen aus dem mexikanischen Hermosillo.

Modellübersicht[Bearbeiten]

Marke Klasse Mazda Motor Manufacturing USA Corp.
(MMUC)
AutoAlliance International Inc.
(AAI)
Flat Rock Assembly Plant
1980er 1990er 2000er 2010er
7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3
Ford.svg Sportcoupé
&
Sportcabriolet
BT2
Probe
1988 bis 1990
PT2
Probe
1990 bis 1992
CT2
Probe
1992 bis 1994
LT2
Probe
1994 bis 1997
HT60
Cougar2
1998 bis 2002
HT8
Mustang
2004 bis 2009
BP8
Mustang
seit 2009
HT8
Mustang
2004 bis 2009
BP8
Mustang
seit 2009
Mittelklasse-Stufenheck
„Sedan”
?
Fusion
ab 2013
Mazda logo 2.svg Sportcoupé GD3
626 Coupé2/MX-61
1987 bis 1989
GD3
626 Coupé2/MX-61
1989 bis 1991
GE3
MX-61/MX-6 Mystère3
1992 bis 1995
GE6
MX-61/MX-6 Mystère3
1995 bis 1997
Mittelklasse-Schrägheck
„Hatchback”
GD3
626
1989 bis 1992
HP8
6 Sport
2002 bis 2004
HP8
6 Sport
2004 bis 2008
Mittelklasse-Stufenheck
„Sedan”
GD2
626
1989 bis 1992
GE2
626
1992 bis 1995
GE2
626
1995 bis 1997
GF2
626
1997 bis 1999
GF2
626
2000 bis 2002
FP8
6 Sport Sedan
2002 bis 2004
FP8
6 Sport Sedan
2004 bis 2008
HZ8
6 Ultra Sedan
2008 bis 2012
HZ8
6 Ultra Sedan
nur 2012
Mittelklasse-Kombi
„Estate”/„Station Wagon”
FP8
6 Sport Wagon
2002 bis 2004
HP8
6 Sport Wagon
2004 bis 2008
Mercury logo.png Sportcoupe FT61
Cougar1
1998 bis 2000
FT61
Cougar1
2001 bis 2002
Shelby American logo.jpg Sportcoupé
&
Sportcabriolet
HT8
GT500/GT500KR/GT/H
2007 bis 2009
BP8
1000/GT350/GT500/GTS
seit 2009
HT8
GT500/GT/H
2007 bis 2009
BP8
GT350/GT500/GTS
seit 2009

1: Modellname für die Märkte Nordamerikas (CDN, MEX und USA)
2: Exportbezeichnung für die Märkte außerhalb Nordamerikas
3. Modellbezeichnung in Kanada

Weblinks[Bearbeiten]