Matilo

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Matilo
Alternativname Kastell Leiden-Roomburg
Limes Niedergermanischer Limes
Datierung (Belegung) A) 47 bis 69
B) 71 bis um 200
C) um 200 bis um 260/276
Typ Kohortenkastell
Numeruskastell (?)
Einheit A) unbekannt
B.a) unbekannt
B.b) Cohors I Lucensium p. f.[1]
B.c) Cohors XV Voluntariorum[2] (?), plus Numerus Exploratorum Batavorum[3] (?)
C) Numerus Exploratorum Batavorum, plus Cohors XV Voluntariorum (?)
Bauweise A) Holz-Erde-Lager
B.a) Holz-Erde-Lager
B.b+c) Steinkastell
C) Steinkastell
Erhaltungszustand Rekonstruiert in loco
Ort Leiden-Roomburg
Geographische Lage 52° 9′ 0″ N, 4° 31′ 4″ OKoordinaten: 52° 9′ 0″ N, 4° 31′ 4″ O
Höhe -1 m NAP
Vorhergehend Albaniana (ostsüdöstlich)
Anschließend Praetorium Agrippinae (nordwestlich)
Vorgelagert Flevum (nördlich)
Grundriss des Kastells im modernen Stadtbild

Matilo, das römische Kastell Leiden-Roomburg, war der antike Name eines Auxiliarkastells am Niedergermanischen Limes. Das ehemalige Militärlager liegt im heutigen Leidener Wohnbezirk Roomburg in der niederländischen Provinz Südholland unmittelbar unter seiner modernen Rekonstruktion.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In antiker Zeit befand sich das Kastell an einer Stelle, an der von Nordosten her die Leithe[4] in den Oude Rijn einmündete, nach Norden hin die Zijl von diesem abzweigte und von Südwesten her die Fossa Corbulonis an den Fluss anschloss. Die Fossa Corbulonis war ein Kanal, den Gnaeus Domitius Corbulo, der legatus Augusti (Gesandter des Augustus = Befehlshaber) im Militärbezirk Germania inferior während seiner Amtszeit ab dem Jahr 47 erbauen ließ. Die Fossa Corbulonis führte bis zur Nieuwe Maas und verkürzte damit den längeren und vor allem gefährlicheren Schifffahrtsweg über die Nordsee erheblich. Alle diese Wasserläufe, so unscheinbar sie auch heute wirken, waren in der römischen Zeit für die damals verwendeten Boote schiffbar. Das gegenüber dem Umland leicht erhöht liegende Kastell befand sich somit in einer verkehrs- und militärgeographisch optimalen Position. Mit seiner Prätorialfront war es nicht auf den Rhein, sondern auf den Corbulo-Kanal ausgerichtet.[5]

Im heutigen Siedlungsbild befindet sich das rekonstruierte Kastell in loco innerhalb eines archäologischen Parks im Leidener Wohnbezirk Roomburg, zwischen Leiderdorp im Osten und dem Vliet im Westen.

Quellen und Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sprachliche Herkunft des Namen Matilo ist ungeklärt. Auf der Tabula Peutingeriana ist es als Matilone zwischen Albaniana (fünf Leugen entfernt) und Praetorium Agrippinae (drei Leugen entfernt) eingezeichnet.[6] Später findet der Ort unter dem Namen Matellionem Erwähnung in der um das Jahr 700 entstandenen Cosmographia[7] des anonymen Geographen von Ravenna.[8]

Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden auf dem Gelände des inzwischen abgegangenen Klosters St. Margaretha der Tertiarissen,[9] das sich im Mittelalter unmittelbar nordöstlich neben dem ehemaligen Kastellgelände niedergelassen hatte, römische Funde gemacht. Moderne archäologische Ausgrabungen begannen 1927 mit den Untersuchungen durch Jan Hendrik Holwerda.[10] 1962 entdeckte Julianus Egidius Bogaers rund einhundert Meter nordwestlich des Kastells einen verlandeten Wasserlauf, dessen Ufer befestigt war und der sich letztlich als die von Tacitus[11] und Cassius Dio[12] erwähnte Fossa Corbulonis erwies. 1970 erfolgten elektrische Bodenwiderstandsmessungen auf dem Kastellgelände, auf deren Grundlage es 1974 und zwischen 1994 bis 1999 zu Kontrollgrabungen kam. Von einer großflächigen Ausgrabung wurde vor dem Hintergrund der fehlenden Baubedrohung des Gebietes und unter Rücksichtnahme auf den Bodendenkmalstatus (siehe weiter unten) Abstand genommen. Mit den Ergebnissen und Erkenntnissen aus den Messungen und den Sondierungen konnten die Umwehrung und die Lage der Principa rekonstruiert werden. Der Vicus, die Zivilsiedlung des Lagers, war bereits Anfang der 1970er Jahre entdeckt und untersucht worden.[5][13]

Geschichte, Befunde, Inschriften und Truppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matilo war eine Garnison, die im Jahre 47 oder kurz danach von Gnaeus Domitius Corbulo (siehe weiter oben) im Rahmen seiner Grenzsicherungsmaßnahmen als Holz-Erde-Lager errichtet wurde. Aus dieser Zeit konnten nur sehr wenige Spuren identifiziert werden. Ob das Kastell an der Stelle eines früheren Wachturms oder einer Straßenstation errichtet worden war, wie es Willem Albertus van Es vermutet hatte,[14] konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Während des Bataveraufstands in den Jahren 69/70 wurde das Militärlager, wie fast alle anderen römischen Grenzkastelle, zerstört.

Der Wiederaufbau erfolgte im Jahr 71. Nach dem Aufstand des Lucius Antonius Saturninus (89) wurde das Kastell entweder in spätdomitianischer oder frühtrajanischer Zeit ausgebaut und verstärkt. Dieser Ausbau war möglicherweise der Anlass für die Anfertigung eines auf die Zeit zwischen 103 und 110 datierten Weihesteins[1] mit der Inschrift:

IMP E NERVA TRAIA
G GER DACICO P
M RIB P P P COS V
COH III LUCENSIV P F

Lesung: [Imp(eratori) Ca]e(sari) Nerva(e) Traia[no/ Au]g(usto) Ger(manico) Dacico p(ontifici)/[m(aximo), t]rib(unicia) p(otestate), p(atri) p(atriae), co(n)s(uli) V / [coh(ors)] Lucensiu[m] P(ia) F(idelis).
Übertragung: "Dem Imperator Caesar Nerva Traianus Augustus (mit den Ehrennamen) Germanicus Dacicus, oberster Priester, Inhaber der tribunizischen Gewalt, Vater des Vaterlandes, fünf mal Consul, von der Kohorte aus Lucensis (mit den Ehrennamen) die treue und loyale."

2. und 3. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kastell des zweiten Jahrhunderts war von rechteckiger Form und bedeckte mit seinen Seitenlängen von rund 82  mal 100 m eine Fläche von 0,8 Hektar. Ein Achtel davon nahmen die mit ihren Abmessungen von 32 m im Quadrat eine Fläche von 1024 qm überdeckenden Principia (Hauptquartier) in Anspruch. Die Umwehrung und von den Innebauten wenigstens die Principia waren jetzt aus Stein. Der vorherige einfache Graben wurde durch ein Dreifachgrabensystem ersetzt. Eine Erneuerungsmaßnahme ist für das Jahr 123 anzunehmen, als anlässlich eines Besuches des Kaisers Hadrianus die Verkehrswege und viele Kastelle des Niedergermanischen Limes instandgesetzt wurden. Konkreter greifbar ist wieder die Zeit gegen Ende des zweiten, Anfang des dritten Jahrhunderts, aus der gleich drei Inschriften vorliegen, die sich auf die Jahre zwischen 196 und 205 datieren lassen.

