Frans Hogenberg

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Franz Hogenberg (Mitte) in seinem Kupferstich Satire auf die Stände
Kolorierter Kupferstich Ansicht der Stadt Münden 1584
Kolorierter Kupferstich der Stadt Magdeburg um 1572
Die Schlacht von Jemgum in einer Darstellung von Hogenberg

Frans Hogenberg (* 1535 in Mecheln; † 1590 in Köln) war ein Kupferstecher und Radierer. Er gab 1572 zusammen mit Georg Braun das Städteansichtenbuch Civitates Orbis Terrarum heraus (Schefold übersetzte den Titel mit: Beschreibung und Contrafactur der Vornembster Stät der Welt). Auch zahlreiche Kupferstiche der von Dietrich Graminäus herausgegebenen Beschreibung derer Fürstlicher Güligscher ec. Hochzeit (Johann Wilhelms von Jülich-Kleve-Berg mit Jakobe von Baden-Baden), Köln 1587, stammen von Frans Hogenberg.

Civitates Orbis Terrarum[Bearbeiten]

Im Jahre 1570 hatte der Niederländer Abraham Ortelius seinen berühmten Weltatlas Theatrum Orbis Terrarum veröffentlicht – der erste seiner Art. Der Atlas war ein großer Erfolg und deshalb wohl Anreiz für die Edition der Civitates Orbis Terrarum, die in Größe und Gestaltung dem Weltatlas von Ortelius recht ähnlich aufgemacht und wohl auch als eine Ergänzung gedacht waren.

Das Druckwerk Civitates Orbis Terrarum umfasst über 600 wirklichkeitsnahe Stadtansichten und Stadtpläne mit einem Gesamtumfang von ca. 1.600 Seiten im Format 280×410 mm. Sie wurden in sechs Bänden zwischen 1572 und 1618 herausgegeben und zeigten alle größeren Städte in Europa, Afrika, Asien und sogar in Amerika. Als Verleger fungierte Georg Braun, ein Theologe, der von 1541 bis 1622 lebte. Frans Hogenberg war der Graveur für die ersten 4 Bände. Er schuf schon zuvor verschiedene Landkarten für Abraham Ortelius. Der 5. und 6. Band wurden von Simon van den Neuwel (auch: Novellanus) erstellt.

Für unser Wissen über mittelalterliche Stadtstrukturen – vor den immensen Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges und barocker Umbauten – sind diese Stiche von Hogenberg einzigartig. Zur Detailfülle von Stadt und Landschaft tritt die reich ausgestattete Staffage – Fuhrwerke, Schiffe, zeitgenössische Trachten sowie jeweils zahlreiche Genreszenen. Dekorative Wappen und Einzelaufrisse kommen hinzu.

Die Platten kamen später in den Besitz des Kartenherstellers Jan Jansson aus Holland. Er führte verschiedene Modifikationen durch und legte die Städteansichten im Jahr 1657 in Amsterdam neu auf. Die Civitates Orbis Terrarum von Braun und Hogenberg sind wegen ihrer kunstvollen Ausgestaltung heute von Sammlern sehr geschätzt. Als Repros (Faksimile) sind sie verschiedene Male herausgegeben worden.

Literatur[Bearbeiten]

  • J. J. Merlo: Hogenberg, Franz. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 12, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 650–652.
  • Horst Keller: Hogenberg, Franz. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-00190-7, S. 472 f. (Digitalisat).
  • Stephan Füssel, Rem Koolhaas, Hist. Museum Frankfurt/M.: Georg Braun, Franz Hogenberg: Civitates orbis terrarum (Städte der Welt). 363 Kupferstiche mit 564 Stadtansichten neu herausgegeben und kommentiert. Nach einem Original des Historischen Museums Frankfurt. Das Original erschien von 1572 bis 1618. Taschen, 2008, 520 Seiten. ISBN 978-3-8365-1125-4.
  • Raleigh Skelton (Bearb.): Georg Braun, Franz Hogenberg, Civitates orbis terrarum - 1572-1618. Faksimile. Kassel, Verlag Bärenreiter, 1965. 433 Seiten.
  • Max Schefold: Beschreibung und Contrafactur der Vornembster Stät der Welt. Eingeleitet und kommentiert von Max Schefold. Faksimile. Plochingen, Müller und Schindler, 1965.
  • Georg Braun und Franz Hogenberg: Alte Europäische Städtebilder. Johannes Asmus Verlag, Hamburg 1964.

Werke[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frans Hogenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien