Flughafen Cassidy

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Cassidy International Airport
Boeing 737-700 der Fiji Airways auf dem Flughafen Cassidy
Kenndaten
ICAO-Code PLCH
IATA-Code CXI
Koordinaten
1° 59′ 10″ N, 157° 20′ 59″ WKoordinaten: 1° 59′ 10″ N, 157° 20′ 59″ W
2 m (7 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 15,5 km östlich von Tabwakea
Basisdaten
Eröffnung 1942 (militärisch)
Betreiber Republik Kiribati
Terminals 1
Start- und Landebahn
08/26 2103 m × 30 m Asphalt

Der Cassidy International Airport (IATA: CXI, ICAO: PLCH) ist ein Flughafen auf der zu den Line Islands gehörenden kiribatischen Insel Kiritimati. Er liegt rund 3280 Kilometer östlich der kiribatischen Hauptstadt South Tarawa und ist einer der zwei Flughäfen des Inselstaates, über denen internationale Linienverbindungen angeboten werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Durchführung von Kernwaffentests verlängerten britische Pioniere im Jahr 1956 die Startbahn

Im Herbst 1941 entschieden sich die USA wegen der zunehmenden Spannungen mit dem japanischen Kaiserreich zur Einrichtung einer alternativen Überführungsroute, um im Kriegsfall Militärflugzeuge auf die Philippinen und nach Australien verlegen zu können. Hierzu wurde im November 1941 mit dem Bau eines Flugfeldes auf der damals britischen Weihnachtsinsel (Christmas Island, heute Kiritimati) begonnen, die auf der geplanten „South Pacific Air Ferry Route“ lag. Der als Christmas Island Airfield bezeichnete Militärflugplatz wurde im Januar 1942 fertiggestellt.[1][2] Die United States Army Air Forces stationierten im Februar 1942 Jagdflugzeuge des Typs Bell P-39 vor Ort, um das Flugfeld vor japanischen Luftangriffen zu schützen.[3] Im selben Jahr verunglückte der auf dem Flugfeld stationierte Pilot Wilbur L. Casady mit seinem Jagdflugzeug, woraufhin der Militärflugplatz den Beinamen Casady Field bekam.[4][5] Der Name wurde später zum heutigen „Cassidy“ verfremdet.

Zur Durchführung von Kernwaffentests auf Christmas Island sowie auf dem rund 750 km südlich gelegenen Atoll Malden ließ Großbritannien den Militärflugplatz im Jahr 1956 ausbauen und die Startbahn verlängern, so dass er als Ausgangsbasis für die Testreihe dienen konnte. Die erste Wasserstoffbombe wurde am 15. Mai 1957 über Malden von einer Vickers Valiant abgeworfen, die vom Flugplatz Christmas Island gestartet war. Zum Austausch des Militärpersonals führte die Royal Air Force mit Strahlflugzeugen des Typs De Havilland Comet ab dem 1. Oktober 1957 wöchentliche Flüge zwischen Lyneham (Großbritannien) und Christmas Island durch.[6] Die britischen Kernwaffenversuche in der Region endeten am 23. September 1958.[7][8] Von April bis Juli 1962 wurde der Flugplatz während der Operation Dominic von den USA als Einsatzbasis für weitere Kernwaffenversuche genutzt.

Mit der Unabhängigkeit der Republik Kiribati ging der Flughafen Cassidy im Jahr 1979 in deren Besitz über. Die kiribatische Fluggesellschaft Air Tungaru betrieb von Sommer 1981 bis Frühjahr 1984 eine Boeing 727-100 auf planmäßige Flügen von Bonriki nach Honolulu (Hawaii), die über Kiritimati geführt wurden. Kurzzeitig bot sie von dort auch eine Verbindung nach Tahiti (Französisch-Polynesien) an.[9] Im Auftrag der kiribatischen Regierung setzte die US-amerikanische Aloha Airlines ab Februar 1986 Maschinen des Typs Boeing 737-200 auf wöchentlichen Linienflügen zwischen Honolulu und Kiritimati ein. Sie hatte hierzu die erste ETOPS-Zulassung für diesen Flugzeugtyp von der Federal Aviation Administration erhalten.[10] Die Republik Kiribati subventionierte die Betrieb von Aloha Airlines auf dieser Strecke mit 500.000 US-Dollar pro Jahr. Aus Kostengründen wurde im Frühjahr 1991 beschlossen, den Vertrag mit der US-Gesellschaft nicht zu verlängern und stattdessen erneut die staatliche Air Tungaru mit diesen Flügen zu betrauen. Das Staatsunternehmen mietete dafür im März 1991 eine Boeing 737-200, mit der sie ihre bis 1984 beflogene Linienverbindung von Bonriki über Kiritimati nach Honolulu im Mai 1991 ein zweites Mal eröffnete. Aufgrund von Problemen bei der Abfertigung in Hawaii stellte Air Tungaru den internationalen Betrieb bereits im Juli 1991 wieder ein.[11] Im Anschluss bekam Aloha Airlines erneut den Auftrag für die subventionierten Flüge zwischen Kiritimati und Honolulu, die sie mit einigen Unterbrechungen bis zum 26. April 2004 durchführte.[12][13] Mitte der 1990er Jahre bediente auch Air Marshall Islands die Verbindung zwischen Honolulu und Kiritimati kurzzeitig im Auftrag der kiribatischen Regierung, wobei eine Douglas DC-8-62CF zum Einsatz kam.[14]

