Friedrich August Wolf

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Friedrich August Wolf
Friedrich August Wolf, Porträt von Johann Wolf, 1823

Friedrich August Christian Wilhelm Wolf (* 15. Februar 1759 in Hainrode; † 8. August 1824 in Marseille) war ein deutscher Altphilologe und Altertumswissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich August Wolf war der Sohn eines Kantors in Hainrode im preußischen Amt Lohra[1] und besuchte in Nordhausen das Gymnasium. Ab 1777 studierte er in Göttingen Philologie und wurde 1779 Lehrer am Gymnasium in Ilfeld. 1782 heiratete er und wurde Rektor der Stadtschule in Osterode, wo er ein Jahr lang blieb. Seit 1783 war er als Freimaurer Mitglied der Loge Zum goldenen Zirkel in Göttingen, später erscheint er auch in den Listen der Loge Zu den drei Degen in Halle.[2]

1783 übernahm Wolf eine Professur in Halle, zunächst für Philologie und Pädagogik, ab 1784 für Philologie und Eloquenz. 1787 gründete er dort das philologische Seminar. 1793 wurde er Mitglied der Freimaurerloge Zu den drei Degen in Halle. Am 21. Februar 1799 wurde Wolf fast einstimmig zum auswärtigen Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin gewählt.[3] 1805 wurde ihm der Titel Geheimer Rat verliehen.

Nachdem Napoleon die Universität in Halle 1806 geschlossen hatte, übersiedelte Wolf im April 1807 nach Berlin und war seitdem an der Akademie tätig, ohne dass sich sein Status als auswärtiges Mitglied änderte. 1810 wurde er Direktor der Wissenschaftlichen Deputation für die Sektion des öffentlichen Unterrichts im Ministerium und Professor für klassische Philologie. 1812 wurde er zum Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin ernannt. Seit 1819 war er auswärtiges Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres. Im April 1824 reiste er nach Frankreich, wo er starb.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Hauptarbeit ist sein 1795 entstandenes, Fragment gebliebenes Werk Prolegomena ad Homerum, in dem er die Werke Homers kritisch auf ihre Entstehung hin untersuchte und ihn als einzigen Autor in Zweifel zog (Homerische Frage). Die Altertumswissenschaft verdankt Friedrich August Wolf ihre neue Anerkennung als universale Disziplin, im Sinne des Neuhumanismus (der letzte Zweck des Daseins ist die Bildung der Individualität), die er in enger Verbindung mit Wilhelm von Humboldt, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller begründete. Auch im Schulwesen sollte die klassische Philologie eine wesentliche Rolle spielen und den Menschen zu einer harmonischen Ausbildung verhelfen.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antiquitäten von Griechenland. Hammerde, Halle 1787.
  • Prolegomena ad Homerum. Halle 1795.
    • Prolegomena zu Homer. 1795. Reclam, Leipzig [1908] (dt.).
    • Prolegomena to Homer. 1795. Princeton Univ. Press, Princeton, N.J. 1985. (engl.) ISBN 0-691-10247-3.
  • Darstellung der Alterthums-Wissenschaft. Berlin 1807. (Nachdr. Acta Humaniora. Weinheim 1986) ISBN 3-527-17552-0.
  • Friedrich August Wolf, Philipp Buttmann: Museum der Alterthumswissenschaften. Realschulbuchhandlung, Berlin 1807, 1. Band.
  • Friedrich August Wolf, Philipp Buttmann: Museum der Alterthumswissenschaften. Realschulbuchhandlung, Berlin 1810, 2. Band.
  • (Hrsg.): Literarische Analekten vorzüglich für alle Literatur und Kunst, deren Geschichte und Methodik. 4 Teile, G.C. Nauck, Berlin (1816 und 1818).
  • Encyclopädie der Philologie. Expedition d. Europ. Aufsehers, Leipzig 1831.
  • Kleine Schriften in lateinischer und deutscher Sprache. Olms, Hildesheim 2003.

Bekannte Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Friedrich August Wolf – Quellen und Volltexte
 Commons: Friedrich August Wolf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisches statistisch-topographisches Lexikon von Obersachsen, Stettinische Buchhandlung, 1803, S. 29
  2. Friedrich August Eckstein: Geschichte der Freimaurer-Loge im Orient von Halle. Eine Festgabe zur Secularfeier der Loge zu den drei Degen. Gebauersche Buchdruckerei, Halle 1844, S. 251 (Digitalisat)
  3. Adolf Harnack: Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, im Auftrage der Akademie bearbeitet., Berlin 1900: Vom Tode Friedrichs des Großen bis zur Gegenwart, Bd. 1, Teil 2http://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3Dgeschichtederk0102harn~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn6~doppelseitig%3D~LT%3D%27%27Vom%20Tode%20Friedrichs%20des%20Gro%C3%9Fen%20bis%20zur%20Gegenwart%2C%27%27%20Bd.%26nbsp%3B1%2C%20Teil%26nbsp%3B2~PUR%3D, S. 532f., Anm 2.