Flixbus

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FlixMobility GmbH
Basisinformationen
Unternehmenssitz München
Webpräsenz www.flixbus.de
Bezugsjahr 2017
Rechtsform GmbH
Geschäftsführung

Jochen Engert, Daniel Krauss, André Schwämmlein[2]

Mitarbeiter ca. 1000[1]
Tochtergesellschaft FlixBus DACH GmbH,

FlixBus France SARL, FlixBus Italia S.r.l., FlixBus B.V., FlixBus CEE GmbH, FlixBus Denmark ApS, FlixBus Sverige AB, FlixMobility Experience GmbH

Statistik
Fahrgäste 60 Mio. seit der Gründung[3]
Betriebseinrichtungen
Sonstige Betriebseinrichtungen ZOB Lounge München, Flixbus Shop Berlin Alexanderplatz
Flixbus Europe Intercity Bus
Doppeldeckerbus von Flixbus
Altes Logo (bis Januar 2015)
FlixBus Logo bis zum 4. Mai 2016

Die Flixmobility GmbH (Eigenschreibweise: FlixMobility) ist ein unter der Marke Flixbus (Eigenschreibweise: FlixBus) am Markt auftretendes privates deutsches Fernbusunternehmen mit Sitz in München.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und Markteintritt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 2011 unter dem Namen GoBus gegründet und Anfang 2013 in Flixbus umbenannt. Flixbus startete am 13. Februar 2013 im Rahmen der Liberalisierung des Fernbusverkehrs in Deutschland und einer Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes mit vier täglichen Linien durch Süddeutschland. Mittlerweile bietet Flixbus rund 10.000 tägliche Direktverbindungen in Deutschland und Europa an (Stand Juli 2015).[4] Knapp ein Jahr nach Markteintritt gab Flixbus im Januar 2014 an, noch innerhalb des Jahres die Gewinnschwelle zu erreichen.[5]

Fusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Januar 2015 kündigten Flixbus und MeinFernbus an, zu fusionieren, ihre Liniennetze zusammenzufügen und zusätzliche Linien ins Ausland anzubieten.[6] MeinFernbus hatte 2014 7,2 Millionen Fahrgäste befördert, Flixbus 3,5 Millionen.[7] 2015 sind 20 Millionen Passagiere europaweit mit MeinFernbus Flixbus gereist.[8] Mit mehr als 20 Millionen Fahrgästen beförderten Fernbusse im Jahr 2015 mehr Passagiere als der innerdeutsche Luftverkehr.[9] MeinFernbus Flixbus ist mit einem Marktanteil von 71 % (gemessen an den gefahrenen Kilometern) der Marktführer auf dem deutschen Fernbusmarkt.[10]

Im März 2016 firmierte die Flixbus GmbH in Flixmobility GmbH um. Am 4. Mai 2016 wurde der überwiegend im deutschen Raum verwendete Markenname „MeinFernbus FlixBus“ eingestellt.[11] Dadurch hatte die Marke „FlixBus“ einen Relaunch in Deutschland, Österreich und in der Schweiz.

Übernahmen und Konsolidierung des Marktes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2016 kaufte das Unternehmen das Geschäft von Megabus in Kontinentaleuropa auf.[12] Zum 1. November 2016 übernahm Flixbus das Konkurrenzunternehmen Postbus.[13] Damit kommt Flixbus auf über 80 Prozent Marktanteil.[14] Vollständige Liste übernommener Unternehmen und Unternehmensteile:

Im August 2017 wurde bekannt, dass FlixBus und Leo Express gemeinsam das Fernzug Start-Up locomore übernehmen wollen. Leo Express wird den Betrieb der Züge übernehmen, während FlixBus für die Vermarktung verantwortlich sein wird.

Im Juli 2017 hatte Flixbus in Deutschland einen Marktanteil von 93 % erreicht.[16]

Geschäftsmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine Reform des bundesdeutschen Personenbeförderungsgesetzes und den damit einhergehenden Wegfall des Wettbewerbsschutzes für das Personenfernverkehrsangebot der Eisenbahn haben Unternehmen seit dem 1. Januar 2013 die Möglichkeit, Linienverkehr mit Fernbussen anzubieten. Flixbus bildet ein Markendach sowohl für Linien anderer Busunternehmen als auch für eigene Fernbuslinien. Die Fahrtabwicklung erfolgt dabei durch lokale mittelständische Busunternehmen. Einige Strecken werden über ein dem Codesharing vergleichbares Verfahren von anderen Anbietern ins eigene Buchungssystem übernommen.[17] Im Herbst 2016 wurde bekannt, dass Flixbus unter seiner Flagge rund 1.000 Busse fahren lässt. Diese sind, bis auf einen einzigen eigenen Bus, Eigentum von rund 250 mittelständischen Partnerbetrieben, davon 150 in Deutschland. Flixbus selbst entwickelt das Netz, organisiert den Betrieb und wickelt die Buchungen ab.[18]

Dienstleistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flixbus verbindet seit dem Fall des Bahnmonopols 2013 Groß- und Mittelstädte über täglichen Linienverkehr mit einem flächendeckenden Liniennetz. Das Unternehmen wirbt mit komfortablen Bussen inklusive Bord-WC, dem Verkauf von Snacks und Getränken und kostenlosem WLAN.

Flixbus-Tickets werden primär über die eigene Onlineplattform vertrieben sowie über Reisebüros und in einzelnen Städten auch über eigene Flixbus-Stores.[19] 2013 brachte Flixbus als erster Anbieter am deutschen Markt eine eigene Mobile App heraus. Diese ermöglicht die Buchung über mobile Endgeräte und informiert über Verspätungen, die Lage der Haltestellen und die nächsten Abfahrtszeiten.[20]

Anteilseigner/Investoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2013 gaben der Automobilhersteller Daimler über Daimler Mobility Services, das Zentrum für Gründung und Innovation der Technischen Universität München UnternehmerTUM und die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck über Holtzbrinck Ventures ihren Einstieg als strategische Investoren bei dem Unternehmen bekannt. Die Mehrheitsanteile der Flixbus GmbH verblieben bei den drei Unternehmensgründern Daniel Krauss, André Schwämmlein und Jochen Engert.[21]

Im März 2014 kündigte der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche das neue Konzept moove me des Automobilherstellers und die enge Vernetzung alternativer Mobilitätskonzepte wie Flixbus oder das Carsharing-Modell car2go an.[22]

Im Januar 2015 wurde gemeldet, dass die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft General Atlantic den Zusammenschluss von MeinFernbus und Flixbus durch ein Investment unterstützt.[23] Im Dezember 2016 gab Flixbus bekannt, dass die US-amerikanische Kapitalbeteiligungsgesellschaft Silver Lake in das Unternehmen investiert, um mit frischen Kapital das weitere Wachstum zu finanzieren. [24]

Öffentliche Wahrnehmung und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende April 2013 stellte das Unternehmen die Linie Regensburg–Erlangen nach wenigen Wochen wieder ein. Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte, dass Flixbus die gesetzlich vorgeschriebene Ankündigungsfrist von drei Monaten nicht einhielt und damit das Recht der Fahrgäste auf einen verlässlichen Fahrplan verletzte.[25] Mittlerweile wird diese Verbindung ab Nürnberg wieder bedient.

In einem Test der Stiftung Warentest von neun Fernbus-Anbietern schnitt Flixbus im Juli 2014 mit der Note 1,8 am besten ab.[26]

Flixbus steht medial in der Kritik, eine aggressive Preispolitik auf dem Rücken seiner Subunternehmer und deren Beschäftigten zu betreiben. Aufgrund der niedrigen Bezahlung würde der Druck auf die Subunternehmer steigen, die in Folge dessen aus dem Markt gedrängt würden oder die Wartung der Fahrzeuge nicht mehr gewährleisten könnten. Dadurch sei die Sicherheit der Passagiere gefährdet.[27] Laut Untersuchungen des Landesministerium für Arbeit und Soziales in Nordrhein-Westfalen gebe es „einige ‚schwarze Schafe‘“ im Bereich der Subunternehmer. Bei einem Großteil der Betriebe sei die Mängelquote jedoch gering und Lenk- und Ruhezeiten würden überwiegend eingehalten.[28]

Entwicklung des Linienverkehrs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Linienbetrieb wurde am 13. Februar 2013 mit täglich mehreren Direktverbindungen zwischen München, Nürnberg und Erlangen begonnen. Im Laufe des Jahres 2013 wurde das Liniennetz auf ganz Deutschland und das angrenzende Ausland erweitert. Seit Sommer 2014 führen mehrere Linien u. a. nach Wien und Basel. 2016 bietet Flixbus rund 60 eigene Fernbuslinien und tägliche Direktverbindungen in 110 deutsche Städte und rund 30 Ziele im europäischen Ausland an.

