Residenzstadt

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Roma aeterna, der Prototyp einer Residenzstadt, am Quirinal der päpstliche Sommerpalast (um 1493)
Beijing, mit der Verbotenen Stadt der Ming- und Qing-Kaiser
Versailles, Residenz der französischen Könige ab 1682 (planmäßig angelegte Stadt im rechten Bildviertel; links davon Schloss und Park)

Eine Residenzstadt ist eine Stadt, die Sitz eines Herrschers ist.

Zum Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff leitet sich von Residenz, lateinisch Residentia, zu residere‚ sich setzen, niederlassen, wohnen (englisch Residence, französisch Résidence) ab, dem Sitz des geistlichen oder weltlichen Herrschers, ursprünglich dem von einem Herrscher ausgewählten dauerhaften repräsentativen Wohnsitz (Burg, Schloss, Palast).

Residenzstädte waren bzw. sind in allen Kulturen üblich von Rom über Konstantinopel/Byzanz, Bagdad bis zu den Kaiserstädten Chinas, Kyōto und Tokio in Japan und Städten wie Tenochtitlan in der neuen Welt. Diese waren meist Wohnsitz der Dynastie, wurden aber bei Übernahme oder Eroberung der Reiche vom neuen Machthaber übernommen, um Rechtmäßigkeit und Kontinuität und auch einen neu erworbenen höheren Rang auszudrücken. Die Verlagerung der Residenzstadt eines Reiches war – außer im alten China, wo es eine religiöse Motivation gab – meist eine Frage der herabstufenden Rangordnung der Territorien in einem Reich.

Im europäischen Mittelalter zieht ein Herrscher, primär je nach politischer oder wirtschaftlicher Notwendigkeit, von einem Ansitz (Burgen in strategisch günstiger landschaftlicher Lage) zum anderen, und hält vor Ort ‚Hof‘ (Pfalzwesen) – anfangs wortwörtlich im Burghof. Hier versammelt er die Lehnsmänner und Stände der Region, nimmt Huldigungen und Abgaben (Zehent) entgegen, spricht Recht, bestätigt Verträge (Regalien) und tätigt andere Amtshandlungen, um dann weiterzuziehen. So hat etwa der römisch-deutsche Kaiser bis an das Ende des Mittelalters keinen „festen Wohnsitz“, sondern zieht permanent im Reich umher.

Mit dem Aufkommen der städtischen Kulturzentren und dem Ausbilden der Hauptorte einer Region verlagern die Adeligen ihren Sitz in die Städte (Stadtschloss, meist – je nach Klima – ‚Winterpalais‘), die alten Ansitze verbleiben als Sommerresidenz (Landsitz, Jagdschloss und ähnliches). Damit entstehen ab der beginnenden Neuzeit im nördlicheren Europa Hauptstädte der Territorien im Sinne des heutigen Begriffs mit einer ständigen Hofhaltung.

Die neuen städtischen Residenzen lagen meist in den alten mittelalterlichen Hauptburgen der Städte (Hl. Römisches Reich: Hradschin in Prag, Wiener (Hof-)Burg; Frankreich: Louvre) oder in den innerstädtischen Palais (Stadthäusern) der Renaissancezeit. Seit dem Barock und dem zunehmenden Abkommen von den Stadtbefestigungen nach dem Dreißigjährigen Krieg herrschen aber, um der Enge und auch dem Schmutz der Städte zu entfliehen, Neugründungen außerhalb der Vorstädte vor, oder es werden vorstädtische Land- und Wirtschaftssitze zu Regierungs- und Repräsentationszentren umgebaut (Frankreich: Schloss Versailles bei Paris, Großbritannien: Windsor bei London, Hl. Römisches Reich: Schönbrunn zu Wien, Preußen: Sanssouci in Potsdam bei Berlin). Dem folgt der Kleinadel der Landstädte, die weniger weit umsiedeln müssen, womit die typischen „Stadtschlösser“ im Sinne des Zentralgebäudes der Stadt entstehen.

