Mechelen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Mechelen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Mechelen
Wapen Mechelen.svg Flag of Mechlin.svg
Mechelen (Antwerpen)
Mechelen
Mechelen
Staat: Belgien
Region: Flandern
Provinz: Antwerpen
Bezirk: Mechelenwub
Koordinaten: 51° 2′ N, 4° 29′ OKoordinaten: 51° 2′ N, 4° 29′ O
Fläche: 65,2 km²
Einwohner: 83.194 (1. Jan. 2014)
Bevölkerungsdichte: 1.276 Einwohner je km²
Postleitzahl: 2800 (Mechelen, Walem)
2801 (Heffen)
2811 (Hombeek, Leest)
2812 (Muizen)
Vorwahl: 015 – 03
Bürgermeister: Bart Somers (Open VLD)
Adresse der
Kommunalverwaltung:
Stadsbestuur Mechelen
Grote Markt 21
2800 Mechelen
Website: www.mechelen.be
lblelslh
IJzerenleen, Mechelen

Mechelen (deutsch Mecheln, französisch Malines) ist eine Stadt in der Provinz Antwerpen in Belgien mit 83.194 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014). Mechelen ist Sitz des Primas von Belgien, Erzbischof André-Joseph Léonard.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Innenstadt von kaum 1 km Durchmesser hat eine fast kreisrunde Form, breite, regelmäßige Straßen und ansehnliche öffentliche Plätze, darunter den Grote Markt (Großer Marktplatz), den Veemarkt (Viehmarkt) und den Schoenmarkt (Schustermarkt) mit dem Denkmal von Margarete von Österreich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mechelen fiel bei der Teilung des fränkischen Reichs zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen an Lotharingien, wurde aber zwischen 911 und 915 von Karl dem Einfältigen dem Pfalzgrafen Wigerich geschenkt. Die Stadt als Teil der Herrlichkeit Mechelen kam 1336 durch Kauf an die Herzöge von Brabant und 1383 durch Heirat an Philipp den Kühnen von Burgund. 1477 kam die Stadt durch Verheiratung Marias von Burgund, der Erbtochter Karls des Kühnen, mit Maximilian I. an das Haus Habsburg. 1490 wurde Mechelen von Kaiser Friedrich III. zu einer Edlen Grafschaft erhoben und bildete als solche die 17. der niederländischen Provinzen. 1559 wurde die Stadt Sitz eines Erzbischofs. Unter der Statthalterin Margarete von Österreich war Mechelen zeitweise Hauptstadt der Niederlande. Nach dem Abfall der sieben vereinigten Provinzen kam die Stadt wieder zu Brabant und wurde zum Sitz des Großen Rats von Mechelen, des höchsten Gerichtshofs für die gesamten habsburgischen Niederlande bestimmt. 1572 richtete Fernando Álvarez de Toledo, Herzog von Alba hier eine seiner grausamsten Schlächtereien an.[1]

Am 5. Mai 1835 wurde die Bahnstrecke Brüssel – Mechelen eröffnet. Sie war eine der ersten dampfbetriebenen Bahnlinien auf dem europäischen Kontinent.