Bei dem jüngsten epigraphischen Zeugnis handelt es sich um eine Bauinschrift[15] aus den Jahren zwischen 196 und 198:

IMP CAES L SEPTIMIVS SEVER
VS AVG ET M AVRELIVS ANTONIN
VS CAES COH XV VOL ARMA
MENTARIVM VETVSTATE CONLA
BSVM RESTITVERVNT SVB VAL PV
DENTE LEG AVG PR PR CVRA ET CAECIL BATONE PRAE
PRE

Lesung: Imp(erator) Caes(ar) L(ucius) Septimius Sever/us Aug(ustus) et M(arcus) Aurelius Antonin/us Caes(ar) coh(ortis) XV Vol(untariorum) arma/mentarium vetustate conla/bsum restituerunt sub Val(erio) Pu/dente leg(ato) Aug(usti) pr(o) pr(aetore) cura(nte) et Caecil(io) Batone prae(posito) // Pre.
Übertragung: "Imperator Caesar Lucius Septimius Severus Augustus und Marcus Aurelius Antoninus Caesar restaurierten die altersbedingt zusammengebrochene Waffenkammer der 15. Freiwilligenkohorte unter der Sorge des Valerius Pudens, Legat der Augusti im Range eines Propraetors, und des Kommandanten Caecilius Bato."

Teil der Weiheinschrift mit Damnatio memoriae
198 bis 205, geändert nach 211[Anm. 1]
FO: Kastell Matilo
AO: Rijksmuseum van Oudheden

Das zweite Steindenkmal[3] datiert auf die Zeit von 198 bis 205:

IMPP CAESS L SEPTIMIVS SEVERVS PIVS PERT
M AVRELLIVS ANTONINVS AVGG E L SEPT GETA CAESAR D D
NVMERO EXPL BAT CVR Q VENIDIO RVF LEG AVGG PR PR

Lesung: Impp(eratores) Caess(ares) L(ucius) Septimius Severus Pius Pert[inax et] / M(arcus) Aurellius Antoninus Augg(usti) et L(ucius) Sept(imius) Geta Caesar d(ecreto) d(ecurionum)] / numero expl(oratorum) Bat(avorum) cur(ante) Q(uinto) Cu(i)o Venidio Ruf[o leg(ato) Augg(ustorum) pr(o) pr(aetore)].
Übertragung: "Die Imperatoren und Caesaren Lucius Septimius Severus Pius Pertinax und Marcus Aurelius Antoninus, die Augusti, und Lucius Septimius Geta, Caesar, (geben dies) per Dekret der Dekurionen dem Numerus der Batavischen Kundschafter unter der Sorge von Quintus Venidius Rufus, dem Legaten der Kaiser im Range eines Proprätors."

Interessant bei dieser Inschrift ist, dass sie eine Damnatio memoriae enthält, eine "Verdammung des Andenkens". Der Name des Geta wurde nachträglich demonstrativ heraus gemeißelt, nachdem Caracalla in dem Konflikt mit seinem Bruder obsiegt und die alleinige Herrschaft errungen hatte (Ende 211).

Die letzte Inschrift schließlich lässt sich den Jahren 200/201 zuweisen:

IMP CAES L SEPTIMIVS SEVERVS PIVS PERTINAX AVG
MAXIM TRIB POT VIII IMP CAES
M AVRELANTONINVS AVG PIVS PONTIF MAX
TRIB POT III L SEPTIMI SEV R PII PE AVG FIL
COH XV VOL C R P F
LEG AVGG PR PR PE VEXI