In der klassischen Residenzstadt wurde auf Kosten des restlichen Adelsbesitzes das geistige und ökonomische Potenzial des Herrschaftsbereiches geballt. Neu ausgerufene Residenzstädte wurden häufig als Planstadt angelegt bzw. ausgebaut. Die Architektur ehemaliger Residenzstädte ist oftmals durch ihre Funktion als repräsentativer Wohnsitz des Herrschers geprägt (Repräsentationsarchitektur, Prunkbauten).

Liste bedeutender Residenzstädte in Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Monarchien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland über Jahrhunderte in viele Einzelstaaten unterteilt war, gibt es in fast allen Regionen eine ungewöhnlich hohe Zahl an Residenzstädten. Die folgenden Karten zeigen die territoriale Entwicklung innerhalb des Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, des Rheinbundes, des Deutschen Bundes, des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Kaiserreiches bzw. dem Ende der Monarchie 1918 in Deutschland.

Zeitraum Stadtname Beschreibung Abbildung
286 n. Chr. – 392 n. Chr. (mit Unterbrechungen) Trier bzw. Augusta Treverorum Funktion: Sitz weströmischer Kaiser (z. B. Konstantin I., Konstantin II., Valentinian I.GratianMagnus Maximus)

erhaltene Bauwerke: Kaiserthermen, Konstantinbasilika und Amphitheater

Besonderheit: seit 1986 UNESCO-Weltkulturerbe

Erläuterung: Mit dem von Kaiser Diokletian (Regierungszeit: 284 bis 305 n. Chr.) begründeten Regierungssystem der Tetrarchie wurde die Macht auf vier Kaiser verteilt. Trier bot sich dabei besonders als kaiserliche Residenzstadt an, da sich die Stadt zum einen nahe genug an der bedrohten Rheingrenze befand, um Feldzüge gegen germanische Überfälle unternehmen zu können, und zum anderen in sicherer Entfernung lag. Wohl bereits unter Constantius Chlorus wurden die Grundlagen zur Schaffung eines ausgedehnten Palastbezirkes im nordöstlichen Bereich des Stadtgebietes gelegt. [1] Frühere Wohnquartiere, die dort seit der mittleren Kaiserzeit bestanden hatten, wurden abgerissen. Ab 306 n. Chr. setzte Kaiser Konstantin I. das groß angelegte Bauprogramm seines Vorgängers fort: An der Südseite des Palastareals begannen die Arbeiten an einer der großen öffentlichen Badeanlage, den sogenannten Kaiserthermen. Rund 350 m nördlich der Kaiserthermen wurde die Palastaula (die sogenannte Basilika) als repräsentativer Kern des Palastbezirkes errichtet. Der etwa 67 m lange und 27 m breite Innenraum dieses kaiserlichen Thronsaals gilt als größter stützenloser Saalbau der Antike.[1] Die vermutlich östlich an den Palast anschließende Circusanlage ließ Konstantin I. ausbauen. Als Spielstätte war sie gleichzeitig Ort kaiserlicher Repräsentation und integraler Bestandteil spätantiker Residenzstädte.

Konstantinbasilika als einstige Empfangshalle des kaiserlichen Palastes
? – 1803 Mainz Funktion: Sitz der Kurfürsten von Mainz

erhaltene Bauwerke: Kurfürstliches Schloss, Kurfürstlicher Marstall, Zitadelle Mainz, Mainzer Dom und Deutschhaus Mainz

739–1803 Passau Funktion: Sitz des Fürstbischofs von Passau

erhaltene Bauwerke: Veste Oberhaus, Dom St. Stephan, Fürstbischöfliche Opernhaus und Neue Residenz

Altstadt von Passau
742–1803 Würzburg Funktion: Sitz der Würzburger Bischöfe

Besonderheit: Würzburger Residenz mit dem Hofgarten und dem Residenzplatz seit 1981 UNESCO-Weltkulturerbe

erhaltene Bauwerke: Festung Marienberg, Würzburger Dom und Würzburger Residenz

Würzburger Residenz
765–855 Aachen

Funktion: Aachener Königspfalz als Hauptaufenthaltsort Karls des Großen

Besonderheit: Aachener Dom und Domschatz seit 1978 UNESCO-Weltkulturerbe

erhaltene Bauwerke: Oktogon des Aachener Doms, Granusturm und Fundamentreste der Pfalz unter dem heutigen Aachener Rathaus

