Franz Beyer (Musiker)

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Franz Beyer (* 26. Februar 1922 in Weingarten; † 29. Juni 2018 in München[1]) war ein deutscher Bratschist, Hochschullehrer und Herausgeber.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Beyer war der Sohn des Otto Paul Beyer, geboren in Heukendorf im Herzogtum Sachsen-Altenburg am 12. September 1885 und seiner zweiten Ehefrau Anna Günter, geboren in Schelklingen am 16. Juli 1895. Die erste Ehefrau seines Vaters Marie geb. Schmuker stammte ebenfalls aus Schelklingen, verstarb aber (geb. Schelklingen 2. April 1886, † Weingarten 23. Okt. 1918) bereits mit 32 Jahren. Während seiner Militärzeit war Franz Beyers Vater Hoboist im Infanterie-Regiment König Wilhelm I. (6. Württ.) Nro 124, stationiert in Weingarten. Die Musik lag offenbar in der Familie, denn Franz Beyers Großvater Ernst (od. Christian) Bernhard Beyer (verheiratet mit Maria Amalie Beyer geb. Wendler) war ebenfalls Musiker in Heukendorf[2].

Nach der Militärzeit in Weingarten wurde Franz Beyers Vater dort ansässig und Musikleiter von Beruf. Dem Vater war es ein besonderes Anliegen, seine drei Kinder früh der Musik zuzuführen. So wurde die älteste Tochter Anna Maria (genannt Marianne) (geb. in Weingarten am 15. Nov. 1919) Cellistin. Dem Zweitgeborenen Franz wurde von seinem Vater ab dem fünften Geburtstag das Violinspiel beigebracht. Franz absolvierte die Musikakademie in Trossingen[3].

Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg geriet er in französische Kriegsgefangenschaft, wo er sogar ein Kammermusikorchester organisierte. Nach Kriegsende verlegte sich Franz Beyer auf die Viola. Nach seiner Ausbildung zum Bratscher wurde Beyer Mitglied im Stuttgarter Kammerorchester unter Karl Münchinger, beim Strub-Quartett und in Ensembles für Alte Musik wie der Cappella Coloniensis und dem Collegium Aureum.

Von 1962 bis 1995 war er als Professor für die Fächer Viola und Kammermusik an der Hochschule für Musik und Theater München tätig[4].

Herausgeber musikalischer Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beyer wurde vor allem als Herausgeber musikalischer Werke bekannt, insbesondere durch seine Neuausgabe von Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem KV 626, die wegen ihres behutsamen und respektvollen Umgangs mit der überlieferten Fassung von Franz Xaver Süßmayr inzwischen international anerkannt ist und in Einspielungen u. a. von Leonard Bernstein, Sir Neville Marriner, Nikolaus Harnoncourt und Frieder Bernius vorliegt.

Daneben hat Beyer zahlreiche Werke besonders der Wiener Klassik bearbeitet, ergänzt und rekonstruiert, so etwa Mozarts Pantalon und Colombine KV 446 (416d).

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • New York Times: Franz Beyer, Who Revised Mozart’s Requiem, Is Dead at 96, Juli 26, 2018[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernd Redmann: Die Hochschule trauert um Prof. Franz Beyer. Hochschule für Musik und Theater München, abgerufen am 4. Juli 2018.
  2. Stadtarchiv Schelklingen, Heiratsregister des Standesamts 1912, Nr. 11 und 1919, Nr. 2.
  3. Sandomir 2018.
  4. Sandomir 2018; Nachruf der Hochschule für Musik und Theater München.
  5. Anton Wassermann: Beim Mozart-Requiem klingt ein Stück Weingarten mit. In: Schwäbische Zeitung, 26. August 2014, abgerufen am 5. Juli 2018.
  6. Richard Sandomir: Franz Beyer, Who Revised Mozart’s Requiem, Is Dead at 96. New York Times, 23. Juli 2018, Seite D6