Air Pacific (2013 umfirmiert zu Fiji Airways) flog Kirimati ab Oktober 2005 als Zwischenstopp auf ihrer Route von Nadi (Fidschi) nach Honolulu aus beiden Richtungen an. Die Verbindung musste am 2. September 2008 wegen des schlechten Zustandes der Start-/Landebahn vorübergehend eingestellt werden.[15] Nachdem die Bahn eine neue Asphaltdecke erhalten hatte, nahm Air Pacific die Linienflüge am 25. Mai 2010 mit einer Boeing 737-700 wieder auf.[16] Seit 2016 hat Air Kiribati eine Harbin Y-12 auf dem Flughafen stationiert, mit der die Nachbarinseln Tabuaeran und Teraina planmäßig angeflogen werden.[17]

Flugverbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand Januar 2018 werden folgende Verbindungen angeboten:

Fluglinie Ziele
Air Kiribati Tabuaeran, Teraina (kiribatische Nachbarinseln)[18]
Fiji Airways Honolulu, Nadi (einmal wöchentlich)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cassidy International Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. William C. Fort, III, PhD, Development of Transpacific Transport Routes by the U.S. Army during World War II (in Englisch), abgerufen am 30. Januar 2018
  2. Glen M. Williford: Racing the Sunrise: The Reinforcement of America's Pacific Outposts, 1941-1942. Naval Institute Press, Annapolis 2010, ISBN 1-59114-956-8.
  3. 7th Fighter Command Association, The 12th Fighter Squadron, History (in Englisch), abgerufen am 30. Januar 2018
  4. Air Force Magazine, Januar 1944 (in Englisch), abgerufen am 31. Januar 2018
  5. Lorna Arnold: Britain and the H-Bomb. Palgrave Macmillan, New York 2001, ISBN 0-333-94742-8.
  6. Flight International, 4. April 1958 (in Englisch), abgerufen am 3. Februar 2018
  7. CTBTO, 8 November 1957 - Grapple X (in Englisch), abgerufen am 30. Januar 2018
  8. BBC, Christmas Island: In search of Britain's nuclear legacy, 8. Juli 2013 (in Englisch), abgerufen am 30. Januar 2018
  9. Air Tungaru, Flugplan Juni 1981 (in Englisch), abgerufen am 30.Januar 2018
  10. Flightglobal, Aloha lines up ETOPS 737s for South Pacific expansion, 19. August 1999 (in Englisch), abgerufen am 3. Februar 2018
  11. Howard Van Trease: Atoll Politics: The Republic of Kiribati. Macmillan Brown Centre for Pacific Studies, Christchurch/Suva 1993, ISBN 982-02-0081-4.
  12. Pacific Island Report, Air Kiribati connects Honolulu and Christmas Island, 13. August 1997 (in Englisch), abgerufen am 28. Januar 2018
  13. Christmas Island Site Survey, 2007
  14. Airlinercafe, Little Amy - Air Marshall Islands' DC-8 (in Englisch), abgerufen am 4. Februar 2018
  15. Air Pacific News, Air Pacific suspends flights To Kirimati (Christmas) Island, 29. August 2008 (in Englisch), abgerufen am 14. April 2010
  16. Air Pacific News, Flights to Kiritimati (Christmas) Island, 30. März 2010 (in Englisch), abgerufen am 14. April 2010
  17. Air Kiribati, Our History (in Englisch), abgerufen am 10. Februar 2018
  18. Air Kiribati, Strechennetzkarte Line Islands, abgerufen am 27. Januar 2018