9. Jh. Ingelheim Funktion: zeitweilige Residenz karolingischer Könige des Frankenreiches

erhaltene Gebäude: Reste der Ingelheimer Königspfalz

Ruine der Königspfalz
9. Jh. Frankfurt am Main Funktion: zeitweilige Residenz karolingischer Könige des Frankenreiches

erhaltene Gebäude: die unter Ludwig dem Frommen errichtete Pfalz

Reste der Königshalle im Archäologischen Garten
966–1803  Quedlinburg Funktion: 966-1803 als Sitz des Stiftes Quedlinburg

Besonderheit: seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe

erhaltene Bauwerke: Stiftskirche St. Servatius, Stiftsschloss Quedlinburg, Ruine der St.-Marien-Kirche 

1007–1803: Bamberg Funktion: Sitz des Bamberger Hochstift

Besonderheit: seit 1993 UNESCO-Weltkulturerbe

erhaltene Bauwerke: Alte Hofhaltung, Neue Residenz und Bamberger Dom

Innenhof der Alten Hofhaltung
11.Jh. – 13. Jh. Goslar Funktion: eine unter Heinrich II. errichtete Pfalzanlage

Besonderheit: seit 1992 UNESCO-Weltkulturerbe

erhaltene Bauwerke: Königspfalz Goslar

11. Jh. – 1918 Bad Urach Funktion: Residenz der Grafen, Herzöge und Könige von Württemberg
11. Jh.-1806 Diez Funktion: Sitz der Grafen von Nassau-Diez

erhaltene Bauwerke: Grafenschloss Diez,  St. Maria und Schloss Oranienstein

11. Jh.- 1503 Burghausen  Funktion: Residenz der Herzöge von Bayern-Landshut
12. Jh.-13. Jh. Gelnhausen Funktion: eine unter Friedrich I. errichteten Pfalzanlage

erhaltene Bauwerke: Königspfalz Gelnhausen

ca. 1100–1231 Kelheim Funktion: Residenzstadt der Wittelsbacher
Herzogkasten, bestehend aus Steinquadern der abgetragenen Kelheimer Burg 
1119–1864 Schleswig Funktion: Sitz der Herzöge von Schleswig und der Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf

erhaltene Bauwerke: Schloss Gottorf

1131-1918 Schwerin Funktion: Hauptresidenz der Obotritenfürsten seit 1131, und der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin 1329–1918

erhaltene Bauwerke: Schweriner Schloss, Staatliches Museum (großherzogliche Kunstsammlung), Mecklenburgisches Staatstheater, Alte Palais, Marstall, Kollegiengebäude

1142-1918; mit Unterbrechungen Braunschweig Funktion: Sitz des Herzogtums Sachsen (1142-1195) und des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel (1267/1269–1430) und des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel (1753–1807), Sitz des Herzogtums Braunschweig (1814–1918)

erhaltene Bauwerke: Burg Dankwarderode, Braunschweiger Dom, Braunschweiger Burglöwe, Herzog Anton Ulrich-Museum und Braunschweiger Schloss

1151–1801 Köln Funktion: Sitz der Kölner Kurfürsten
1152- 1680 Halle Funktion: Residenz der Magdeburger Erzbischöfe und deren Administratoren
1153-1806 Weikersheim Funktion: Residenz der Herren von Hohenlohe, ab 1450 Grafen von Hohenlohe und ab 1744 Fürsten von Hohenlohe
1163-1718 Weida Funktion: Sitz der Vögte von Weida bzw. der Markgrafen von Meißen
1182-1720 Heidelberg Funktion. Sitz der pfälzischen Kurfürsten

erhaltene Bauwerke: Heidelberger Schloss, Karlstor und Marstall

12. Jh.–1918 Stuttgart Funktion: Sitz der Grafen (12. Jh. - 1495), danach der Herzöge (1495–1806) und der Könige von Württemberg (1806–1918)

erhaltene Bauwerke: Altes Schloss, Neues Schloss, Schloss Solitude, Jubiläumssäule, Grabkapelle auf dem Württemberg, Alte Staatsgalerie, Schloss Rosenstein, Kronprinzenpalais, Villa Berg und Wilhelmspalais

