Friedrich August (Oldenburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Friedrich August von Schleswig-Holstein-Gottorf

Friedrich August von Schleswig-Holstein-Gottorf (* 20. September 1711 in Schloss Gottorf, Schleswig; † 6. Juli 1785 in Oldenburg) war Fürstbischof von Lübeck und später Herzog von Oldenburg aus dem Hause Schleswig-Holstein-Gottorf.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich August wurde als sechstes Kind des Holsteiner Prinzen und Lübecker Fürstbischofs Christian August (1673–1726) und der Prinzessin Albertine Friederike von Baden-Durlach (1682–1755) geboren. Seine Nichte wurde als Katharina II. die Große Zarin von Russland.

Friedrich August als junger Mann, zeitgenössisches Gemälde, Schloss Eutin

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1750 folgte er seinem Bruder Adolf Friedrich, der im Jahr darauf König von Schweden werden sollte, als Fürstbischof von Lübeck. Kurz nach dem Vertrag von Zarskoje Selo 1773, der den Gebietsaustausch der vom dänischen Königshaus regierten Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst und den von der älteren Holstein-Gottorfschen Linie regierten herzoglichen Anteile Holsteins, vorsah, trat deren Erbe Paul Petrowitsch als Sohn der Zarin Katharina der Großen russischer Thronfolger die Herrschaft über Oldenburg und Delmenhorst an Friedrich August ab. Zielsetzung war es, auch der jüngeren Gottorper Linie zu einem soliden und anständigen Etablissement zu verhelfen. Damit endete für Oldenburg die 106-jährige reichsferne Regentschaft aus dem fernen Dänemark. Kurze Zeit später erhob Kaiser Joseph II. Oldenburg zum Herzogtum.

Am 14. Dezember 1773 nahm Friedrich August im Oldenburger Schloss die Huldigung der Abordnungen seiner neuen Untertanen entgegen. Friedrich August residierte jedoch nicht in Oldenburg, sondern in seiner bisherigen fürstbischöflichen Residenz im holsteinischen Eutin, wo er den Jagdpavillon am Ukleisee erbauen ließ und wo nach seinem Tod noch das herzogliche Witwenpalais für seine Witwe errichtet wurde. Jedoch besuchte die herzogliche Familie etwa alle zwei Jahre das Oldenburger Land, wobei auch Außenposten wie Landwürden Besuche abgestattet wurden. An die Spitze der Landesverwaltung in Oldenburg wurde Friedrich Levin von Holmer berufen. Im Sinne des Aufgeklärten Absolutismus versuchte die herzogliche Verwaltung durch soziale (Witwen- und Waisenkasse, 1779) und administrative Maßnahmen (Abschaffung der Folter und Zensur, Verbesserung des Lotsen- und Vermessungswesens) die Landeswohlfahrt zu beleben und die Grundlagen einer staatlichen Verkehrs- und Wirtschaftspolitik zu legen. Friedrich August gewann bald als „guter, alter Herr“ das Vertrauen seiner oldenburgischen Untertanen, zumal er sich mit den Landbewohnern gerne plattdeutsch unterhielt. Seine persönlichen Vorlieben galten militärischen und botanisch-forstlichen Fragen. Er war ein Anhänger Friedrichs II. von Preußen und dessen Politik und pflegte enge verwandtschaftliche Kontakte zur Zarenfamilie. Friedrich August starb am 6. Juli 1785 bei einem Spazierritt über die geschleiften Oldenburger Wälle und wurde in der Gottorpschen Fürstenkapelle des Lübecker Domes beigesetzt.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. November 1752 heiratete er Ulrike Friederike Wilhelmine von Hessen-Kassel in Kassel. Insgesamt hatte das Paar drei Kinder:

  • Peter Friedrich Wilhelm (* 3. Januar 1754; † 2. Juli 1823), Titularherzog von Oldenburg
  • Luise Caroline (* 2. Oktober 1756; † 31. Juli 1759)
  • Hedwig Elisabeth Charlotte (* 22. März 1759; † 20. Juni 1818)

In seinem Testament vom 4. April 1777 bestimmte Friedrich August seinen Neffen Peter Friedrich Ludwig (1755–1829), Sohn seines Bruders Georg Ludwig (1719–1763) zum Vormund für seinen Sohn Peter Friedrich Wilhelm (1757–1823), der aufgrund einer Geisteskrankheit nicht regierungsfähig war. Als Landesadministrator erhielt dieser alle Rechte eines regierenden Landesherrn, abgesichert durch Familienabsprachen und nahm nach dem Tod Peter Friedrich Wilhelms selbst den Herzogtitel an.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf (1597–1659)
 
 
 
 
 
 
 
Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf (1641–1695)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maria Elisabeth von Sachsen (1610–1684)
 
 
 
 
 
 
 
Christian August von Schleswig-Holstein-Gottorf (1673–1726)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich III. König von Dänemark (1609–1670)
 
 
 
 
 
 
 
Friederike Amalie von Dänemark (1649–1704)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sophie Amalie von Braunschweig-Calenberg (1628–1685)
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich August
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich VI. von Baden-Durlach, (1617–1677)
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich VII. Magnus von Baden-Durlach (1647–1709)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christine Magdalena von Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg (1616–1662)
 
 
 
 
 
 
 
Albertine Friederike von Baden-Durlach (1682–1755)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf (1597–1659)
 
 
 
 
 
 
 
Augusta Maria von Schleswig-Holstein-Gottorf (1649–1728)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maria Elisabeth von Sachsen (1610–1684)
 
 
 
 
 
 

Anmerkung: Aufgrund von interfamilären Hochzeiten sind Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf und seine Frau Maria Elisabeth gleich zweifache Ur-Großeltern von Friedrich August.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Adolf Friedrich Fürstbischof von Lübeck
1750–1785
Peter
Paul Graf von Oldenburg und Delmenhorst
ab 1774/77 Herzog von Oldenburg
1773–1785
Wilhelm