Forward Looking Infrared

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FLIR-Bild von einem Hubschrauber der United States Navy: Mutmaßliche Drogenschmuggler werden von Einheiten der Kolumbianischen Marine festgenommen.
FLIR-System (NAVFLIR) von Thales

Forward Looking Infrared (FLIR; deutsch etwa vorwärts gerichtetes Infrarotgerät) ist ein bildgebendes Verfahren, das Infrarotstrahlung in Richtung der Fahrzeug- oder Flugkörperachse wahrnehmen, auswerten und gegebenenfalls für die Benutzer aufbereiten kann. Im strengen Sinne ist dies allerdings nur mehr für Infrarot- respektive Wärmebildkameras auf schnell fliegenden Starrflügel-Maschinen („Jets“) tatsächlich nach vorn gerichtet. Die üblicherweise auf Hubschraubern verwendeten Systeme sind auf Gimbals und somit schwenkbar montiert. Aus diesem Grund sowie um Fehlinterpretationen wegen der – bewussten – Namensgleichheit einer primär Wärmebildtechnologien im militärischen Bereich anbietenden Firma zu vermeiden, wird zumindest im nicht-avionischen Bereich des Militärs meist der Begriff Thermal Imager bzw. Thermal Imaging (System) verwendet.

FLIR wird seit den frühen 1960er Jahren häufig zusammen mit Waffensystemen bei Tiefangriffsflugzeugen und Kampfhubschraubern eingesetzt, um unter nahezu allen Sichtbedingungen einsatzfähig zu sein und Wärmequellen zu entdecken.

Die heutigen modernen FLIR-Systeme sind mit verschiedenen ungekühlten und gekühlten Detektorsystemen ausgestattet. Diese geben zweidimensionale Wärmebilder in Wellenlängenbereichen zwischen 2 und 14 µm wieder. Daher sind sie in behördlichen Einsatzgebieten ideal zur Personen- und Fahrzeugdetektion. Sie finden jedoch auch auf anderen Gebieten wie der Industrie- und Bauthermografie Anwendung.[1]

Viele Polizeihubschrauber sind ebenfalls mit FLIR-Systemen bestückt. Die Transporthubschrauber der Schweizer Armee (SA 332 Super Puma/Cougar) sind ebenfalls mit FLIR-Systemen ausgestattet und nehmen auch an zivilen SAR-Missionen teil, wie der Suche nach Lawinenopfern und vermissten Personen.

Die österreichische Polizei hat nächtlich zwei Hubschrauber mit FLIR einsatzbereit. Im Jahr 2016 wurde ein nächtlicher Rettungseinsatz auf 2200 m Höhe am Dachstein mit Liegendtransport eines Schwerverletzten geflogen.[2]

Selbst zielsuchende Raketen verfügen über Infrarot-Bildsensoren und eine Bildauswertung, um das fliegende Ziel von Flares zu unterscheiden.

Neben FLIR existieren die Verfahren SLIR (Sideways Looking Infrared, zur Seite sehend) und DLIR (Downward Looking Infrared, nach unten sehend).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: FLIR – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. InfraTec: FLIR – Forward Looking InfraRed. In: infratec.de. Abgerufen am 13. November 2013.
  2. Dramatische Rettung am Dachstein. In: orf.at. 30. Juli 2016, abgerufen 30. Juli 2016.