12. Jh. bis 1793 Saarbrücken Funktion: Sitz der Grafen von Nassau-Saarbrücken
12. Jh.–1628/87 Büdingen Funktion: Sitz der Herren von Büdingen, der Grafen von Ysenburg und Büdingen
12. Jh. – 1726 Dachau Funktion: Residenz bayerischer Herzöge und Kurfürsten
um 1200 –1816 Ellwangen Funktion. Sitz der  Fürstbischofe von Eichstätt und später Friedrichs I. von Württemberg
1246–1787 Tettnang Funktion: Residenz der Grafen von Montfort
1255-1918 München Funktion: Residenz der bayerischen Herzöge, Kurfürsten und Könige (1255–1918)

erhaltene Bauwerke: Schloss Nymphenburg, Hofgarten, Münchner Residenz, Mariensäule, Alte Pinakothek, Alter Hof, Feldherrnhalle, Siegestor, Staatsbibliothek,  Glyptothek, Propyläen,  Antikensammlung, Ruhmeshalle, Cuvilliés-Theater,Schloss Blutenburg, Alte Münze, Karmelitenkirche, Theatinerkirche und Schloss Fürstenried

1260–1422 und 1486–1547 Wittenberg Funktion: Sitz der Kurfürsten von Sachsen-Wittenberg
Schlosskirche Wittenberg und Freilegung der Grundmauern des Südflügels (2011)
1269–1378 Lüneburg Funktion: Sitz der Herzöge des Fürstentums Lüneburg
Tangermünde Funktion: Residenz der Kurfürsten von Brandenburg
ab 1288 bevorzugt: Bonn Funktion: Residenz der Kurfürsten von Kurköln
1306–1918 Greiz Funktion: Sitz der Grafen und Reichsfürsten von Reuß
1347–1480 Eltville Funktion: Residenzort der Kurfürsten von Kurmainz
? Putbus Funktion: Residenz der historisch den Rüganer Fürsten

gleichgestellten Herren zu Putbus ab 1810

Schloss Putbus um 1900, 1962 gesprengt, bis 1964 abgetragen
1355-1816 Weilburg Funktion: Sitz der Grafen, (Reichs-)Fürsten und Herzöge

von Nassau-Weilburg und später vom Herzogtum Nassau

Altstadt von Weilburg mit Schlosskomplex
um 1380–1716 Düsseldorf Funktion: Sitz der Herzöge von Jülich-Berg (ab etwa 1380), der Herzöge von Jülich-Kleve-Berg(1521–1609), des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm (1614–1653), der Pfalzgrafen und Kurfürsten Philipp Wilhelm (1653–1690) und Johann Wilhelm (1690–1716)
1390–1918  Lichtenstein Funktion: Residenz der Grafen, Herzöge und Könige von Württemberg
1396-1918 Dessau Funktion: Sitz der Fürsten von Anhalt-Dessau
1417-1813 Kleve Funktion: Sitz der Herzöge von Kleve
1430-1753 Wolfenbüttel Funktion: Sitz der Herzöge des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel
1433-1705 Celle Funktion: Residenz der Herzöge des Fürstentums Lüneburg
1448-1918 Berlin-Cölln/Berlin Funktion: Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen

und Kurfürsten, seit 1701/1772 Könige in/von Preußen, der Kaiser des Deutschen Reichs (1871–1918)

1470-1793 Zweibrücken Funktion: Sitz der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken
1483–1601 Torgau Funktion: Residenzstadt der sächsischen Kurfürsten
1485–1918 Dresden Funktion: Sitz der Kurfürsten und Könige von Sachsen
1491–1581 Römhild Funktion: Sitz der Grafen von Henneberg-Römhild
1505–1742 Neuburg Funktion: Residenzstadt von Pfalz-Neuburg
1514-1545 Landshut Funktion: Residenzstadt des bayerischen Herzoges Ludwig X.
1526/27–1809 Mergentheim Funktion: Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens
1526–1803 Meersburg Funktion: Sitz der Fürstbischöfe von Konstanz
1528–1918 Detmold Funktion: Sitz der (Reichs-)Grafen und Fürsten von Lippe
1541–1803 Aschaffenburg Funktion: Zweitresidenz der Kurfürsten von Kurmainz
1552–1918 Weimar Funktion: Sitz der Herzöge von Sachsen-Weimar, später von Sachsen-Weimar-Eisenach
1556–1695 Güstrow Funktion: Sitz der Herzöge von Mecklenburg
1561–1761 Plön Funktion: Sitz der Herzöge von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön
1564–1802 Gera Funktion: Hauptstadt des Fürstentumes Reuß jüngerer Linie
1565–1718 Durlach Funktion: Residenz der Markgrafen von Baden-Durlach