Lesung: [Imp(erator) Caes(ar) L(ucius) Septimius Seve]rus Pius Pertinax Aug(ustus) / [pontifex] maxim(us) trib(unicia) pot(estate) VIII [et] Im[p(erator) Caes(ar)] / [M(arcus) Aurel(lius) Antoninus] Aug(ustus) Pius pontif(ex) max(imus) / [trib(unicia) pot(estate) III] L(uci) Septimi Sev[e]r[i] Pii Pe[rtinacis Aug(usti) fil(ius)] / coh(ors) XV vol(untariorum) c(ivium) R(omanorum) P(ia) F(idelis) / [le]g(atus) Augg(ustorum) pr(o) pr(aetore) pe[r] vexi(llarios).
Übertragung: "Imperator Caesar Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus, Pontifex maximus, zum achten Mal im Besitz der tribuzinischen Gewalt, und Imperator Caesar Marcus Aurellius Antoninus Augustus Pius, Pontifex maximus, zum dritten Mal mit der tribunizischen Gewalt ausgestattet, Sohn von Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus, (haben dies) für die 15. Kohorte freiwilliger römischen Bürger, mit dem Ehrennamen die treue und loyale (gegeben), (während) der Legat der Augusti im Amt eines Propraetors (sich um die Ausführung) für die Vexilliarier (kümmerte)."

Über das Ende des Lagers ist nichts bekannt. Man kann aber davon ausgehen, das es im Zusammenhang mit dem zunehmenden fränkischen Druck zum Ende des dritten Viertels des dritten Jahrhunderts erfolgte und dass das Kastell bei einem der großen fränkischen Vorstöße um 260 oder spätestens um 275/276 zerstört oder danach aufgegeben wurde, so wie es zu dieser Zeit nahezu überall am nördlichen Abschnitt des Niedergermanischen Limes geschah.

Truppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der zwar eindrucksvollen, aber sich doch nur auf zwei enge Zeiträume beschränkenden Inschriften sowie wegen der nicht durchgeführten, großflächigen archäologischen Ausgrabung und dem entsprechenden Fehlen derer Ergebnisse, lässt sich die Belegungsgeschichte der Garnison nur halbwegs gesichert rekonstruieren. Während über die Kastellbesatzungen während des größten Teils des ersten Jahrhunderts nichts bekannt ist, ist ab der Wende vom ersten zum zweiten Jahrhundert die Cohors I Lucensium pia fidelis belegt, eine Cohors equitata (teilberittene Kohorte) von rund sechshundert Mann Stärke, die ursprünglich in der spanischen Region Gallaecia ausgehoben worden war. Sie kann nicht schon lange Zeit vorher in Matilo stationiert gewesen sein, da sie noch in den Jahren 88 und 90 in der Provinz Syria nachgewiesen ist, wo sie auch für 153 wieder inschriftlich in Erscheinung tritt. Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass sie bereits vor ihrem Syrieneinsatz schon einmal für kurze Zeit in Matilo war, da sie auf einem Militärdiplom, das auf 81/85 datiert wird,[16] als in Germanien stationierte Truppe geführt ist.[17]

Für das ausgehende zweite, beginnende dritte Jahrhundert ist die Cohors XV Voluntariorum nachgewiesen, eine reine Infanteriekohorte von 480 Mann Stärke, deren Anwesenheit in Matilo nicht nur durch die oben beschriebene Steininschrift, sondern auch durch eine ganze Anzahl an Ziegelstempeln belegt ist. Problematisch dabei ist, dass diese Kohorte, die nach der Clades Variana ausgehoben worden war und die Zeit ihres Bestehens in Niedergermanien operierte, inschriftlich auch in Praetorium Agrippinae (Valkenburg), Nigrum Pullum (Alphen aan den Rijn-Zwammerdam) und in Laurium (Woerden) erscheint. Es ist nicht geklärt, ob sie zwischen diesen Standorten wechselte, Vexillationen auf die einzelnen Standorte verteilte oder eventuell sogar nur ihre Ziegel zu anderen Standorten transportierte und welches ihr eigener oder zumindest Hauptstandort war.[18]

Der für den gleichen Zeitraum inschriftlich belegte Numerus Exploratorum Batavorum war ein gemischter Verband aus Infanterie und Kavallerie, dessen Mannschaftsstärke wohl über der eines gewöhnlichen Numerus lag. Möglicherweise blieb der Numerus für längere Zeit in Matilo, seine Anwesenheit in Germanien zumindest ist noch für das Jahr 239 durch einen in Köln aufgefundenen Weihestein[19] bezeugt.[20]

