Fresenius Kabi

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Fresenius Kabi AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1999
Sitz Bad Homburg vor der Höhe, Hessen, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Mats Henriksson[1]
Mitarbeiterzahl 39.627 (31. Dezember 2019)[2]
Umsatz 6,919 Mrd. EUR (2019)[2]
Branche Pharmazie und Medizinprodukte
Website www.fresenius-kabi.com
Stand: 31. Dezember 2019

Die Fresenius Kabi AG mit Sitz in Bad Homburg vor der Höhe ist ein weltweit tätiges Gesundheitsunternehmen, das Medikamente und Medizinprodukte zur Infusion, Transfusion und klinischen Ernährung anbietet. Die Produkte und Dienstleistungen von Fresenius Kabi werden in der Therapie und Versorgung von kritisch und chronisch kranken Patienten eingesetzt. Das Produktportfolio umfasst intravenös zu verabreichende generische Arzneimittel, Infusionstherapien, klinische Ernährung und die dazugehörigen medizintechnischen Produkte zur Applikation. Im Bereich der Transfusionsmedizin und Zelltherapie bietet Fresenius Kabi Produkte zur Gewinnung von Blutkomponenten und für extrakorporale Therapieverfahren an. Im Biosimilars-Bereich konzentriert sich Fresenius Kabi auf Produkte mit den Schwerpunkten Onkologie und Autoimmunerkrankungen.

Fresenius Kabi beschäftigt weltweit rund 40.000 Mitarbeiter und verfügt über ein Netzwerk von rund 65 Vertriebsgesellschaften und rund 65 Produktionsstätten. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 6,9 Milliarden Euro.[3] Die Fresenius Kabi AG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Fresenius SE & Co. KGaA.

Produktportfolio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das umfangreiche Produktportfolio für die intravenöse Therapie kritisch kranker Patienten bietet ein breites Angebot an generischen intravenösen Arzneimitteln. Zum Sortiment gehören Arzneimittel wie Antibiotika, Anästhetika, Analgetika sowie Arzneimittel für die Onkologie. Das Portfolio für die Infusionstherapie umfasst verschiedene Lösungen zur Korrektur von Störungen im Elektrolyt- oder Säure-Basen-Haushalt, Volumenersatzlösungen und Trägerlösungen für kompatible Medikamente. In der klinischen Ernährung bietet Fresenius Kabi parenterale (intravenös zu verabreichende) und enterale (Trink- und Sondennahrungen, die über den Magen-Darm-Trakt verabreicht werden) Ernährungsprodukte. Im Bereich der Medizinprodukte verfügt Fresenius Kabi über ein umfangreiches Sortiment an Applikationstechnik und Applikationssystemen für die Infusion generischer Arzneimittel, Infusionstherapien und klinischer Ernährung. Im Biosimilars-Bereich konzentriert sich Fresenius Kabi auf Produkte mit den Schwerpunkten Autoimmunerkrankungen und Onkologie.[4][5] Im Bereich der Transfusionsmedizin und Zelltherapie bietet Fresenius Kabi Produkte zur Gewinnung von Blutkomponenten und für extrakorporale Therapieverfahren an.[6]  

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fresenius Kabi entstand 1999, als sich der Fresenius-Bereich Pharma mit dem Geschäft für klinische Ernährung (Kabi) des schwedischen Herstellers Pharmacia & Upjohn zusammenschloss.[7] Kabi stand damals für Kärnbolaget Aktiebolag Biokemisk Industri, was bis 1951 noch in der ausgeschriebenen Form genutzt wurde.

Im Jahr 2000 erschloss Fresenius Kabi neue Wachstumsmärkte in Asien, Afrika und Lateinamerika. Das Unternehmen stärkte seine Marktposition mit Akquisitionen in Südafrika und der Tschechischen Republik sowie einem Joint Venture in Australien im Jahre 2004.

2005 kaufte Fresenius Kabi das portugiesische Pharmaunternehmen Labesfal (Laboratorio de Especialidades Farmaceuticas Almiro SA) aus Campo de Besteiros auf. Noch im selben Jahr folgte die Übernahme des deutschen Medizinprodukteherstellers Clinico GmbH (Infusions- und Ernährungspumpen) aus Bad Hersfeld in Hessen.

2006 erwarb Fresenius Kabi das argentinische Pharmaunternehmen Laboratorios Filaxis S.A., Buenos Aires.