erhaltene Bauwerke: Schloss Karlsburg,

Karlsburg; vorne der sogenannte Prinzessinnenbau
1567–1866 Kassel Funktion: Sitz der Landgrafen von Hessen-Kassel (1567–1803) und der Kurfürsten von Hessen (1803–1866)
1567–1918 Darmstadt Funktion: Sitz der Landgrafen von Hessen-Darmstadt (1567–1806) und der Großherzöge von Hessen (1806–1918)
1567-1604 Marburg Funktion: Sitz der Landgrafen von Hessen-Marburg
1567-1583 St. Goar Funktion: Sitz der Landgrafen von Hessen-Rheinfels
1586–1633 Coburg Funktion: Sitz des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha und den Coburger Herzögen
1596-1918 Eisenach Funktion: Hauptstadt von Sachsen-Eisenach bis 1741, danach Nebenresidenz von Sachsen-Weimar-Eisenach bis 1918
offiziell von 1597 – 1794 Bonn Funktion: Residenz der Kurfürsten von Kurköln
1599–1918 Sondershausen Funktion: Hauptstadt des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen
1599–1918 Rudolstadt Funktion: Residenz des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt
1603–1918 Altenburg Funktion: Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Altenburg (1603–1672 und 1826–1918)
1603–1806 Bayreuth Funktion: Residenz der Markgrafen von Bayreuth
1609–1643 Butzbach Funktion: Residenz des Landgrafen Philipp III. von Hessen-Butzbach
 1616–Anfang 18. Jh. Oberschleißheim Funktion: Residenz der bayerischen Kurfürsten
1623-1849 Sigmaringen Funktion: Residenz der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen 
1623-1850 Hechingen Funktion: Residenz der Fürsten von Hohenzollern-Hechingen
1629–1786 Ehrenbreitstein Funktion: Residenz des Trierer Kurfürsten
links die Pagerie, rechts das Dikasterialgebäude
1631–1815 Offenbach am Main Funktion: Sitz der Grafen von Isenburg-Offenbach (1631–1685), Isenburg-Birstein (1685–1806, seit 1744 Fürsten) und des souveränen Rheinbund-Fürsten zu Isenburg (1806–1815)
1636–1866 Hannover Funktion: Sitz des Fürstentums Calenberg-Göttingen (1636–1692), des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg (1692–1814) und des Königreichs Hannover (1814–1866)[Anmerkung 1]
1640-1918 Gotha Funktion: Sitz der Herzöge von Sachsen-Gotha (seit 1826 in Personalunion mit Sachsen-Coburg)
1647–1918 Bückeburg Funktion: Sitz der Grafen und Fürsten von Schaumburg-Lippe
1652–1802 Oranienburg Funktion: Residenz der der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten, seit 1701/1772 Könige in/von Preußen
1655–1918 Arolsen Funktion: Residenz der Grafen und Fürsten von Waldeck-Pyrmont
1656/57 1718 Zeitz Funktion: Residenz der Herzöge von Sachsen-Zeitz
1660-1918 Potsdam Funktion: Residenz der Kurfürsten von Brandenburg, Könige in/von Preußen (1701–1918), Residenz der Deutschen Kaiser von 1871 bis 1918
1680–1918 Meiningen Funktion: Sitz der Herzöge von Sachsen-Meiningen (darunter Herzog Georg II./Theaterreform)
1682 - 1918 Königs Wusterhausen Funktion: Sommerresidenz der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten, seit 1701/1772 Könige in/von Preußen, der Kaiser des Deutschen Reichs (1871–1918)
1684-1826 Hildburghausen Funktion: Sitz der Herzöge von Sachsen-Hildburghausen
Schloss Hildburghausen, 1949/1950 abgerissen
1684–1710 Römhild Funktion: Sitz des Herzogs von Sachsen-Römhild
1687–1806 Büdingen Funktion: Residenz der Grafschaft von Ysenburg und Büdingen in Büdingen
1687–1806 Meerholz Funktion: Sitz der Grafen von „Ysenburg und Büdingen in Meerholz“
Schloss Meerholz, Ansicht des Schlosses von der Eingangsseite mit Torbau links und Schlosskirche rechts
1687–1724 Marienborn Funktion: Sitz der Grafen von „Ysenburg und Büdingen in Marienborn“
1687–1806 Wächtersbach Funktion: Sitz der „Grafen von Ysenburg und Büdingen in Wächtersbach“
1688–1806 Bartenstein wahrscheinlich kleinste planmäßig angelegte, rein barocke und in sich geschlossene Residenzstadt mit Schloss in Deutschland
1689 – Ende des 18. Jh. Schwedt Funktion: Residenzstadt von Brandenburg-Schwedt
1705–1771 Rastatt Funktion:Residenzstadt der Markgrafschaft Baden-Baden