In Kooperation mit dem österreichischen Verkehrsunternehmen WESTbahn von Salzburg nach Wien sind bereits seit 2013 neun Ziele in Nieder- und Oberösterreich erreichbar[29], in Kooperation mit der Fährreederei TT-Line bietet Flixbus seit April 2014 auch verkehrsmittelübergreifende Verbindungen nach Malmö und Trelleborg. Seit Oktober 2014 verbindet Flixbus täglich sowohl Zürich als auch Groningen, Enschede und Amsterdam mit deutschen Zielen.[30] Seit Oktober 2014 werden die Flixbus-Linien auch im Routenplaner von Google Maps angezeigt. Flixbus ist damit der erste deutsche Fernbusanbieter, dessen Fahrpläne in den weltweiten Kartendienst integriert wurden.[31]

Im Mai 2015 kündigte Flixbus mit mehreren internationalen Linien nach Belgien, Deutschland und den Niederlanden seinen Markteintritt in Frankreich an. Nach der geplanten Marktliberalisierung im Rahmen der Gesetzesreform Loi Macron – benannt nach dem damaligen französischen Wirtschaftsminister, dem heutigen Präsidenten Emmanuel Macron – plane man hier die 30 größten Städte Frankreichs bis Ende 2016 zu verbinden.[32] Im Juli 2015 gab die neu gegründete Ländergesellschaft Flixbus Italia am zusätzlichen Standort Mailand die Pläne für ein nationales Netz in Italien bekannt.[33]

Im November 2015 veröffentlichte Flixbus Pläne für ein nationales Netz in den Niederlanden und die Gründung der mittlerweile dritten Landesgesellschaft Flixbus B.V. Die angekündigten Inlandslinien seien ohne Umstieg und damit schneller als der staatliche Schienenverkehr Nederlandse Spoorwegen. Damit wäre Flixbus in den Niederlanden der erste Fernbusanbieter mit einem nationalen Netz.[34]

Ende 2015 wurde auch in Osteuropa eine weitere Landesgesellschaft gegründet, um u. a. mit dem Partner Blaguss Länder wie Kroatien, der Slowakei und Ungarn anzubinden. Ende März 2016 starteten die ersten Linien nach Großbritannien (London) und Spanien (Barcelona).[35][36]