Vicus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie bei allen anderen, dauerhaften römischen Garnisonsorten erstreckte sich auch in Matilo ein Vicus um das Kastell. Der Vicus war eine Zivilsiedlung, in der sich Veteranen, Angehörige von Soldaten, Händler, Handwerker, Prostituierte, Schankwirte und andere Dienstleister niederließen. Der Vicus von Matilo dürfte etwa 500 Menschen beheimatet haben. Er setzte sich auf dem jenseitigen Ufer der Fossa Corbulonis fort, wo er eine Art Brückenkopf bildete, mit dem er vermutlich über eine einfache hölzerne Brücke verbunden war. Hierfür sprechen jedenfalls bei den Untersuchungen aufgefundene Reihen von Holzpfählen, die vom Ufer aus in die Mitte des Kanals führten.[21]

Präsentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde aus Matilo im Rijksmuseum van Oudheden in Leiden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe der Jahrhunderte kamen aus dem Roomburger Erdreich eine große Menge an Funden aus dem Kastell, der Zivilsiedlung und dem Gräberfeld von Matilo ans Tageslicht, darunter einige einzigartige Stücke. Die herausragenden Objekte sind im Rijksmuseum van Oudheden in Leiden ausgestellt.

Archäologischer Park Matilo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 begann die Gemeinde Leiden mittels Ratsbeschluss mit der Umsetzung der Pläne zur Errichtung eines archäologischen Parks auf dem ehemaligen Kastellgelände. Die entsprechenden Arbeiten fanden in den folgenden Jahren statt und wurden 2013 abgeschlossen. Bei der Anlage des Parks wurde äußerst sorgfältig vorgegangen, um das darunter ruhende Bodendenkmal nicht zu beschädigen. Es fanden keinerlei Eingriffe in den Boden statt, im Inneren markieren lediglich zwei Wege den Verlauf der Via praetoria (Lagerhauptstraße, Ausfallstraße), Via decumana (rückwärtige Verlängerung der Via praetoria) und der Via principalis dextra (rechte Hälfte der Lagerquerstraße) auf der ansonsten mit Rasen bewachsenen Fläche. Die Umwehrung wird durch einen aufgeschütteten Erdwall markiert, auf dem eine Reihe Korniferen den Verlauf der ehemaligen Holzpalisade und späteren Mauer symbolisieren. Der Park ist ein Erholungsraum für die angrenzenden Wohngebiete und wird überdies für gelegentliche Veranstaltungen genutzt.[22][21]