Besonderheit: wegen der Zerstörung der Residenzstadt Baden-Baden im Pfälzischen Erbfolgekrieg Verlegung der Residenz unter Markgraf Ludwig Wilhelm nach Rastatt, älteste Barockresidenz am Oberrhein, planmäßig ausgebaut

erhaltene Bauwerke: Residenzschloss Rastatt, Schloss Favorite, Einsiedelner Kapelle, Pagodenburg und Rossi-Haus

1709–1816 Ludwigsburg Funktion: Neugründung, abwechselnd mit Stuttgart Residenz von Württemberg

Besonderheit: am Reißbrett geplante Stadtanlage

erhaltene Bauwerke: Residenzschloss Ludwigsburg als größtes unzerstörtes Barockschloss Deutschlands, Jagd- und Lustschloss Favorite, Schloss Monrepos, Marktbrunnen, Waldhorn, Schlosstheater und Stadtkirche Ludwigsburg

1715–1918 Karlsruhe Funktion: Residenz der Markgrafschaft Baden-Durlach, ab 1771 der Markgrafschaft Baden, 1806–1918 des Großherzogtums Baden
Karlsruher Stadtansicht, Kupferstich von Heinrich Schwarz 1721
1720–1778 Mannheim Funktion: Sitz der pfälzischen Kurfürsten
Schloss Mannheim
1720 –1803 Bruchsal Funktion: Residenz der  Fürstbischöfe von Speyer
1725–1801 Brühl Funktion: Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Köln
1733–1918 Neustrelitz Funktion: Hauptresidenz von Mecklenburg-Strelitz
Blick von der ehem. Schlossterrasse auf die barocke Sichtachse im Schlosspark
1736–1802 Rheinsberg Funktion: Residenz der Könige in/von Preußen
1742–1803 Schwetzingen Funktion: Sommerresidenz der Kurpfalz
1744–1841 Biebrich Funktion: Residenz der Herzöge von Nassau, ab 1817 Sitz der Herzöge
1765–1837 Ludwigslust Funktion: Sitz der Herzöge von Mecklenburg-Schwerin
1768–1806 Bad Homburg vor der Höhe Funktion: Residenz der Landgrafschaft Hessen-Homburg
1769–1817 Wörlitz Funktion: Residenz von Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt–Dessau 
1773-1775 Blieskastel unter

Franz Carl von der Leyen

1774–1918 Oldenburg Funktion: Sitz Herzöge (1774–1810) und Großherzöge (1815–1918) von Oldenburg
Schlossplatz Oldenburg
1786–1803 Trier Funktion: Sitz der Trierer Kurfürsten
1786–1794 Koblenz Funktion: Sitz der Trierer Kurfürsten
1797–1840 Paretz Funktion: Sommerresidenz Friedrich Wilhelms III.
Schloss Paretz
1798 bis 1814 Mainz Funktion: eine Residenzstadt Napoleons
1806–1813 Düsseldorf Funktion: Sitz der Großherzöge von Berg
1815–1866 (Bad)

