Flottenkastell Alteburg

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Flottenkastell Alteburg
Limes Niedergermanischer Limes
Datierung (Belegung) claudisch-neronisch bis 2. Hälfte 3. Jh.
Typ Flottenkastell
Einheit Classis Germanica
Größe 6 bis 7 ha
Erhaltungszustand nicht sichtbares Bodendenkmal
Ort Köln-Marienburg
Geographische Lage 50° 54′ 15″ N, 6° 58′ 46″ OKoordinaten: 50° 54′ 15″ N, 6° 58′ 46″ O
Höhe 40 m ü. NHN
Vorhergehend Römerlager apud aram Ubiorum (nordwestlich)
Anschließend Römerlager Wesseling (südlich)

Das Flottenkastell Alteburg war ein römisches Kastell in Köln-Marienburg, das als Hauptquartier der Truppen der Classis Germanica, der römischen Rhein-Flotte diente.

Grabstein des L. Valerius Verecundus, verstorben im aktiven Dienst im Flottenlager Köln-Alteburg

Bereits im frühen 1. Jahrhundert waren Vexillationen der Legio I Germanica und Legio XX Valeria Victrix bis in die 30er Jahre wenige Kilometer südlich der Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) in Alteburg stationiert.[1]

Das Flottenkastell wurde in der Zeit des Claudius etwa Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. errichtet. Auf einer Fläche von etwa sechs bis sieben Hektar dürfte es mehr als tausend Personen Platz geboten haben. Das Lager wurde 276 n. Chr. bei Angriffen der Franken zerstört.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde auf dem Gelände des Kastells die bis heute erhalten gebliebene Alteburger Mühle (An der Alteburger Mühle 6) errichtet.

Größere Grabungen wurden 1926 bis 1927 unter der Leitung von Fritz Fremersdorf durchgeführt, weitere Untersuchungen 1995/96 und 1998 durch das Römisch-Germanische Museum Köln und die Universität zu Köln unter der Leitung von Thomas Fischer.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antje Düerkop et al.: Datierende Funde aus den Ausgrabungen des Jahres 1998 im Flottenlager Alteburg in Köln. In: Kölner Jahrbuch 36, 2003, S. 637–658.
  • Antje Düerkop, Pia Eschbaumer: Die Terra Sigillata im römischen Flottenlager an der Alteburg in Köln. Das Fundmaterial der Ausgrabung 1998. Leidorf, Rahden 2007, ISBN 3-89646-137-0 (Kölner Studien zur Archäologie der römischen Provinzen, 9).
  • Antje Düerkop: Terra Sigillata-Stempel aus dem Flottenlager Köln-Marienburg (Alteburg). Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt 2009.
  • Thomas Fischer: Neuere Forschungen zum römischen Flottenlager Köln–Alteburg. In: Thomas Grünewald (Hrsg.): Germania inferior. Besiedlung, Gesellschaft und Wirtschaft an der Grenze der römisch-germanischen Welt. de Gruyter, Berlin 2001, ISBN 3-11-016969-X. (Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Ergänzungsband 28), S. 547–564.
  • Thomas Fischer: Neue Grabungen an der Westseite des romischen Flottenlagers Koln-Alteburg. BAR International Series 1084.2, 2002, S. 904–912.
  • Thomas Fischer, Eva-Maria Cahn, Norbert Hanel: Ausgewählte Kleinfundgattungen der Ausgrabungen des Jahres 1998 im Flottenlager an der Alteburg in Köln. In: Kölner Jahrbuch 36, 2003, S. 683–711.
  • Thomas Fischer, Norbert Hanel: Neue Forschungen zum Hauptstützpunkt der Classis Germanica in Köln-Marienburg (Alteburg). In: Kölner Jahrbuch 36, 2003, S. 567–585.
  • Norbert Hanel: Ziegelstempel aus dem Areal des Flottenlagers Köln-Marienburg (Alteburg). In: Kölner Jahrbuch 31, 1998, S. 401–415.
  • Norbert Hanel: Die Umwehrung der Römischen Flotten-lager Alteburg in Köln-Marienburg. Kölner Jahrbuch 32, 1999, S. 569–625.
  • Norbert Hanel: Neue Forschungen zu den Grabungen im Flottenlager Köln-Alteburg der Jahre 1927–1928. In: N. Gudea (Hrsg.): Roman Frontier Studies. Proceedings of the XVIIth International Congress of Roman Frontier Studies. Zalau, 1999, S. 309–316.
  • Olaf Höckmann: Das Lager Alteburg, die Germanische Flotte und die Römische Rheinschifffahrt. In: Kölner Jahrbuch 31, 1998, S. 317–350.
  • Renate Thomas: Wandmalerei im Lager der römischen Flotte in Köln-Marienburg. In: Kölner Jahrbuch 34, 2001, S. 611–620.
  • Renate Thomas: Die Wandmalereifunde der Ausgrabung im römischen Flottenlager an der Alteburg in Köln im Jahre 1998. Kölner Jahrbuch 36, 2003, S. 599–635.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Maureen Carroll: Spirits of the dead. Roman funerary commemoration in Western Europe, Oxford University Press, 2006, ISBN 0-19-929107-1, S. 224