2007 erfolgten weitere Übernahmen, um auf dem weltweiten Markt für Infusionstherapie verstärkt vertreten zu sein: die japanische Kyorin Pharmaceuticals Co. Ltd., Tokio, die chilenische Laboratorio Sanderson SA und der italienische Antibiotikahersteller Ribbon S.r.L., Mailand. Im selben Jahr erfolgte die Übernahme des Geschäftsfeldes Enterale Ernährung von Nestlé S.A. in Spanien und Frankreich.[7]

2008 akquirierte Fresenius Kabi den indischen Generikahersteller Dabur Pharma Ltd. Im Sommer 2008 kaufte die Fresenius SE & Co. KGaA (ehem. Fresenius SE) das 1996 gegründete US-Pharmaunternehmen APP Pharmaceuticals aus Schaumburg, Illinois (USA), das intravenös zu verabreichende Generika in Illinois, New York herstellt. Der Kaufpreis belief sich für Fresenius inklusive Schuldenübernahme und Sonderzahlungen auf bis zu 5,6 Milliarden US-Dollar.[8][9]

Ende 2012 erwarb Fresenius Kabi den Transfusionstechnologieanbieter Fenwal Inc., Lake Zurich, Illinois (USA) und erreichte damit eine weltweit führende Position in der Transfusionstechnologie mit einem umfassenden Produktportfolio zur Sammlung und Verarbeitung von Blutkomponenten und zur therapeutischen Behandlung von Patientenblut durch Aphereseverfahren.

Im Januar 2016 erwarb Fresenius Kabi in den USA eine Produktionsstätte und ein Portfolio von sieben I.V.-Arzneimitteln in vorgefüllten Fertigspritzen, die von Becton, Dickinson and Company („BD“), einem US-amerikanischen Medizintechnik-Unternehmen, verkauft wurden.

Nachdem in den Vereinigten Staaten für Exekutionen von zum Tod verurteilten Häftlingen der Einsatz des Narkotikums Propofol in Betracht gezogen worden war, versuchte Fresenius Kabi als Hersteller des Produktes dies mittels Handelsbeschränkungen zu verhindern.[10]

2017 übernahm Fresenius Kabi das Biosimilars-Geschäft von Merck. Ebenfalls ankündigt wurde die Absicht zur Übernahme des US-amerikanischen Pharmaunternehmens Akorn, zu der es allerdings nicht kam.

2019 führte Fresenius Kabi sein erstes Biosimilar-Produkt in Europa ein.[7]

Logistikzentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Niederlassung Berlin in Potsdam
  • Niederlassung Friedberg und HemoCare in Friedberg
  • Niederlassung Hannover in Langenhagen
  • Niederlassung München in Garching-Hochbrück
  • Niederlassung West in Hilden
  • Niederlassung Stuttgart in Friolzheim
  • Auftragsleitstelle Bad Homburg und Auftragserfassung Klinik in Bad Homburg vor der Höhe
  • Distribution und Hochregallager in Friedberg (Hessen)

Mitbewerber in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Bereich enterale Ernährung: Numico (zur Danone-Gruppe), Deutschland-Vertrieb durch Pfrimmer Nutricia GmbH, Erlangen
  • Im Bereich Infusionstherapie und parenterale Ernährung: B. Braun Melsungen, Baxter International und die PlasmaSelect AG mit der Tochter DeltaSelect GmbH, München und nur im Bereich Infusionslösungen die Serag-Wiessner KG, Naila.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Imprint. Abgerufen am 18. März 2020.
  2. a b Key Figures. Fresenius Kabi AG, abgerufen am 18. März 2020.
  3. About us - Key Figures. Abgerufen am 18. März 2020.
  4. Fresenius Kabi - Business Fields. Abgerufen am 18. März 2020 (englisch).
  5. Fresenius Kabi Launches Biosimilar Adalimumab IDACIO In Germany. In: Biosimilardevelopment.com. 3. Mai 2019, abgerufen am 18. März 2020 (englisch).
  6. Fresenius Kabi - about us. In: en. Abgerufen am 18. März 2020.
  7. a b c Unternehmensgeschichte. Abgerufen am 18. März 2020 (englisch).
  8. WDH/Fresenius will kurzfristige Schulden mit Anleihe weiter senken 3. Juni 2009
  9. Company Profile from Hoover’s: APP Pharmaceuticals, LLC
  10. H. Haarhoff, R. Reichstein: Fresenius beschränkt Propofol-Verkauf: „Todescocktails“ werden knapp. In: taz.de. 11. September 2012, abgerufen am 11. September 2012.