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geländebereiche mit den römischen Hinterlassenschaften stehen nach dem niederländischen Denkmalgesetz (monumentenwet) von 1988[23] als Bodendenkmale unter Schutz. Der ehemalige Kastellbereich (und der des mittelalterlichen Klosters) wurde unter der Nummer 45576,[9] der Corbulokanal und die Bereiche des römischen Vicus unter der Nummer 531040[24] zu Rijksmonumenten (deutsch: "Reichsmonument" im Sinne von Nationaldenkmal) ernannt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julianus Egidius Bogaers: Leiden-Roomburg – Matilo. In: Julianus Egidius Bogaers, Christoph B. Rüger: Der Niedergermanische Limes. Materialien zu seiner Geschichte. Rheinland-Verlag, Köln 1974, ISBN 3-7927-0194-4, S. 44–45.
  • Chrystel R. Brandenburgh, Wilfried A.M. Hessing: Matilo – Rodenburg – Roomburg. De roomburgerpolder: van Romeins castellum tot moderne woonwijk. Bodemschatten en bouwgeheimen. Teil 1, Gemeente Leidenk, Dienst bouwen en wonen, Leiden, 2005.
  • Chrystel R. Brandenburgh, K.M. van der Harst-van Domburg: Een archeologisch onderzoek in de randzone van de vicus van Matilo, Roomburg 2004 fase 2. Gemeente Leiden, Dienst Bouwen en Wonen, Bureau Monumenten en Archeologie, Leiden 2008.
  • Chrystel R. Brandenburgh, J. de Bruin: Met de voeten in het water. Archeologisch onderzoek aan de oostzijde van castellum Matilo te Leiden. 2016.
  • Killian Cramers: Het Romeinse kamp Matilo in Leiden en de Fossa Corbulonis. Katholieke Universiteit Leuven, Leuven 2016, (Digitalisat)
  • Evert van Ginkel, Wouter Vos: Grens van het Romeinse Rijk. De Limes in Zuid-Holland. Matrijs, Utrecht 2018, ISBN 978-90-5345-531-9.
  • Jan Kees Haalebos, Willem J. H. Willems: Leiden-Roomburg und die cohors XV Voluntariorum. In: Dies.: Der niedergermanische Limes in den Niederlanden, 1995–1997. In: N. Gudea (Hrsg.): Roman Frontier Studies. Proceedings of the 17th International Congress of Roman Frontier Studies. (1999), S. 77–87, hier S. 78f. (auch (Digitalisat))
  • Tom Hazenberg, Marinus Polak: Leiden-Roomburg 1995–1997. Archeologisch onderzoek naar het kanaal van Corbulo en de vicus van het castellum Matilo. Rijksdienst voor het Oudheidkundig Bodemonderzoek, 2000.
  • Wilfried A.M. Hessing: Das niederländische Küstengebiet. In: Tilmann Bechert, Willem J. H. Willems (Hrsg.): Die römische Reichsgrenze zwischen Mosel und Nordseeküste. Theiss, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1189-2, S. 93.
  • Laura Immy Kooistra: Plantenresten in de randzone van de vicus bij Matilo (Leiden-Roomburg). BIAX Consult, Zaandam 2005.
  • Els Lems: Op zoek naar Matilo. Sporen van de Romeinen in Leiden. Leids verleden Nr. 6 (1995), Gemeente Leiden, Dienst bouwen en wonen, Leiden 1995.
  • Annemarie Luksen-IJtsma: De limesweg in West-Nederland. Inventarisatie, analyse en synthese van archeologisch onderzoek naar de Romeinse weg tussen Vechten en Katwijk. Basisrapportage Archeologie 40. Cultuurhistorie, gemeente Utrecht, Utrecht 2010, ISBN 978-90-73448-41-4.
  • J.A.M. Oude Rengerink: Archeologisch booronderzoek op vier terreindelen in het plangebied Roomburg Matilo te Leiden. RAAP-rapport 92 (1994).
  • Marinus Polak, J. van Doesburg, P. A. M. M. van Kempen: Op zoek naar het castellum Matilo en het St. Margarethaklooster te Leiden-Roomburg. Het archeologisch onderzoek in 1999–2000. Rijksdienst voor het Oudheidkundig Bodemonderzoek, Amersfoort 2004.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Matilo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Archeologisch Park Matilo, offizielle Webseite des Archäologischen Parks Matilo (niederländisch), abgerufen am 26. November 2018
  • Matilo (Leiden-Roomburg) auf der Webseite des Historikers Jona Lendering (englisch), abgerufen am 26. November 2018