Homburg

vor der Höhe

Funktion: Residenz der Landgrafschaft Hessen-Homburg
1841–1866 Wiesbaden Funktion: Sitz der Herzöge von Nassau
1850-1918 Koblenz Funktion: eine der königlich-preußischen Residenzstädte
1888-1918 (Bad)

Homburg

vor der Höhe

Funktion: Sommerresidenz des Kaisers Wilhelm II.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Stadtname Beschreibung Abbildung
Anfang 10. Jh. – 1246 Steyr Funktion: Sitz der Herzöge von Österreich unter den Babenbergern
Die Styraburg aus einer Stadtansicht von 1554
1278 –1918 Wien Funktion: Residenz des Römisch-deutschen Kaisers (1278–1806, mit Unterbrechungen), des österreichischen Kaisers (1804–1867, 1867–1918), des apostolischen Königs von Ungarn (1867–1918),

sowie der Erzherzöge von Österreich

1379 – 1619 Graz Funktion: Residenzstadt von Innerösterreich
1410 – 1665 Innsbruck Funktion: Residenzstadt von Oberösterreich
696–1805 Salzburg Funktion: Residenz der Fürsterzbischöfe, dann kurzfristig Kurfürstensitz

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Stadtname Beschreibung Abbildung
843–1661, 1789–1792

1799–1848,

1852–1870

Paris Funktion: Hauptstadt der westfränkischen und später französischen Könige/Kaiser
Conciergerie, Rest der mittelalterlichen Residenz
843–1789, 1804–1848,

1852–1870

Compiegne Funktion: Residenz der der westfränkischen und später französischen Könige/Kaiser
1483–1563 Amboise Funktion: Residenz der französischen Könige
1498–1589 Blois Funktion: Residenz der französischen Könige
1528–1789,

1804–1848, 1852–1870

Fontainebleau Funktion: Residenz der französischen Könige und Kaiser
1661–1682 Saint-Germain-en-Laye Funktion: zeitweilige Hauptstadt unter Ludwig XIV.
1682–1789 Versailles Funktion: Residenz der französischen Könige Ludwig XIV., Ludwig XV. und Ludwig XVI.

Besonderheit: Höhepunkt der Barockarchitektur, Vorbild für die Fürstenhöfe Europas

Status: seit 1979 Weltkulturerbe der UNESCO

erhaltene Bauwerke: Schloss Versailles, Petit Trianon, Grand Trianon, Hameau de la Reine, Kathedrale Saint-Louis und Place d'Armes

1828–1848 Eu Funktion: Residenz von Louis-Philippe I.

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Stadtname Beschreibung Abbildung
27 v. Chr. – 402 n. Chr. Rom Funktion: Hauptresidenz der römischen Kaiser
Ruinen des Domus Augustana, der Palast von Kaiser  Domitian
 402 – 476 Ravenna Funktion: Hauptresidenz der weströmischen Kaiser
Außenansicht des Mausoleums der Galla Placidia
493–552 Ravenna Funktion: Residenz der ostgotischen Könige
572–774 Pavia Funktion: Sitz der langobardischen Könige
San Michele, Innenraum
697–1797 Venedig Funktion: Sitz der Dogen der Republik Venedig
 831–1053 Palermo Funktion: Residenz der Kalbiten-Dynastie als Emire von Sizilien
1071–1266 Palermo Funktion: Residenz des normannisch-staufischen Sizilien
1234–1631 Urbino Funktion: Residenz der Grafen und Herzöge von Urbino
Arkadenhof des Palazzo Ducale
1264 – 1597 Ferrara Funktion: Sitz der Herzöge von Ferrara
1266 –1861 Neapel Funktion: Residenz der Könige von Neapel und Könige beider Sizilien
Palazzo Reale
1395–1535 Mailand Funktion: Sitz des Herzogs von Mailand
1597–1796 Modena Funktion: Sitz der Herzöge von Modena
1861–1864 Turin Funktion: Residenz des Königreichs Italien
1864–1871 Florenz Funktion: Residenz des Königreichs Italien
1871–1946 Rom Funktion: Residenz des Königreichs Italien