Durch Flixbus kam es nach Einschätzung eines Schweizer Wettbewerbers zu einer „Umwälzung des Busverkehrs in ganz Europa“.[37] Im Oktober 2016 wurde bekannt, dass Flixbus verbotenerweise innerschweizerisch Fahrgäste befördert.[38] Ein Bußgeld wurde verhängt; das Unternehmen will vor Gericht ziehen.[39]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: FlixBus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 4 Jahre Flixbus – Ich habe lieber Flixbus, als einen Doktortitel. Abgerufen am 16. April 2017.
  2. Wie Flixbus den Reisemarkt aufmischt. In: manager-magazin.de. Abgerufen am 19. Mai 2017. Schwämmlein war laut manager magazin Berater bei der Boston Consulting Group und Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landkreis Fürth
  3. Über FlixBus. FlixBus, abgerufen am 15. Februar 2017.
  4. Flixbus-Homepage. Flixbus GmbH, abgerufen am 28. Oktober 2015.
  5. Fernbusse – FlixBus steuert auf Gewinn zu. In: Frankfurter Neue Presse. Deutsche Presse Agentur, abgerufen am 28. März 2014.
  6. Fusion der Fernbusse. MeinFernbus und Flixbus. In: faz.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Januar 2015, abgerufen am 13. April 2015.
  7. FlixBus und MeinFernbus: Großfusion auf deutschem Fernbusmarkt. FlixBus und MeinFernbus. In: spiegel.online. SpiegelOnline, 7. Januar 2015, abgerufen am 20. März 2015.
  8. Bus-Branche präsentiert Erfolgsgeschichte. 13. Januar 2016, abgerufen am 20. Februar 2016.
  9. Fernbusse transportieren mehr Passagiere als der innerdeutsche Luftverkehr. 19. Januar 2016, abgerufen am 20. Februar 2016.
  10. Fernbusmarkt startet stabil ins neue Jahr. 9. Februar 2016, abgerufen am 20. Februar 2016.
  11. FlixBus ist mein Fernbus – Unsere neue Marke für Europa! In: Facebook. FlixBus, 4. Mai 2016, abgerufen am 4. Mai 2016.
  12. a b Kim Richters: Flixbus kauft Geschäft von Megabus. In: gruenderszene.de. 29. Juni 2016, abgerufen am 30. Juni 2016.
  13. a b Flixbus übernimmt Postbus. FAZ.net, 3. August 2016, abgerufen 3. August 2016.
  14. Flixbus auf dem Weg zum Monopol: Der Erste schluckt den Zweiten. orf.at, 3. August 2016, abgerufen 3. August 2016.
  15. Übernahme von Mobility-Startup LIINITA. 11. November 2015, abgerufen am 5. Februar 2017.
  16. https://www.rnz.de/wirtschaft/wirtschaft-regional_artikel,-Wirtschaft-Regional-Fernbus-Unternehmen-Flixbus-Der-Marktfuehrer-besitzt-nur-einen-einzigen-Bus-_arid,288676.html
  17. AGB & ABB. In: flixbus.de. Flixbus GmbH, abgerufen am 25. Oktober 2013.
  18. morgenpost.de vom 22. Oktober 2016: Der Angstgegner der Bahn, abgerufen am 25. Oktober 2016
  19. FlixBus eröffnet Ticket-Shop in München. Busplaner, abgerufen am 31. Oktober 2014.
  20. FlixBus – Android App. chip.de, abgerufen am 31. Oktober 2014.
  21. Fernbusse – Daimler investiert in Mobilitätsdienstleister FlixBus. In: Berichterstattung vom 26. September 2013. Stuttgarter Zeitung, abgerufen am 28. März 2014.
  22. Daimler Mobilitätskonzept „moove me“. Handelsblatt, abgerufen am 27. März 2014.
  23. Europa wird grün – MeinFernbus und FlixBus starten gemeinsam durch. Flixbus und MeinFernbus, Pressemitteilung vom 9. Januar 2015.
  24. FlixBus and Silver Lake Announce Strategic Investment. Flixbus und Silver Lake, Pressemitteilung vom 16. Dezember 2016.
  25. Fernbusse müssen zuverlässig fahren! In: Pressemitteilung PRO BAHN Bayern vom 24. April 2013. Abgerufen am 30. April 2013.
  26. Fernbus-Test der Stiftung Warentest In: test 7/2014, S. 78–83 und test.de vom 11. Juli 2014.
  27. Nadine Oberhuber: Verflixt günstig reisen. In: Die Zeit. 27. September 2016, abgerufen am 28. September 2016.
  28. Einhaltung der Sozialvorschriften im Straßenverkehr und der Arbeitszeiten bei Fernlinienbusunternehmen Von: Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales Nordrhein-Westfalen vom 2016-08-09
  29. Heribert Daniel: Mit dem Bus von München nach Österreich. Deutscher Mobilitätsmanager, abgerufen am 28. März 2014.
  30. FlixBus Fernbusnetz. In: flixbus.de. Flixbus GmbH, abgerufen am 28. Oktober 2014.
  31. Google Maps – Erster Fernbusanbieter im Routenplaner. In: Westdeutsche Zeitung. Abgerufen am 31. August 2016.
  32. Philippe Jacqué: Autocars – L’allemand Flixbus se lance en France. In: LeMonde.fr. Abgerufen am 21. Juli 2015 (französisch).
  33. Thorsten Knuf: Expansion – MeinFernbus/FlixBus erobert Italien. In: Mitteldeutsche Zeitung. Abgerufen am 21. Juli 2015.
  34. Paco Mens: 8x per dag en sneller dan de trein. Verkeersbureaus, abgerufen am 28. November 2015 (niederländisch).
  35. Davies, Phil: Low-cost coach operator enters UK market. 16. März 2016, abgerufen am 31. März 2016 (englisch).
  36. El bus de España a Francia e Italia por 9 euros se estrena en dos semanas. 17. März 2016, abgerufen am 31. März 2016 (spanisch).
  37. Matthias Sander: Verzweifelter Kampf der Schweizer gegen Flixbus. In: nzz.ch. 31. August 2016, abgerufen am 31. August 2016.
  38. Bundesamt für Verkehr geht gegen Flixbus vor. nzz.ch, 25. Oktober 2016, abgerufen am 25. Oktober 2016
  39. Flixbus wehrt sich gegen 3000-Franken-Busse. handelszeitung.ch, abgerufen am 4. Mai 2017