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Schriftzug ANTONIA ANORVM zwischen der zweiten und dritten Zeile wurde später hinzugefügt.
  2. FO = Fundort
  3. AO = Aufbewahrungsort
  4. Auf die Tafel wurden dem zu verfluchenden Menschen schadende Texte und Symbole geschrieben. Dann wurde die Tafel zu einem Röhrchen zusammengerollt und an einem ausgewählten, geeigneten Ort vergraben.
  5. Von der Säule, auf der die rechte Hand ruht, fließt Wasser hinab.
  6. Zu Bestattungszwecken wurden auch ganz normale Kochtöpfe verwendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b CIL 13, 8823
  2. CIL 13, 08824 und CIL 13, 08826 sowie AE 1999, 1101
  3. a b CIL 13, 8825
  4. Menno F.P. Dijkstra: Rondom de mondingen van Rijn & Maas. Landschap en bewoning tussen de 3e an 9e eeuw in Zuid-Holland, in het bijzonder de Oude Rijnstreek. Sidestone Press, Leiden 2011, ISBN 978-90-8890-078-5, S. 40–48.
  5. a b Wilfried A.M. Hessing: Das niederländische Küstengebiet. In: Tilmann Bechert, Willem J. H. Willems (Hrsg.): Die römische Reichsgrenze zwischen Mosel und Nordseeküste. Theiss, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1189-2, S. 93.
  6. Tab. Peut., Segm. II 2.
  7. Anon. Rav. 4,24,7.
  8. Julianus Egidius Bogaers: Leiden-Roomburg − Matilo. In: Julianus Egidius Bogaers, Christoph B. Rüger: Der Niedergermanische Limes. Materialien zu seiner Geschichte. Rheinland-Verlag, Köln 1974, ISBN 3-7927-0194-4, S. 44.
  9. a b Rijksmonument 45575: Terrein waarin overblijfselen van het Romeinse castellum Matilone en van het Middeleeuwse klooster van St. Margaretha der Tertiarissen O.L.V. in Jeruzalem tot St. Margarethenberch im offiziellen Monumentenverzeichnis des Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed (niederländisch), abgerufen am 27. November 2018.
  10. Jan Hendrik Holwerda: Matilo. In Mededelingen uit het Rijksmuseum van Oudheden te Leiden, 8 (1927), S. 60–67.
  11. Tac. Ann. XI,20.
  12. Cass. Dio 60,30.
  13. Tom Hazenberg, Marinus Polak: Leiden-Roomburg 1995–1997. Archeologisch onderzoek naar het kanaal van Corbulo en de vicus van het castellum Matilo. Rijksdienst voor het Oudheidkundig Bodemonderzoek, 2000, S. 10–15.
  14. Willem Albertus van Es: De Romeinen in Nederland. Haarlem 1972, S. 100.
  15. CIL 13, 08824
  16. RMD-05, 00327
  17. Agustín Jiménez de Furundarena: Cohors I Lucensium Equitata. In: Hispania Antiqua XL. (2016), S. 169–190, (Digitalisat)
  18. Jan Kees Haalebos, Willem J. H. Willems: Leiden-Roomburg und die cohors XV Voluntariorum. In: Dies.: Der niedergermanische Limes in den Niederlanden, 1995–1997. In: N. Gudea (Hrsg.): Roman Frontier Studies. Proceedings of the 17th International Congress of Roman Frontier Studies. (1999), S. 78f., (Digitalisat)
  19. AE 1990, 00728
  20. Marcus Reuter: Studien zu den numeri des Römischen Heeres in der Mittleren Kaiserzeit. In: Berichte der Römisch-Germanischen Kommission. 80, 1999, S. 432–436.
  21. a b Archeologisch Park Matilo, offizielle Webseite des Archäologischen Parks Matilo (niederländisch), abgerufen am 28. November 2018.
  22. Evert van Ginkel, Wouter Vos: Grens van het Romeinse Rijk. De Limes in Zuid-Holland. Matrijs, Utrecht 2018, ISBN 978-90-5345-531-9, S. 19.
  23. Text des Monumentenwet 1988 auf einer regierungsamtlichen Webpräsenz zur Veröffentlichung von Gesetzestexten (niederländisch), abgerufen am 27. November 2018.
  24. Rijksmonument 531040: Terrein waarin sporen van het kanaal van Corbulo en kampdorp uit de Romeinse tijd en mogelijke bewoningssporen uit de Vroege Middeleeuwen im offiziellen Monumentenverzeichnis des Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed (niederländisch), abgerufen am 27. November 2018.