Landwürden

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Gemeinde Loxstedt
Wappen von Landwürden
Koordinaten: 53° 28′ 0″ N, 8° 32′ 0″ O
Höhe: −1 m ü. NHN
Fläche: 48,78 km²[1]
Einwohner: 1794 (1. Jan. 1973)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 27612
Vorwahl: 04740
Landwürden (Niedersachsen)
Landwürden

Lage von Landwürden in Niedersachsen

Gemarkung Landwürden in der Gemeinde Loxstedt
Gemarkung Landwürden in der Gemeinde Loxstedt

Landwürden (auch Land Würden oder Land Wührden; niederdeutsch Landwöörden) war eine Gemeinde und ist eine Gemarkung mit mehreren Dörfern innerhalb von Loxstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwürden liegt östlich der Weser, gehört historisch jedoch zum Land Oldenburg, dessen Kerngebiet westlich der Weser lag. Landwürden wurde von hannoverschem Gebiet umgeben.

Zur Gemarkung gehörte bis zum Ende des Jahres 2009 auch die Luneplate, die im Zuge eines Gebietsaustauschs am 1. Januar 2010 an Bremerhaven abgetreten wurde und damit jetzt zum Bundesland Bremen gehört.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Legende nach verheiratete der Stoteler Graf Gevehard seine Tochter mit einem Oldenburger Grafen. Landwürden diente dabei als Mitgift und erschien bereits im Zeitraum von 1273 bis 1278 als externer Besitz Oldenburgs. Für eine ehemalige Zugehörigkeit der Landwürder Wesermarsch zu Stotel spricht deren Zuschnitt innerhalb des gesamten Marschstrichs westlich von Stotel und die Tatsache, dass das Kloster Osterholz die Zehnten von Wiemsdorf und Wührden den Stotelern und nicht den Oldenburgern zu Lehen gegeben hat. Nach der Schlacht bei Golzwarden 1408, in der Graf Christian VI. von Oldenburg von den Bremern gefangen genommen wurde, musste Oldenburg Landwürden an Bremen verpachten, da es das geforderte Lösegeld von 2000 Mark nicht zahlen konnte. Bis 1511 blieb das Gebiet so unter bremischer Verwaltung.

Die Dörfer Landwürdens bildeten schon frühzeitig eine Einheit. Die Gemeinde Dedesdorf bestand im 19. Jahrhundert aus den Bauerschaften Buttel (also dem oldenburgischen Teil Büttels), Dedesdorf, Eidewarden, Maihausen, Oldendorf, Overwarfe, Reitmoor, Ueterlande und Wiemsdorf. Sie wurde am 1. Januar 1936 in Landwürden umbenannt.[3] Landwürden war auch der Name eines Amtes, das 1879 im Amt Brake aufgegangen ist, einem der Vorläufer des Amtes Wesermarsch (1933–1939). Ab 1939 gehörten die Orte dann bis zur Gebietsreform 1974 zum Landkreis Wesermarsch. Die Verbindung zur Wesermarsch stellte eine Fähre her, die inzwischen durch den Wesertunnel ersetzt wurde. Seit dem 1. März 1974 gehört das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Landwürden zur Gemeinde Loxstedt.[4] Dedesdorf, Eidewarden, Maihausen, Overwarfe, Ueterlande, Wiemsdorf und Teile Büttels (Buttel) sind auch heute noch in der Gemarkung Landwürden zusammengefasst.

Einwohnerentwicklung

Jahr 1910 1933 1939 1950 1956 1973
Einwohner 1402 1376 1472 2415 2114 1794
Quelle [5] [3] [3] [6] [6] [1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kommunaler Ebene werden die zusammengefassten Ortschaften der Gemarkung Landwürden vom Loxstedter Gemeinderat vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsvorsteher der folgenden Ortschaften in der Gemarkung Landwürden sind:

  • Buttel (Büttel): Lars Behrje[7]
  • Dedesdorf-Eidewarden: Holger Onken[8]
  • Maihausen: Andrea Dellas[9]
  • Overwarfe: Eymer Köhnken[10]
  • Ueterlande: Peter Harrie[11]
  • Wiemsdorf: Torsten Radespiel[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeichnung des Kommunalwappens der ehemaligen Gemeinde Landwürden stammt von dem Heraldiker Manfred Furchert.[13][14]

