Friedrich Ernst (Solms-Laubach)
Friedrich Ernst zu Solms-Laubach (* 26. März 1671 in Wildenfels; † 26. Februar 1723 in Laubach) war ein regierender Graf aus dem Haus Solms-Laubach, Reichshofrat und Senatspräsident (Vorsitzender eines Senats) im Reichskammergericht.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Familie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Friedrich Ernst war ein Sohn des Grafen Johann Friedrich zu Solms-Wildenfels (1625–1696) und dessen Ehefrau Benigna, geborene Gräfin von Promnitz (1648–1702).
Friedrich Ernst heiratete am 8. Dezember 1709 in Gedern Friederike Charlotte zu Stolberg-Gedern (* 3. April 1686 in Gedern; † 10. Januar 1729 in Laubach), Tochter des Grafen Ludwig Christoph zu Stolberg-Gedern. Aus der Ehe gingen zwölf Kinder hervor, die überwiegend jung starben. Drei Kinder erreichten das Erwachsenenalter:
- Friedrich Magnus (1711–1738) folgte seinem Vater als regierender Graf; auf ihn folgte der zweite Sohn,
- Christian August (1714–1784).
- Die Tochter Marie Sophie Wilhelmine (1721–1793) heiratete am 8. April 1741 in Laubach Herzog Karl Christian Erdmann von Württemberg-Oels.
Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Friedrich Ernst wurde zunächst von Hauslehrern erzogen. 1685 reiste er nach Utrecht, musste jedoch aufgrund des Todes seiner Mutter bereits nach neun Monaten zurückkehren. Danach setzte er seine Studien in Straßburg fort, musste von dort aber 1688 flüchten, als Frankreich die Stadt im Zuge des beginnenden Pfälzischen Erbfolgekriegs besetzte. 1689 bis 1691 studierte er in Leipzig.
Friedrich Ernst gelangte über verschiedene Zwischenschritte nach Wien und wurde dort am 29. April 1693 Mitglied des Reichshofrates. Nach dem Tod seines Vaters war er von 1696 bis 1723 regierender Graf. Er wirkte 1699–1723 als evangelischer, jüngerer Präsident des Reichskammergerichts. Hier verwickelte er sich in einen heftigen Streit mit dem römisch-katholischen, älteren Präsidenten, Franz Adolf Dietrich von Ingelheim (1659–1742), einem Neffen des Mainzer Kurfürsten, Lothar Franz von Schönborn. Konkreter Anlass der Eskalation war, dass Kaiser Leopold I. einen Freiherren Johann Rudolf von Ow dem Reichskammergericht als Assessor präsentierte. Dieser fiel aber in dem Examen, das einer Ernennung voranging, durch. Stattdessen sprach sich die Mehrheit der Richter für den Grafen Johann Tobias Ignatius Nytz von Wartenburg aus. Hinter dieser Aktion stand Freiherr von Ingelheim, während Graf Friedrich Ernst Solms-Laubach dagegen opponierte. Auch hatte es mehrfach Klagen über die Geschäftsführung von Dietrich von Ingelheim gegeben. In dieser Situation bot Friedrich Ernst dem Kaiser seinen Rücktritt an. Der Kaiser lehnte das aber ab und suspendierte stattdessen den Freiherrn von Ingelheim und einige Assessoren aus dessen Lager. Der Konflikt konnte durch das Reichskammergericht selbst nicht mehr gelöst werden und so bat Graf Solms-Laubach den Kaiser um eine Visitation (Überprüfung der Arbeit) des Reichskammergerichts. Das löste die „Erste Wetzlarer Visitation“ aus.[1]
1700 wurde Friedrich Ernst zum Kaiserlichen Geheimen Rat ernannt.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rudolph zu Solms-Laubach: Geschichte des Grafen- und Fürstenhauses Solms, Frankfurt/Main 1865, S. 347–355.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Solms-Laubach, Friedrich Ernst Graf zu. Hessische Biografie. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Georg Schmidt-von Rhein: Das Reichskammergericht in Wetzlar. In: Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung e. V. (Hg.): Reichskammergerichtsmuseum [Katalog]. 2. Auflage. Wetzlar 1997. ohne ISBN, S. 24–34 (29f); Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung e. V.: Reichskammergerichtsmuseum [Katalog]. 2. Auflage. Wetzlar 1997. ohne ISBN, [Katalog], Nr. 49.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Friedrich Ernst |
| ALTERNATIVNAMEN | Solms-Laubach, Friedrich Ernst zu (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | Graf und Präsident des Reichskammergerichtes |
| GEBURTSDATUM | 26. März 1671 |
| GEBURTSORT | Wildenfels |
| STERBEDATUM | 26. Februar 1723 |
| STERBEORT | Laubach |