Friederike Goßmann

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Friederike Goßmann, Lithographie von Josef Kriehuber, 1859

Friederike Goßmann (seit 1861 verheiratete von Prokesch-Osten; * 21. März 1836 in Würzburg; † 15. August 1906 in Gmunden, Österreich) war eine deutsche Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friederike Goßmann war die Tochter eines Gymnasialprofessors, mit dem sie in früher Jugend nach München kam. Ihre Schwester Marie Goßmann war ebenfalls eine Theaterschauspielerin.

Nachdem Friederike Goßmann durch Constanze Dahn ihre theatralische Ausbildung erhalten hatte, debütierte sie 1853 als Leonie im Damenkrieg (von Eugène Scribe) in München und ging dann nach Königsberg, wo sie, wie auch in Elbing, Danzig und Gumbinnen, ungewöhnliches Interesse erregte.

1855 kam sie an das Thaliatheater in Hamburg, 1857 an das Hofburgtheater in Wien. Hier spielte sie zuerst die Grille, eine Rolle, welche durch sie eine typische Gestaltung erhielt und mit ihrem Namen gleichsam identisch wurde.

In Hamburg spielte sie einst neben Pierre Levassor (1808–1870) sogar die Carlotta in La nuit aux soufflets mit der Sicherheit und Verve einer geborenen Französin. Natürlichkeit nach der neckischen wie nach der rührenden Seite hin war der unbeschreibliche Reiz, der alle ihre Darstellungen umgab und das Ergebnis ihrer sorgfältigsten Studien stets wie Äußerungen des Augenblicks erscheinen ließ.

Wappen der Familie Prokesch-Osten (1871)

Infolge ihrer Vermählung 1861 mit Anton Freiherrn von Prokesch-Osten (1837–1919, dem Sohn des 1871 in den erblichen Grafenstand erhobenen Anton von Prokesch-Osten), zog sie sich von der Wiener Hofbühne zurück. Von 1862 bis 1867 gastierte sie noch in Wohltätigkeitsvorstellungen und während der Wintermonate auf den größeren Bühnen Deutschlands, auch in St. Petersburg und Amsterdam.

Friederike von Prokesch-Osten, geb. Goßmann lebte danach meist in Gmunden in ihrer "Villa Prokesch-Osten", die auf alten Ansichtskarten Gmundens abgebildet ist. In Gmunden entfaltete sie mit ihrem Ehemann bedeutende soziale und kulturelle Aktivitäten,[1] so begründete sie 1891 den Zweigverein Gmunden des "Frauenhilfsvereins vom Rothen Kreuze für Oberösterreich". Aus ihrer Ehe hatte sie eine Tochter, Johanna, die später den k.u.k. Obersten Viktor Freiherrn von Schleinitz (1865–1957) heiratete und mit ihm einen Sohn hatte, Nikolaus Schleinitz-Prokesch (1895–1955), der eine diplomatische Laufbahn einschlug und dessen Nachkommenschaft sich bis heute fortsetzt.

Rollen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rosenlieder - Gedichtesammlung unter ihrem Geburtsnamen Fr. Gossmann Wien: Gerold 1875
  • Mein Grillenzimmer - Erinnerungen unter ihrem Ehenamen Prokesch-Osten, Friederike von Wien: 1892

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_P/Prokesch-Osten_Anton_1795_1876.xml

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Friederike Goßmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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