Friedl Hofbauer

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Friedl Hofbauer (* 19. Jänner 1924 in Wien; † 22. März 2014 ebenda[1][2]) war eine österreichische Lyrikerin, Übersetzerin und Kinder- und Jugendbuchautorin.[3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiener Zentralfriedhof - ehrenhalber gewidmetes Grab von Friedl Hofbauer, 2017

Friedl Hofbauer studierte Germanistik und Sprachen. Später wurde sie freie Schriftstellerin und Übersetzerin. In den Fünfzigerjahren arbeitete sie für die Kinderzeitschrift Unsere Zeitung, wo sie gemeinsam mit der Zeichnerin Susi Weigel u.a. die gereimten Abenteuer der Comic-Figur "Pipsi Maus" gestaltete, die in den frühen 1950er-Jahren in Österreich zeitweise bekannter als die "Micky Maus" war. Seit Anfang der 60er Jahre schrieb sie Erzählungen, Hörspiele, Romane, Theaterstücke und Lyrik für Kinder und Erwachsene. Sie gilt als eine der „Mütter“ der österreichischen Kinderlyrik; als solche hat sie viele jüngere Schriftstellerkollegen gefördert und beeinflusst. Ihre Texte sind von Poesie, Zärtlichkeit, Rhythmik und sprachlicher Genauigkeit geprägt. Ihr Witz trifft genau, ist hintergründig, bisweilen abgründig. Viele ihrer Gedichte, wie etwa das Autobahnlied, die Glaskugel und die Wippschaukelgedichte, wurden zu kinderlyrischen Klassikern und sind in zahlreichen Anthologien und Schullesebüchern zu finden. Friedl Hofbauer erhielt u. a. für ihr Gesamtwerk den österreichischen Würdigungspreis für Kinder- und Jugendliteratur. In erster Ehe war sie mit dem Kinderbuchautor Kurt Mellach verheiratet, in zweiter mit Edek Kauer, Kulturkritiker und Journalist. Friedl Hofbauer lebte in Wien-Döbling im Helmut-Qualtinger-Hof. Sie wurde am Wiener Zentralfriedhof im Ehrenhain (Gruppe 40, Nummer 192) bestattet.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Was mich mit 70 nicht mehr aufregt: Ein ausgeweideter Teddybär. Ein Text von mir, irgendwo abgedruckt ohne Namen … Was mich aufregt: Bosnien, Südamerika … Die Todsünden wider den Geist. Eine davon ist die Sprache in manchen Medien. Da gehen geschulte Leute mit Sprache so um, als habe sie keine Wirkung … dreimal in einer einzigen Sendung: Alarm schlagen, für nichtige Sachen. Haben die eine Ahnung, wie das ist, wenn sie wirklich Alarm schlagen?!“

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am End ist’s doch nur Phantasie. 1960
  • Der Schlüsselbund-Bund. 1962
  • Eine Liebe ohne Antwort. 1964
  • Die Wippschaukel. 1966
  • Der Brummkreisel. 1969
  • Zwei Kinder und ein Mondkalb. 1972
  • Im Lande Schnipitzel. Gedichte, 1973
  • Die Kirschkernkette. 1974
  • Das Sprachbastelbuch. 1975 (als Mitautorin)
  • 99 Minutenmärchen. 1976, gemeinsam mit Käthe Recheis
  • Tierfamilien. 1976
  • Mein lieber Doktor Eisenbarth. 1978
  • Der Waschtrommel-Trommler. Spielgedichte, 1980
  • Komm, kleiner Indianer. 1984, gemeinsam mit Käthe Recheis
  • Die Glückskatze. 1984
  • Die Insel der weißen Magier. 1987
  • Examen im Splittergraben. 1988
  • Der Sturm. Ein Zaubermärchen nach William Shakespeare. 1992
  • Kleine Füße – große Füße. 1992
  • Katzenbettgemisch. Geschichten und Gedichte zum Lachen und Träumen. 1993, gemeinsam mit ihrer Tochter Anna Melach, ISBN 3-8000-2375-X
  • Das goldene Buch der Tiere im Wald und auf der Wiese. Illustrationen von Károly Reich. Hoch-Verlag, Düsseldorf 1974
  • Die Spinnerin am Kreuz. 1994
  • Der Heidelbeerbär. 1996, ISBN 3-219-10628-5
  • Die Frösche von Betlehem. 15 Weihnachtstheaterspiele. 1996, gemeinsam mit ihren Kindern Anna und Alexander Melach, ISBN 3-219-10650-1
  • Geister, Teufel, Halsabschneider. 1997, gemeinsam mit Franz Sales Sklenitzka, ISBN 3-85326-070-5
  • Zahnweh Tod und Teufel. 1998
  • Was der Papagei Lorenzo erzählt. 1998, gemeinsam mit ihrer Tochter Anna Melach
  • Sagen aus Wien. 2000
  • Gute Nacht im Bärennest. 2001, ISBN 3-219-10867-9
  • Weihnacht im Winterwald. 2002, ISBN 3-219-11008-8. Auch als Figurentheater im Figurentheater LILARUM (Uraufführung Dezember 2004)
  • Wenn ein Löwe in die Schule geht. 2002
  • Spielen wir ein Krippenspiel! 15 Theaterstücke für Kinder. 2003, gemeinsam mit ihren Kindern Anna und Alexander Melach
  • Das Geheimnis der weißen Katze. 2007, ISBN 978-3-7017-2017-0, gemeinsam mit Käthe Recheis
  • Das Lächeln der Mondfee. 2008, ISBN 978-3-7017-2037-8, gemeinsam mit Käthe Recheis
  • Die Gespensterquelle. 2009, ISBN 978-3-7017-2061-3
  • Müd sein ist schön. 2009, ISBN 978-3-7074-0407-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurier: Kinderbuchautorin Friedl Hofbauer gestorben. Kurier, abgerufen am 25. März 2014 (deutsch).
  2. ^Der Standard: Kinder- und Jugendbuchautorin Friedl Hofbauer gestorben. Der Standard, abgerufen am 25. März 2014 (deutsch).
  3. Friedl Hofbauer. In: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 2014/2015: Band I: A-O. Band II: P-Z., Walter De Gruyter Incorporated, 2014, S. 437, ISBN 978-3-11-033720-4.