Friedrich J. Pajeken

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Friedrich Joachim Pajeken (* 5. März 1855 in Bremen; † 8. November 1920 ebenda[1]) war ein deutscher Kaufmann und Schriftsteller, der Abenteuerromane für Jugendliche verfasste.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pajeken war der Sohn des Kapitäns und Kaufmanns Eduard Pajeken (1806–1874). An der Handelsschule erlernte er den Beruf eines Kaufmanns. 1876 wurde er als Kaufmann nach Ciudad Bolívar am Orinoko geschickt, wo er in den nächsten drei Jahren Erfahrungen im Überseehandel sammelte. Seinen dortigen Aufenthalt nutzte er für zahlreiche Streifzüge durch das Land. Nebenbei befasste er sich eingehend mit den in Bolivien lebenden Indianern. Um auch die nordamerikanischen Indianer kennenzulernen, begab er sich für zwei Jahre auf die „Hollers Ranch“ am Brod River in den Bighorn Mountains und knüpfte gute Kontakte zu den dort lebenden Indianern. Von diesen erhielt er aufgrund seiner etwas gelblichen Hautfarbe und seiner Leistungen als guter Jäger den Ehrennamen „Yellow Eagle“.

Nach seiner Rückkehr nach Bremen betrieb er von 1883 bis 1889 ein Agentur- und Kommissionsgeschäft und war Mitglied mehrerer Vereine. Sein Talent für das Geigespiel brachte ihm das Dirigentenamt des dortigen Dilettantenorchesters ein. 1889 ließ er sich in Hamburg nieder und heiratete im Folgejahr die Sängerin Agnes Winkelmann, die ihm zwei Söhne gebar. In der Hansestadt begann auch seine schriftstellerische Laufbahn.

1897 zog er nach Berlin und blieb bis 1917. Danach kehrte er abermals nach Hamburg zurück. Er starb 1920 im Alter von 65 Jahren. Nach seinem Tod gerieten seine Bücher weitgehend in Vergessenheit, so dass Pajeken heute als Jugendbuchautor kaum mehr bekannt ist.

In seinen zahlreichen Jugendbüchern arbeitete er seine eigenen abenteuerlichen Erfahrungen in Amerika auf, mit denen er die vorherrschenden romantischen Vorstellungen zu revidieren versuchte. Daneben wandte er sich auch anderen Kulturkreisen zu. Seine Bücher erwiesen sich als eine beliebte Lektüre für Jugendliche und machten ihn rasch populär, so dass er in schneller Folge immer neue Bücher folgen ließ.

Neben seinen eigenen Werken fertigte er auch Bearbeitungen für die Jugend von Gabriel Ferrys Waldläufer, von Thomas Mayne Reids Skalpjäger, von Campes Robinson Crusoe und von anderen Autoren an.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration zu Bob der Fallensteller in einer Buchausgabe von 1903.
Illustration zu Andrew Brown der rote Spion in der Erstausgabe von 1894.
  • Bob der Fallensteller, 1890
  • Aus dem Westen Nordamerikas, 1890
  • Im Wilden Westen Nordamerikas, 1891
  • Das Geheimnis des Karaiben, 1891
  • Bob der Städtegründer, 1891
  • Jim der Trapper, 1892
  • Ein Held der Grenze, 1893
  • Das Vermächtnis der Invaliden, 1893
  • Bob der Millionär, 1894
  • Andrew Brown, der rote Spion, 1894
  • Mitaha-sa, das Pulvergesicht, 1895
  • Der Mestize und drei andere Erzählungen aus Nord- und Südamerika, 1896
  • Am Orinoko, 1896
  • Martin Forster, 1898
  • Bill der Eisenkopf, 1899
  • Wunderbare Wege, 1901
  • Der Schatz am Orinoko, 1902
  • Ein Held wider Willen, 1904
  • Der gespenstische Reiter, 1907
  • Verloren und gerettet, 1908
  • Das Geheimnis des alten Hauses, 1909
  • In der Mumienstadt, 1909
  • In Sturm und Not, 1910
  • Jagdabenteuer in den Tropen, 1911
  • Schicksals Walten, 1912
  • Der Teufel vom Minnetonka-See, 1912
  • Auf eigene Faust, 1915
  • Die Rache des Emmaranus, 1918
  • Im Urwald, 1920

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Doderer (Hrsg.): Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur, Weinheim/Basel, 1977.
  • Friedrich Schegk / Heinrich Wimmer (Hrsg.): Lexikon der Reise- und Abenteuerliteratur, Meitingen, 1988 ff, ISBN 3-89048-700-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leichenbücher der Stadt Bremen (Memento des Originals vom 16. März 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.die-maus-bremen.de bei die-maus-bremen.de (DIE MAUS Gesellschaft für Familienforschung e.V., Bremen)