Wappen von Landwürden
Blasonierung: „In Gold der heilige Laurentius im silbernen Gewand; in der Rechten einen roten Rost haltend; in der Linken ein silbernes aufgeschlagenes Buch und eine grüne Lilie; oben rechts und links je ein schwebender achtstrahliger silberner Stern.“[14]
Wappenbegründung: Das Wappen ist nicht nach den heraldischen Farbregeln angefertigt worden (→ siehe: Tingierung – heraldische Farbregeln). Der silberne Heilige Laurentius, das Buch und die Sterne sollten nicht auf goldenem Grund angeordnet sein! Das Landwürdener Wappen ist aus einem Siegelbild entstanden, das schon von 1285 stammt und das älteste des Oldenburger Landes ist. Ungewöhnlich ist als Attribut des Heiligen die heraldisch stilisierte Lilie, die in einem Siegelbild von 1555 vorkommt und auch als Zepter gedeutet werden kann; eigentlich sind die Attribute des Heiligen der Rost, das Buch und ein Palmenzweig. Nach 1933 sollte das Siegelbild geändert werden. Dazu kam es aber nicht und 1946 setzte sich das Staatsarchiv in Oldenburg dafür ein, das alte Bild zu belassen. Seit wann die Gemeinde Landwürden das Siegelbild als farbiges Wappen führte, konnte nicht ermittelt werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinssport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1970 gründete sich aus der Fusion der Vereine TSV Dedesdorf und des TSV Ueterlande die SG Landwürden. Im Verein kann man verschiedene Sportarten finden, etwa Damenfitness, Volleyball, Rückenschule und Fußball, welches die bekannteste Sparte im Verein ist. Zum Spieljahr 2012/2013 bildete die SG im Herrenbereich eine Spielgemeinschaft mit der SG Langendammsmoor/Büttel/Neuenlande. Die erste Herrenmannschaft spielte in der Kreisliga Cuxhaven, die zweite Herrenmannschaft in der 2. Kreisklasse Cuxhaven und die dritte Herrenmannschaft in der 3. Kreisklasse Cuxhaven. Zudem gibt es seit 2012 eine Damenmannschaft, welche in der Kreisklasse spielt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Ulrich Hucker: Das Problem von Herrschaft und Freiheit in den Landesgemeinden und Adelsherrschaften des Mittelalters im Niederweserraum. Hrsg.: Diss. Pädagogische Hochschule Westfalen-Lippe. Münster 1978.
  • Daniel Ramsauer: Chronik von Landwührden und der Kirchengemeinde Dedesdorf. Hrsg.: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung (= Sonderveröffentlichungen des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern. Band 21). 2. Auflage. Selbstverlag der Männer vom Morgenstern, Bremerhaven 1991 (294 S., Digitalisat der 1. Auflage in: digital.lb-oldenburg.de [abgerufen am 28. Mai 2020] Erstausgabe: 1925).
  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 12 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Landwürden – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 61, Landkreis Wesermarsch (Digitalisat (Memento vom 7. August 2019 im Internet Archive) [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 28. Mai 2020]).
  2. Land Bremen wächst um 1500 Hektar. In: Webseite Weser Kurier. 11. Januar 2010, abgerufen am 19. November 2017.
  3. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermarsch (Siehe unter: Nr. 6). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 249.
  5. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Amt Brake. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 28. Mai 2020.
  6. a b Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 211 (Digitalisat).
  7. Ortsvorsteher von Büttel. In: Webseite Gemeinde Loxstedt. Abgerufen am 19. November 2017.
  8. Ortsvorsteher von Dedesdorf-Eidewarden. In: Webseite Gemeinde Loxstedt. Abgerufen am 19. November 2017.
  9. Ortsvorsteher/in von Maihausen. In: Webseite Gemeinde Loxstedt. Abgerufen am 19. November 2017.
  10. Ortsvorsteher von Overwarfe. In: Webseite Gemeinde Loxstedt. Abgerufen am 19. November 2017.
  11. Ortsvorsteher von Ueterlande. In: Webseite Gemeinde Loxstedt. Abgerufen am 19. November 2017.
  12. Ortsvorsteher von Wiemsdorf. In: Webseite Gemeinde Loxstedt. Abgerufen am 19. November 2017.
  13. Wappenzeichnungen von Manfred Furchert. In: Wikimedia Commons. Abgerufen am 19. November 2017.
  14. a b Manfred Furchert: Oldenburgisches Wappenbuch. Die Wappen der Landkreise, Städte und Gemeinden des Oldenburger Landes. Band 1. Isensee Verlag, Oldenburg 2003, ISBN 3-89995-050-X, S. 137.