Forstamt

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Forstamt (Begriffsklärung) aufgeführt.

Forstämter sind Verwaltungseinheiten, die für die Betreuung bestimmter Waldflächen zuständig sind. Die Bezeichnung eines Forstamtes kann je nach Region und Besitzart variieren. Allgemeiner spricht man auch von Forstverwaltung, dazu gehören auch die vergleichbaren Institutionen des Groß-Privatwalds, durch entstaatlichungsmaßnahmen sind heute viele Forstämter Forstverwaltungen von als Wirtschaftsbetrieb ausgelagerten ehemaligen Behörden geworden.

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In Preußen war die Bezeichnung Oberförsterei geläufig. Die Forstamtsleiter hießen früher auch Oberförster oder Forstmeister. Letzteres ist nicht mit der heutigen Bezeichnung Forstwirtschaftsmeister zu verwechseln.

Die überwiegende Anzahl der Forstämter in Deutschland sind Behörden der Landesforstverwaltungen und in erster Linie für den Landeswald (auch Staatswald genannt) zuständig. Als Betreuungsforstämter übernehmen sie aber häufig auch die Bewirtschaftung von Körperschaftswäldern.

In Österreich wurde der Waldbesitz der Republik in die Österreichische Bundesforste AG ausgelagert, daher sind alle Fortämter Betriebstätten geworden. Österreich hat auch einen in Europa einzigartig hohen Anteil an umffassendem Privatwald (ehemaliger adeliger Großgrundbesitz ebenso wie kirchlicher Wald etwa durch Klöster), die ebenfalls eigene Betriebe dafür haben, daher spricht man hier allgemein nur von Forstverwaltungen.

Bundesforstämter bewirtschaften Wälder, die im Besitz der Bundesrepublik Deutschland sind. Hierbei handelt es sich häufig um Truppenübungsplätze oder andere militärische Anlagen.

Thüringisches Forstamt Paulinzella
Hessisches Forstamt Vöhl
Das Wiesbadener Forstamt Chausseehaus
Niedersächsisches Forstamt Ahlhorn

Formen[Bearbeiten]

Zahlreiche Kommunen haben ebenfalls Waldbesitz und verfügen über ein Kommunalforstamt.

In verschiedenen Bundesländern gibt es Landwirtschaftskammer-Forstämter. Diese sind für die Beratung und Betreuung des Privatwaldes (überwiegend Wälder landwirtschaftlicher Betriebe) zuständig - sofern diese Pflichtaufgabe der LWKen nicht durch die nach Bundeswaldgesetz favorisierte, unmittelbar eigenverantwortliche waldbäuerliche Selbstverwaltung in Form von Forstbetriebsgemeinschaften wahrgenommen wird. Nur wenige Waldbesitzer haben ausreichend Wald, um sich ein Privatforstamt leisten zu können. Eine Besonderheit in Niedersachsen sind die Klosterforstämter der Klosterkammer Hannover.

Aufgaben[Bearbeiten]

Hauptaufgaben der Forstämter sind die Verwaltung des Grundeigentums sowie die Bewirtschaftung des Waldes unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Hierzu gehören die Produktion, Ernte und Vermarktung von Holz und Nebenprodukten ebenso, wie auf gleicher Fläche die Sicherstellung der besonderen Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes.

In einigen Bundesländern wird die Betreuung des Privatwaldes von den staatlichen Forstämtern mit übernommen. Dieses geschieht in so genannten Einheitsforstämtern.

Benennungen[Bearbeiten]

  • In der Regel sind Forstämter in Deutschland in Revierförstereien, auch Betriebsbezirke genannt, aufgeteilt. In Schleswig-Holstein ist die amtliche Bezeichnung Försterei. Die Betriebsbezirke umfassen meist die Gemarkungen einzelner Dörfern oder Städte und Stadtteile oder die mehrerer Dörfer in einem "Verbund". In Thüringen wird das gesamte Landesgebiet gemäß § 59 Landeswaldgesetz durch die oberste Forstbehörde in staatliche Forstamtsbezirke und diese in Forstbetriebsbezirke (Forstreviere) eingeteilt.[1] In einigen Regionen steht den kommunalen Forstämtern auf Ebene jedes Regierungsbezirks die Forstdirektion vor. Manche der deutschen Bundesländer haben zudem auf Landesebene eine Forstanstalt.
  • In Österreich heißen die ehemaligen Forstämter Bezirksforstinspektion (BFI), denen auf der Ebene jedes Bundeslandes eine Landesforstdirektion vorsteht. Forstanstalten sind hingegen Lehr- und Forschungseinrichtungen.
  • In den meisten Teilen der Schweiz sind es in den Gemeinden die so genannten Kreisforstämter. Ihnen ist ein Kantonsforstamt übergestellt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Forstämter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Forstamt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. § 59 Thüringer Waldgesetz in der Fassung vom 24. Juni 2008, Online