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Stadtname Beschreibung Abbildung
1340–1712,

1728 – 1730

Moskau Funktion: Hauptstadt der Großfürsten von Moskau und Zaren
1710–1917 Puschkin Funktion: Sommerresidenz der Zaren
1712–1721,

1730-1917

Sankt Petersburg Funktion: Hauptstadt der Zaren
1723–1917 Petershof Funktion: Nebenresidenz der Zaren
1796–1917 Pawlowsk Funktion: Nebenresidenz der Zaren
Palast in Pawlowsk

Bestehende Monarchien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Stadtname Beschreibung Abbildung
756 –1031 Córdoba Funktion: Hauptstadt des Kalifats von Cordoba
1023 – heute Sevilla Funktion: Residenz der Abbadiden-Dynastie und später der spanischen Könige
13. – 15. Jh. Segovia Funktion: Residenz der Könige von Kastilien
1238 – 1492 Granada Funktion: Hauptstadt des  Sultanats der Naṣriden
1469–1561 Valladolid Funktion: Residenz der spanischen Könige
Kathedrale „Nuestra Señora de la Asunción“
1563–1861 San Lorenzo de El Escorial Funktion: Residenz der spanischen Könige
1561–1600,

1606–heute

Madrid Funktion: Residenz der spanischen Könige
1720–19. Jh.  San Ildefonso Funktion: Residenz der spanischen Könige

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Stadtname Beschreibung Abbildung
686–1066   Winchester Funktion: Hauptstadt des Königreich Wessex und später Englands
Statue Alfreds des Großen in Winchester
1066–heute London Funktion: Residenz der Könige von England und Großbritanniens

erhaltene Gebäude: St James’s Palace (offizielle Residenz seit 1532), Buckingham Palace in London (seit 1837), Tower of London

1078–heute Windsor Funktion: Sommerresidenz der der Könige von England und Großbritanniens
1437–heute Edinburgh Funktion: Residenz der Könige von Schottland und später Großbritanniens

Niederlande[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Stadtname Beschreibung Abbildung
1248–1806,

1810 –heute

Den Haag Funktion: Hauptstadt der Grafen von Holland, Statthalter Republik der Sieben Vereinigten Provinzen und niederländische Könige
Paleis Noordeinde, offizieller Amtssitz der niederländischen Monarchie
1638–heute  Baarn Funktion: Residenz der Statthalter Republik der Sieben Vereinigten Provinzen, Könige von Hollandund niederländische Könige
1689–1975 Apeldoorn Funktion: Sommerresidenz der Statthalter Republik der Sieben Vereinigten Provinzen und niederländische Könige
1806–heute Amsterdam Funktion: Residenzstadt der Könige von Holland (1806–1810) und Könige der Vereinigten Niederlande (1815–1839) und der Niederlande

Belgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Stadtname
1830–heute Brüssel Funktion: Residenz der Könige der Belgier
1865–heute Ciergnon Funktion: Sommerresidenz der Könige der Belgier
? – heute Laken Funktion: Residenz der Könige der Belgier

Schweden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liechtenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luxemburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monaco[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vatikan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norwegen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montenegro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste bedeutender Residenzstädte in Afrika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Monarchien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ägypten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiserreich Abessinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestehende Monarchien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kamerun[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marokko[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste bedeutender Residenzstädte in Asien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Monarchien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königreich Jerusalem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jerusalem, Sitz des Königs (1099–1187, 1229–1244)
  • Akkon, Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens (1099–1291)

Bestehende Monarchien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahrain[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bhutan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brunei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Japan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kambodscha[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saudi-Arabien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maskat, Residenzstadt der Sultane von Oman (mit Unterbrechungen seit 1779)

Liste bedeutender Residenzstädte in Ozeanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tonga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Residenzstadt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Rheinisches Landesmuseum Trier (Hrsg.): Ein Traum von Rom: Stadtleben im römischen Deutschland. ISBN 978-3-8062-2887-8, S. 108.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Während der Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover von 1714 bis 1837 residierten die Kurfürsten und Könige von Hannover in Großbritannien.