Im Westfeldzug (Mai 1940) wurden die Beneluxstaaten von Truppen der Wehrmacht besetzt; bis September 1944 befand sich in der Stadt das SS-Sammellager Mechelen, von dem aus mehr als 25.000 Juden von den Deutschen nach Auschwitz deportiert wurden.[2] In den Räumen des ehemaligen Lagers ist heute eine Gedenkstätte.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mechelen gibt es metallverarbeitende, feinmechanische und chemische Industrie sowie Maschinen- und Transformatorenbau. Auch für ihre Brauereien ist die Stadt bekannt; insbesondere durch die Traditionsbrauerei Het Anker, die zu den ältesten Brauereien Belgiens gehört. Außerdem sind hier Betriebe für die Herstellung von Schmuck ansässig, sowie Betriebe, die nach wie vor die traditionellen Mechelner Klöppelspitzen herstellen. Die Firma Kellogg Company produziert in Mechelen Pringles für den europäischen Markt, doch nach ihrem Verkauf ist der Standort nicht gesichert.[4]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer fruchtbaren Ebene an der Dijle und an einem von Löwen nach Antwerpen führenden Kanal gelegen, steht der Eisenbahnknoten Mechelen mit Antwerpen, Löwen, Lier, Brüssel, Dendermonde, Gent und Terneuzen durch Eisenbahnlinien in Verbindung. Ferner bestehen hier ein Ausbesserungswerk und der ehemalige Rangierbahnhof Muizen, der jedoch nach Umbau noch als Güterbahnhof weiter genutzt wird. Die Stadt liegt an der Europastraße 19 (Antwerpen–Paris) und ist etwa gleich weit von Brüssel (30 km südlich) und Antwerpen (25 km nördlich) entfernt.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei berühmten Stadthäuser Sint Jozef, De Duivel (Der Teufel) und Het Paradijs (Das Paradies); → Lage
Rathaus
Brüsseler Stadttor (→ Lage)

Bemerkenswert ist die Dichte von mehr als 300 denkmalgeschützten Gebäuden, darunter acht Kirchen, auf weniger als drei Quadratkilometern.

  • gotische Kathedrale des heiligen Romuald (Sint-Rombouts-Kathedraal) aus dem 13.–15. Jahrhundert mit einem 98 m hohen, aber unvollendeten Turm, der als Belfried seit 1999 zum UNESCO-Welterbe „Belfriede in Belgien und Frankreich“ gehört und zwei Carillons beherbergt, sowie mit wertvollen Gemälden (Altarblatt von van Dyck).
  • Auch der Belfried der Tuchhalle (1340), inzwischen Teil des Rathauses, gehört zum genannten UNESCO-Welterbe.
  • Rathaus (→ Lage)
  • Stadthaus, auch „De Beyaert“ genannt (15. Jahrhundert; → Lage)
  • Großer und der Kleiner Beginenhof – beide gehören seit 1998 zum UNESCO-Welterbe der flandrischen Beginenhöfe.
  • Liebfrauenkirche (→ Lage) aus dem 16. Jahrhundert, mit Rubens’ berühmtem Fischzug.
  • Johanniskirche (→ Lage) enthält einige wertvolle Gemälde von Peter Paul Rubens.
  • Palast von Margarete von Österreich, seit dem 20. Jahrhundert Gerichtshof (→ Lage)
  • Hof van Busleyden (→ Lage) und der Hof von Savoyen (frühes 16. Jahrhundert)
  • Straße IJzerenleen mit vielen historischen Gebäuden, darunter das Oud Schepenhuis (→ Lage)
  • Erzbischöflicher Palast (→ Lage)
  • Munizipalkollegium (früher Deutschordenshaus)
  • Kazerne Dossin – Gedenkstätte, Museum und Dokumentationszentrum für Holocaust und Menschenrechte am Ort des ehemaligen SS-Sammellagers Mechelen
  • Zeughaus
  • Fernseh- und Wasserturm Mechelen

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Arvada, Colorado
  • China VolksrepublikVolksrepublik China Chengdu, China
  • RumänienRumänien Sibiu, Rumänien

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gertrud von le Forts Novelle Plus ultra handelt in Mechelen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mechelen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Illustration von Frans Hogenberg von 1576: Als Bergen ingenommen war, Khumpt der von Alba mitt seiner schar, Vor Mechlen eine Schone Statt, ... (Digitalisat)
  2. www.bundesarchiv.de: Chronologie der Deportationen aus Belgien. Erster Transport 4. August 1942, letzter 31. Juli 1944. Alle starteten in Mechelen, fast alle endeten im KZ Auschwitz
  3. www.kazernedossin.eu
  4. Pringles vendus : quel avenir pour l'usine de Malines ? (dt: Pringles verkauft. Welche Zukunft hat das Werk in Mechelen?)
  5. Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz: Sign. I b 34 (Memento vom 27. Juli 2011 im Internet Archive)